Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 11 - Dezember
- Date
- 1908-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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geschaffen, und besonders die kleineren Logen in ihrer Tätigkeit gefördert werden könnten, nur gphen die Ansichten darüber auseinander, ob es nicht ratsam und zweckmässig sei. auch Logenvjerbände zu bilden. — Unter dem Hinweis darauf, diass diese Frage bereits durch die letzte Vollversammlung der Grossloge erfedigt und im $? n> der allgemeinen Gesetze für die Logen des VlII. Distrikts bereits geregelt sei, beschliesst die Versammlung gemäss dem von Br. Stein gestellten Antrage: i „Das General-Komitee hält es für angezeigt, dass der Yieschäftsausichuss die Initiative ergreift, benachbarte Logen gruppenweise zu Logentagen zusammentreten zu lassen, um eine gegenseitige Förderung des Logenlebens und der Logeninteressen herbeii zuführen."' Der weitere Antrag: „Sofern sich hieraus die Bildung von festen Logen verbänden ergeben, soll diese Organisation! gefordert werden - , »•ird zurückgezogen. t \ Von der Distriktsgrossloge zu Cincinnati i|ns eine Anregung zu auf Einsetzung eines Öffentlichen „Bnei Briss-Tages", der zu einer bestimmten Zeit von allen Logen des Ordens festlich begangen werden soll. Eine solche öffentliche Ifeier sämtlicher Logen sei nach der Ansicht jener Distriktsgrossloge als ein gutes Propagandamittel Anzusehen, da bei derselben nach aussen dargetan werden könnte, was der Orden anstrebe und leiste. Hierüber referiert Br. Bergel und gelangt zur Ansicht, dass es sich nicht empfehle, er Anregung Folge zu geben, da für Deutschnd dieses Mittel wenig geeignet erscheine. Ausserdem werde zufolge einer früheren von der Grossloge für Deutschland gegebenen Anregung von einigen unserer Logen der 13, Oktober, der Stiftungstag unseres Ordens, in engerem Rahmen gefeiert. Diese Einrichtung allgemein ^m deutschen Distrikt wieder aufleben zu lassen 4ei ratsam und zweckmässig. Den Ausführungen des Referenten wird allseits zugestimmt. Mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit müssen die Punkte der Tagesordnung; 1. Errichtung von Arbeitsnachweisen an Logenplätzen, Referent Br. Dr. Ginsberg; 2. Wie soll die Propaganda gestaltet werden, Referenten BBr. Peiser und Dr. Metzenberg; 1 Rituelle Verpflegung Lungenkranker in einer Lungenheilstätte, Referent Br, Dr. Metzenberg; vertagt werde«. Um 51/. Uhr schliesst der Gross-' Präsident' die Sitzung. Die neue Kirchenverfassung der Israeliten in Württemberg. \ Besprochen von Expr. Br. Dr. Gunzenhauser. Der .Entwurf einer neuen Kirchenverfassung der israel. Religionsgemeinschaft", welcher im Juni d. J. von der Wüsttembergischen Oberkirchenbehörde veröffentlicht wurde und vielfach in der jüdischen Presse Deutschlands und in der württembergischen Presse im allgemeinen kritische Besprechungen erfahren. halt, bildete auch das Thema eines Vortrages, welchen Expr. Br. Dr. Gunzenhauser in einer der letzten Sitzungen der Stuttgart-Loge gehalten hat. In der Einleitung gab der Redner eine geschichtliche Entwicklung des Schicksals der früheren Entwürfe aus den Jahren 1848 und 1869, wies nach, wie die letztere an sehr unlieben Zwistigkeiten, die sich über die Einführung und Ausübung von Zeremonien entsponnen hatten, zu Grunde ging und warnte davor, den gegenwärtigen Entwurf wieder an solchen Differenzen scheitern zu lassen. Redner legte dar, dass die beiden extremen Richtungen sich merkwürdig berühren in dem einen Punkte, möglichst wenig staatliche Aufsicht und Zwang zu haben, den Gemeinden möglichste Selbstständigkeit zu verschaffen. Demgegenüber stellte er fest, dass der Zusammenhalt in Württemberg gerade durch die Art der Gesetzgebung, die Organisation unter einer staatlich geleiteten und anerkannten Oberbehörde aufrecht erhalten worden sei, und dass die Gefahr der Zersplitterung und des Sektenwesens die Folge der Preisgebung dieser Verfassung mit Sicherheit bilden würde. In einem geordneten Staatswesen müsse auch die kirchliche Verfassung organisiert und geordnet sein; wollte man hierauf verzichten, so würde das kleine Häuflein der Israeliten in Württemberg (etwa 12000 Seelen gross) bald zusammenfallen.; - 162 —