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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 12 - Dezember II · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 12 - Dezember II
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Auf den Ursprung gehe icIi zurück, uicht allein etymologisch auf den wurzelhaften Sinn der Wortbestandteile, sondern auch, hoffe ich. auf ■ lie Absicht derjenigen würd Brüder, welche einst diese Formel geprägt haben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Begründer des Ordens, die ja in der Devise sicher lieh weniger einen Schmuck, als ein Mahnwort schaffen wollten, zu diesem Zwecke aus dem Schatze beliebter Schlagwörter ein paar Synonymen an einandergereiht haben, sondern ich meine, dass die gewählte Devise die Frucht reifen Nachdenkens ist. Also: ..Eintracht" ist. wie ich aus einer gelehrten? deutschen Synonymik ersehen habe, abzuleiten von tragen im Sinne von ziehen, welches dem niedersächsischen ..trecken" noch anhaftet, und besagt: übereinstimmendes Streben nach einem gemeinsamen Ziele. Welche Bedeutung gewinnt nun. so begriffen, unsere Devise? Nicht den Kreis unsererldeale. dieuns. seiesausserhalb.seiesinnerhalb derLoge. stets vorschweben sollen, wohl aber den Kreis der Pflichten, die speziell das Logenleben von uns Brüdern fordert umschreibt sie lückenlos, sie kennzeichnet treffend die idealen Beziehungen des Bruders zum Bruder. Sie sagt: Dein Verhalten zum Mitbiuder sei ein wohltätiges im weitesten und höchsten Sinne des Wortes, eine zartsinnig ausgeübte und keineswegs auf die materielle Stützung des- Bruders sich beschrä nkende Wohltätigkeit, sondern eine W o h 1.+ ä t i g k e i t . wie sie eben nur Bruderliebe versteht, und ferner:- stets wisse dich eins mit deinen Brüdern in idealem Streben, d. h." halte in Eintrach't zu ihnen. Wird diese, den übel bemerkten Pleonasmus beseitigende Deutung nicht als eine künstliche beurteilt, dann erscheinen mir beide. Lesarten von W. B. u. E.. da sie zwei einander ergänzende Gesichtspunkte vertreten, der Benutzung wert. Eugen,SilbermanD. Berthold Auerbach-Loge.| Zu dem in Nr. 11 erschienenen Artikel „Ein Forbil- 'lunjr-«heini* teilt uns der Vf. Hr. Guggenheim Ith, dass in einer .Stadtverordnetenversammlung U> Orlenbach vor Kurzem «int- Debatte «ogen der Ausländer stattgefunden hat. in "welcher a.[!e Redner dringend Abhilfe Regen den weU> ren Zuzug-der dort als lästig empfundenen Ausländer verlangten. Die Debatte war durchaus sachlich; man verlangre energische Massregeln unter Vermeidung von Härten. Sitzung der Jugendschriften-Kommission. ' Berlin, den 18. November 1908. Anwesend sind dieBrr. Elbogen Eschelbacher, Fleischhacker. Kaufmann-Stuttgart, Kuznitzky, Spanier-Magdeburg. D. Wolff und Finkel. Entschuldigt fehlen die Brr. Adler und Heinemann- Frankfurt a. M., Moses-Mannheim, Karpeles und Lichtenstein-Berlin. Der Vorsitzende Bf. Elbogen begrüsst die Erschienenen und insbesondere den Hr. Kuznitzky. der bei der heutigen "Sitzung zum ersten Male alp Vertreter des Geschäftsausschusses erschienen ist und an Stellendes leider zu früh heimgegangenen Br. Joachim, dessen auch die Jugendsehrifteu Kommission in W ehmut gedenkt, das Dezernat für die Jugendliteratur bei den Organen der Grossloge freundlichst übernommen hat. Br. Elbogen spricht die Hoffnung aus, dass die Jugendschöffen-Kommission durch den Dezernenten in engerer Fühlung mit der Grossloge bleiben und von ihr manch wertvolle Anregung empfangen werde. Hierauf erstattet Br. Elbogen Bericht über die Tätigkeit der Kommission im letzten Jahre. An die Gros«loge. so führte er ungefähr aus, treten von Brüdern und N'ichtbrüdern Gesuche um Subventionen heran, Gesuche um Förderung und Verbreitung von Werken, die nicht immer a limine abgewiesen werden können. Jn solchen Fällen befragt die Grossjoge die Kommission um ihr Gutachten. So z. B. geschah es bei mehreren Schriften, bei dem Antrage auf Einsetzung einer literarischen Ueberwachungskommifsion für alle Neuerscheinungen, die zu Juden und Judentum in irgend welcher Be"- ziehung stehen, ferner bei der Anregung auf Herausgabe einer Zeitschrift für Gefangene, Soldaten und Kranke. Die zu subventionierenden Werke und die von der Grossloge überwiesenen Fragen haben die einzelnen Mitglieder der Kommission beschäftigt, ohne dass weitere Kreise davon Kenntnis erhielten. Die Erledigung des allen Preisausschreibens fand gemäss den Beschlüssen der letzten Sitzung statt (vgl. Monatsbeiicht 1908 No. 12). Kurz darauf war die Kommission durch die Spende eines Br. der Berthold Auerbach-Loge in der Lage, ein r.eues Preisausschreiben zu veröffent-

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