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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1913-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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und heiligen Friedens, von Worten ernster Belehrung und tiefgefühlter Erbauung, von Taten warm pulsierender Menschenliebe und goldenen echt jüdischen Herzens, die in diesen Räumen zur Entfaltung gelangen sollen. Noch standen die BBr. unter dem Eindrucke der Begrüßungsaussprache, als der hochw. Großpräsident Br. Timendorfer das Wort zur Weiherede erjriff, die ohne Frage den Glanzpunkt der Feier bildete. ' Mancher jüngere Bruder machte wohl bei dieser Gelegenheit zum ersten Male die Bekanntschaft dieses Mannes, in dem sich die weltumfassende, erdumfassende, machtvolle Ordensorganisation für die deutschen Brüder in imposantester Weise darstellt, dem der stetig wachsende Einfluß und die immer mehr zunehmende Bedeutung des deutschen U. O. B. B. in erster Linie zu verdanken ist. Wer wie ich den ausgesuchten geistigen Genuß hatte, ihri~zu -böten, der wird mit mir seine Weiherede an dem Ehrentage unserer Loge für eine rhetorische Glanzleistung, für sein unübertroffenes Meisterstück erklären müssen. Es ist unmöglich, im ejngen Rahmen dieses kurzen Referates die überwältigende Fülle der Gedanken wiederzugeben, die in oft berauschend schöner Form ein leuchtendes Gesamtbild so vieler brennender Fragen, so vieler ernster Probleme des Logenlebens umschrieben. Treue gegen unsere Religion, Treue - gegen die Brüder alle, Treue endlich gegen die eigene Loge Mit diesem dreifachen, gewaltigen Schlußakkord schloß der Redner. Noch manches sinnige Wort wurde von einheimischen und auswärtigen Brüdern gesprochen. Dann schloß sich die . hestloge an, in welcher eine größere Anzahl unserer ' Brüder durch den Großpräsidenten eingeführt wurden, und frohe Stunden heiterer Geselligkeit folgten. An uns aber ist es, die Weihestimmung dieses Festtages auch im Alltag festzuhalten, durch Wort und vor allem durch die Tat den Zauber zu bewähren, den die neuen Räume ausüben soflen. Zur < )pferfreudigkeit hat man die Sinai-Loge noch nie zu mahnen brauchen. Eine andere hohe Forderung unseres Ordens ist weit schwerer zu verwirklichen, wohl am schwersten von allen Logenidealen, die wahre Bruderliebe. Sie, die dem schützenden Obdach gleich, uns schirmen sollte vor den Stürmen des Lebens, sie, die dem Öle ähnlich die tosenden Wellen des trüben Geschickes beruhigen sollte, uns allen nahezubringen, die Brücke zu schlagen von Bruder zu Bruder, von Herz zu Herz, dazu möge das neue Heim sein Teil beitragen. Möge der~warme Hauch | der Zugehörigkeit alle Glieder unserer Loge beleben. Wir wollen und können keinen von ihnen entbehren, nemeinsam Schulter an Schulter wollen wir arbeiten an der Verwirklichung der Ordensideale, getreu dem Goetheschen: Du im Leben nichts verschiebe, Sei dein Leben Tat um Tat Und dein Streben sei's in Liebe Und dein Leben sei die Tat Dr. F. Lazarus.; * | Carl Friedrich-Loge, Karlsruhe Baden. (Nachruf) Wir stehen in Trauer an der Bahre eines unserer Besten! Am 7. d. M. schied von uns unerwartet an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 68 Jahren der Mit. begründer unserer Loge, Br. Leopold Ettlinger. Der Tod dieses Mannes bedeutet einen großen Verlust nicht, nur für unsere jüdischen Mitbürger, sondern auch für das öffentliche Leben unserer Vaterstadt, ja unseres engeren Vaterlandes. Br. Ettlinger war aus- # gezeichnet durch hervorragende Gaben des Geistes und des Herzens. Er besaß vornehmen lauteren Charakter nnd verfügte über ungewöhnliche universelle Bildung und vielseitiges Wissen. Diese Eigenschaften traten frühzeitig hervor, so daß Br. Ettlinger schon mit 28 Jahren durch das Vertrauen seiner Mitbürger in das Stadtverordneten-Kollegium berufen wurde, dem er ununterbrochen während 40 Jahre, mehrere Jahte als Mitglied des Votstandes und als stellvertretender : Obmann, angehörte. Außerdem war Br. Ettlinger jahrzehntelang Mitglied der Handelskammer, des Badischen Eisenbahnrats, Handelsrichter, Mitglied des Ober- / rats der Badischen Israeliten und des Synagogenrats der Kultusgemeinde Karlsruhe Seine Verdienste auf allen diesen Gebieten wurden durch hohe Ordensauszeichnungen gewürdigt. Mit seinem scharfen Verstand, mit seinem weiten klaren Blick vermochte er, erfüllt von hohem Pflichtgefühl, neben einer intensiven Tätigkeit in seinem bedeutenden Geschäft, allen an ihn herantretenden Anforderungen des öffentlichen Lebens gerecht zu werden. Er war aus innerster Überzeugung treuer Anhänger seines angestammten Glaubens, und seine gediegenen, gründlichen Kenntnisse des jüdischen Schrifttums waren anerkannt durch erste Fachgelehrte auf diesem Gebiete. Mit seinen seltenen Geistesgaben verband Br. Ettlinger liebenswürdiges Wesen und große Herzensgüte. Die Bedrückten gingen nie ohne Rat und Hilfe von "seiner Schwelle und auch für unsere Loge hatte er immer reges Interesse und eine offene Hand. Sein Andenken pvtrd dauernd ein gesegnetes sein. Ostpreußische Loge, Allenstein. (Ansprache des Br. Expräs. Kamnitzer beim 10. Stiftungsfest.) Ich

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