Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 12 - Dezember II · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 12 - Dezember II
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028974-6074184--1403-4865535
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

in deren Verwaltungen unsere Bruder sitzen, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, mit dem wir auf wissenschaftlichem und soz-ialem Gebiete seit Jahren arbeiten, sowie die übrigen grossen Hilfsorganisationen, mit denen wir liiert sind, werden uns mit ihrer I eilnahme und .Mitarbeit sicherlich unterstützen, und es wird uns gelingen, unseren alten Grundsatz in dieser Frage zur Geltung zu bringen: Arbeit, nicht Almosen. Zum Schlüsse möchten wir noch an den schönen Sinnspruch Abraham Tcndlaus erinnern, der als Wandschmuck in den Räumen eines jeden Arbeitsnachweises, dienen kann, und der lautet: ▼ ..Löblich ist's, des Armen Herz durch milde Gab' erfreuen. .J ' Löblicher, vertrauensvoll das nötige ihm zu leihen: * Doch am löblichsten, die Möglichkeit ihm zu gewahren, Redlich sich von seiner Hände Arbeit zu ernähren . i Unsere Kulturarbeit in Palästina und die jüdische Zentralbibliothek in u Jerusalem.*) Von Br. I. Press, Seminarlehrer-Jerusalem. Jeruscholajim - Loge. Palästina, ist jn neuerer Zeit wie kaum ein anderes Land in den Vordergrund des öffentlichen Interesses getreten, nicht allein in jüdischen Kreisen, sondern auch bei den christlichen Konfessionen der meisten zivilisierten Völker. Es ist heute nicht mehr das . sagenumwobene Land, die Sehnsucht der Frommen: es ist das Objekt praktischer Tätigkeit und praktischer Ziele geworden. Wer im Lande wohnt und für den EntwickelungsprozesS ein offenes Auge hat, dem wird es nicht entgangen sein, welche Anstrengungen die europäischen *.) Der Vortrag des Br. Dr.' Nathan, den wir al> Hfilage zu dem Monatsberichte Nr 8 im Septembor d. veröffentlicht haben, hat uns mit den jiid. l->/.iehungs- Problemen im Orient bekannt gemacht. Im Anschluss hieran bringen wir diesen Artikel *'on finem Br. der Jeruscholajini-l >J», aus_dem wir ersehen, dass unsere Logon überall l.tfcräftig mitarbeiten, wo es sich darum handelt, uimere . Glaubeni-genossen zu veredeln, sitsozial und geistig auf ein höheres Niveau zu bringen. Das Red.-Korrf. Nationen maohen, ihren Einlluse daselbst-zu vergrößern. Landwirtschaftliche Siedelungen und Handel einerseits. Missionsanstalten,-" Klöster, Schulen. Bibliotheken und ähnliche wissenschaftliche Institute auf der andern Seite sind wesentliche Faktoren, welche diese- Bestrebungen in liohem Masse iördern, die alle auf dasselbe Ziel hinauslaufen, die Machtsphäre des-betreffenden. Staates zu erweitern und sein' politisches Anrecht auf das heilige Land zu verstärken. Mit ihren Missionsschulen dringen die Völker in die kleinsten Städte und entlegensten Dörfer, und mit ihrer Si'räche nötigen sie den Bewohnern ihre Kultur auf. Durch die Unterhaltung wissenschaftlicher Institute, durch Ausgrabungen und Erforschung des Landes und seiner Geschichte heben sie ihr eigene* Prestige im Lande und ausserhalb desselben. Die>er Wettbewerb der Völker in unserem angestammten Heimatlande hat uns den Weg gezeigt, den wir gehen sollen, wenn wir in der Kulturarbeit im heiligen Lande nicht hinter den anderen zurückbleiben wollen. Man soll in Palästina nicht allein die Kranken heilen, die Toten begraben. Schwärmer und Träumer Unterbringen: man soll dort auch den körperlich. Gesundenhelfen, den Entwickelungskräftigen die Mittel an die Hand geben, sich zu bilden, um einer'neueren besseren Zeit entgegenzugehen. Hebung der sozialen Lage durch Förderung der Kultur, durch die Pflege unserer kostbaren geistigen GKiter ist das Losungswort geworden. Daher regt sich jetzt dort ein neuer Geist. ein frischer Hauch durchwelit die Gemüter der jüdischen 'Bevölkerung. Sie löst Bich allmählich los von den Banden d#r ,,L'halukkah" in den Städten, von dem Unterstützungssvstom und der Bevormundung in den Kolonien und ruft nach Bildung. Fortschritt, Arbeit. Es bricht eine neue Periode des Aufstiegs für sie an. >-..'- Die Grundlage einer jeden Kultur ist die Schule. Hier inusste daher die lieformarbeit einsetzen.. Seitdem die alten Administrationen in den Kolonien der Selbstverwaltung gewichen sind, bestreben sich die Kolonisten, soweit es beim Mangel geeigneter Lehrkräfte möglich ist, die Sohulen zu reorganisieren und den Unterricht rationell zu gestalten. Das grosszügige Erziehungs- und Schulwerk des HilfsVereins der Deutschen Juden, das immer weitere Kreise — l«w —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.