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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-01-01 · Nr. 11 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 11 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 11
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Seelenadel und sittlicher Gesundheit, sie entspringen aus dein Verlangen nach reinem Menschentum, allgemeiner Duldung und werktätiger Menschenliebe, die zu ihrem unveräusserlichen Rechte kommen müssen. Auch dieser Ideengehalt des Ordens muss ihn ganz durchsetzen, soll er ein empfängliches und opferfreudiges Mitglied unseres Bundes sein. Für den Bruder hat die Loge die Bedeutung einer Lebensschule, in der erleruensoll, sein Leben sitflich und sozial zu gestalten, sich eine sittliche Weltanschauung, sittliche Grundsätze lür die Lebensführung anzueignen, mitzuarbeiten an der Vervollkommung der Menschheit. Ls erwächst ihm aus seiner Zugehörigkeit zum Orden die heilige Verptlichtung, sich mit den Zwecken und Zielen des Ordens, mit seiner Geschichte und seiner Organisation durch eigene Arbeit vertraut zu machen und an den Arbeiten der Loge sicli rege zu beteiligen. Es erwächst ihm auch die Pflicht zu ernster Selbstprüfung, Selbstzucht und Selbstbeherrschung ins den Konflikten des Lebens. Wir müssen uns selber kritisch betrachten lenit?fl*lLthische Grundsätze, sittliche CharWIfSrTnTdung müssen unser Leben erfüllen, die Richtschnur unseres Lebens-; wandels bilden, das Leben, das so konfliktreich ist, mit seinen tausend Hemmungen sittlich zu überwinden. Wir wollen uns zum Rflichtbewusstsein erziehen, wir wollen in klarer, folgerichtiger . Belehrung auf die edleren Regungen der Menschen einwirken und dadurch unser Ordenswerk dem Herzen naher bringen Dafür muss der Bruder an sich, an Anderen, mit Anderen unausgesetzt arbeiten, und darf sich nicht zu vornehm dünken, dass an ihm nichts zu bessern sei, sich nicht zu gi ring achten, dass er die Stufen der Yersittlkhung nicht erklimmen kann. Ernste, sittliche Arbeit auf allen Gebieten d< s Lebensist dem Bruder unerlüssliche Pflicht, in unverwüstlichem Optimismus soll er an den Sieg des Guten, Wahren und Schönen glauben. .Diese Lehre erwartet den Bruder in unseren Tempeln. Diese Beeinflussung geschieht auch durch Beispiele und Symbole. B Von der nützlichen Wirkung des Heispiels bin ich überzeugt. Gottlob haben wir eine grpsse Zahl von Brüdern, die durch einwandfreien Lebenswandel, Charakterstärke sittliche Auffassung als hervorragende Persönlichkeiten einen stillen und mächtigen Linfluss üben, zu denen wir emporsehen' voll Verehrung und Zuneigung. Müssen wir noch Symbole haben: Sind die so notwendig, dass man einen so grossen Wert-auf sie fegt? Sind Symbole nicht etwas fremdartiges, unverständliches: Andere sehen darin etwas mystisches, das einem Aufgeklärten unangenehm ist. Haben Sie irgend welche Gewähr, dass mancher von uns sie nicht mit einem gewissen Spott belächelt? Ist es nicht zum mindesten gestfgt überflüssig, erwachsene, gebildete Menschen mit Symbolen zu belästigen? Müssen sie nicht solche Symbole als leere Formen betrachten? Halten die modernen Menschen die Symbole nicht für etwas Ueherwundenes? A Ich wundere mich von'fbnen, einem akademisch gebildeten Mann, dass Sie den wahren Sinn di r Symbole nicht erfassen. Unser Verkehr, unser geselliges Zusammenleben braucht täglich und stündlich symbolische Merkmale. Die Symbolik hat tiefe Bedeutung und Bedeutsamkeit. Die Symbole drücken in stummer Sprache aus, was das Gemüt bewegt. Der Gruss, der Händedruck des Freundes, die Umarmung der Kinder sind doch nichts anderes als Symbole. Keine Religion entbehrt der Symbole, in denen wohl ein mystischer Zug stecken mag. Bei uns ist das nicht der Fall. Bei uns bedeutet symbolisch gleich cbarakteristisch, die Symbole sind ein sichtbares Zeichen unserer Zugehörigkeit, sie sollen uns jederzeit erinnern, dass wir Ordensregeln besitzen und befolgen sollen Sie sind nötig, helfen die Ordnung aufrecht halten, hemmen das Regellose. Sie sind in moralischem Sinne aus-' zulegen. Daher sind sie-deu.tungsfähig. Das werden Sie auch bemerkt haben, - wie verschieden unsere Symbole erklärt ^werden,1* wie jeder sieh bemüht, einen schönen,, ethischen Sinn den Symbolen beizulegen Sie gewinnen mehr durch das, was in sie hineingelegt wird, i Sie sind durch und durch moralische Merkzeichen. Sie helfen unsere Brüder zu erriehen zur Ruhe, zum Anstand, zur Selbstbescheidung, zur Selbstbeherrschung. V B. Dann sollte man von Aufsichts wegen darauf dringen, dass die Symbole und Zeichen von Allen beachtet werden. Man soll die Brüder andauernd belehren über ihre Bedeutung und Notwendigkeit. Wie häufig geschieht es, — 27 —

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