Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1913-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029030-6074209--1439-4865569
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

einige christliche Kameraden und Unteroffiziere — in den Räumen der Loge ein, wo sie von den Mitgliedern > ' - i des Ausschusses und ihren Damen herzlich begrüßt wurden. Br. Oberrabbiner Dr. Netter hielt* eine mit großem Beifall aufgenommene Festrede, in welcher er ausführte, daß in den letzten Jahren die Begehung des Chanukkafestes einen besonderen Charakter angenommen habe, indem darin immer ( mehr der Bekennermut der Juden einen sichtbaren Ausdruck fände. Er wies auf die militärische Tüchtigkeit der alten Makkabäer hin, hob hervor, daß jene Makkabäertugenden auch jetzt, noch nicht ausgestorben seien und sich auch noch im letzten Türkenkriege auf beiden Seiten bei unseren Glaubens"blossen bewährt hätten. Der Rednet scliloli seine Ausführungen über die Bedeutung des Cnanukkafestes mit einem kräftigen Appell an ilie Mannschaften, auch in ihrem Dienste zu zeigen, daß sie an militärischer Tüchtigkeit den anderen nichts nachständen und keinerlei Zurücksetzung verdienten. Sodann wurden von Br. G o 11! s c h m i cl t die (Ihanukkalichter entzündet und i 11 Chore das „Moaus Zur" gesungen. '. Nach Beendigung des offiziellen Teils blieb man noch lange Zeit gemütlich beisammen, die Soldaten wurden gastfreundlich bewirtet Und durch Vorträge und musikalische Darbietungen erfreut.. Während des Essens wurden Tischreden gehalten. Hr. Th. Goldschmidt, der die Sache des Soldatenheims mit besonderem Eifer betreibt, setzte die Ziele und Zwecke des für die jüdischen Soldaten von der Lothringen-Loge mit Unterstüjzung der Schwesterlogen unterhaltenen Militärhauses auseinander und forderte die Mannschaften auf, namentlich die hier zum ersten ' f Mal erschienenen Rekruten, durch gewissenhafte Pflichterfüllung die Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten zu erlangen und damit auch dem jüdischen Namen Ehre zu machen. Er scliloli seine mit jubelndem Beifall aufgenommene Ansprache mit den Worten : Gott zur Ehr' und dem Vaterland zur Wehr. Br. Vizepr. Goldberg brachte sodann ein Kaiserhoch aus. Es war gegen Mitternacht, als die letzten Teilnehmer von dem Feste tiefbefrieiligt heimzogen. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Sinai-Loge zu Cassel. Bis auf den letzten Platz waren die voyiehmen Räume unseres neuen Logenhauses gefüllt, als der Präs. Br. Dr„ Katzenstein mit einer geistvollen Begrüßungsrede die Einweihungsfeier eröffnete. Die gedankenreichen, formvollendeten Worte waren eingegeben von Gefühlen des Dankes, der Freude und der Hoffnung. Des Dankes für die Vergangenheit, der Freude für die Gegenwart und der Hoffnung für die Zukunft. Sein erstes Dankeswort gilt den Geschiedenen, die einst mit uns wetteiferten in freudiger Liebestat, die im Verein mit uns durch die Sonnenstrahlen der Liebe und Treue, der Opfcrwilligkeit und Barmherzigkeit so manches dunkle Leben und damit, ihr eigenes Leben erleuchtet haben. Vor den lauschenden Brüdern erstehen bei, seinen Worien wieder die edlen Erscheinungen der dahingegangenen * i . Führer unserer Loge, die lencliienden Gestalten eines Adolf Gotthelft vor allen, eines Jacob Stein, eines Isak Prager^vorbildlicher Männer, in Lehre und Leben, wahrer Verkörperungen der strahlenden- Lkrhtgedanken des Ordens Nicht besser vermögen wir . ihnen zu danken als dadurch, daß wir ihr Werjc in ihrem Geiste fortsetzen. Dann sind sie für ufls nicht gestorben, dann weilen sie gleichsam unter uns, es flüstern nach dem schönen Ausspruch des Talmuds dje Lippen der Toten im Grabe, wenn die Lebenden ihrer Mahnungen gedenken. — .Das zweite Dankeswort des Präsidenten gilt den von auswärts herbeigeeilten Gästenjnsbesondere dem hochw. Großpräsidenten Seine erhebende Gegen-" wart werde den Brüdern eine hohe Ehre, eine. Quelle reinsten geistigen Genusses sein. Stets werde sein Bild uns gegenwärtig.bleiben, zumal dasselbe, von der Großloge gewidmet, einen würdigen Schmuck des neuen Heims bilden werde. — Worte des wärmsten Dankes sprach schließlich (der Redner allen denen aus, die in echt altruistischer Besinnung ihre geistigen und materiellen Mittel in den Dienst dieses Logentempels gestellt hätten, dem Baukomitee mit seinem verdienstvollen Obmann Br. Expräsident Richard Gottherft, dem Br. Hugo Hermann, dem die vernehme Eleganz, die stilvolle Ausstattung in allen einzelnen Teilen, unserer Räume besonders zu danken seien, und last not least dem Br. Siegfried Hallo, dessen kunstgeübte Meisterhand den Decken- und Wandschmuck in.geradezu vollendeter Weise geschaffen habe. Nach einen kurzem Rückblick auf die-Geschichte der Sinai-Loge und ihre ersten mehr als bescheidenen Anfänge vor 24 Jahren in dem «igen, unfreundlichen, für die Geselligkeit nicht den geringsten Raum bietenden Lokale in der Wolfsschlucht' verweilt er mit freudiger Genugtuung bei der sonnigen, zukunftsfrohen Gegenwart. Frohe Bilder steigen in unserer Seele auf von dem neuen, echten Logengeist, der in dem schönen Tempel die Logenmitglieder durchdringt u^jl sie wahrhaft zu Brüdern umwandelt; wir träumen von der Zukunft, von Stunden weihevoller Erhebung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.