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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 11 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 11 - Dezember
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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hing mit Amerika zu behalten, der Umstand, dass wir auf den Schultern der voraufgegangenen Brüder stehen, die Tatsache, dass es für unsere Glaubensbrüder noch unendlich viel zu tun gibt. Aber — und damit konstatieren wir freudig, was schon im Monatsberichte (190*. Nr. 5) vom Br. Landsbarg hervorgehoben wurde — eino so tiefgehende Verschiedenheit zwischen beiden gekennzeichneten Anschauungen besteht garnicht. Sie bestände nur dann, wenn wir als jüdischer Orden gezwungen wären, ausschliesslich für Juden und jüdische Zwecke tätig zu sein. Wohl stehen uns jüdische.'Zwecke in erster Reihe. Aber sie erscheinen uns nicht als letztes Ideal. Wiederum lehrt uns unser Historiker an den verschiedensten Stellen seines Werkes, dass wir selbst" zu guten Juden unddadurch zu guten Menschen werden sollen, dass wir auf Juden und dadurch auf die Menschheit einwirken sollen. Und sind wir auch, ein jüdischer Orden in diesem Sinne, so dürfen wir uns immerhin einen ..Orden", einen Verein besonderer Art. nennen. Es gibt, wie Br. Gross in dem erwähnten Monatsbericht S. 06) ausführt, keinen jüdischen Verein, dem ein s<j> hohes Ziel gesteckt ist; wie es uns stets vor Augen sein soll, in letzter Liuie Menschen zu erziehen und für die Menschheit zu schaffen. Als ein solcher jüdischer Orden richten wir keine Schranken gegen andere auf, schliessen wir uns nicht ab. Gegen diesen Vorwurf hat uns unser Grosspräsident in neuerer Zeit wieder einmal in einer anlässlich der Installation der Moritz-Lazarus Loge gehaltenen *Rede (vgl. Monatsbericht 1008 Nr. 7.) verteidigt. Von Abschluss, und Schrankenerrichtung kann da nicht gesprochen werden, wo schrankenlose Menschenliebe das Endziel ist. Und wenn wir dieses Ziel vorbereiten durch Erreichung vorläufig noch näherer Zwecke, die von anderen nicht gepflegt werden, so unterscheiden wir uns von den anderen, die nach dem gleichen letzten Ziele streben nur durch den Weg, auf dem wir vorgehen. Die Tätigkeit in einem jüdischen Orden schafft also eigentlich gar keine Schranke zwischen uns und unseren andersgläubigen Mitbürgern. So erfasst gibt es keinen Gegensatz, wir sind ein , jüdischer Orden'- und ein ,,< >rden jüdischer Männer'" zugleich. B W. 111. Sitzung des General-Komitees, Berlin, den 15. November [908, In dieser Sitzung war eine last übergrosse Tagesordnung'zu erledigen, was ganz erklärlich ist. da seit der vorhergehenden Sitzung des General Komitees fast 6 Monate verstrichen war$n. Von den Mitgliedern fehlten einige, die ^m Erscheinen durch Krankheit behindert waren, darunter auch Br. Joseph Wisloch, der bisher während seiner 1 1 jährigen Zugehörigkeit zum General-Komitee immer an den Beratungen dieser Körperschaft teilgenommen hatte. Vor Eintritt in die Tagesordnung registrierte der Präsident die wichtigeren Ereignisse seit der letzten Sitzung des General-Komitees; er widmete " namentlich den bisher verstorbenen Expräsidenten herzliche Worte des Nachrufes und führte die I alle auf, welche der Grossloge sowohl bei traurigen als auch freudigen Ereignissen Anlass zur Betätigung ihrer Anteilnahme geboten hatten. Durch den Tod des Expräsidenten Br. Joachim ist eine Vakanz sowohl im Geschäftsausschuss als auch im General-Komitee eingetreten. Zum Mitgliede des Geschäftsausschusses wurde Br. Dr. Metzenberg einstimmig gewählt, dagegen die Wahl eines Mitgliedes zum General-Komitee noch ausgesetzt. da verschiedentliche diesbetreffende Vorschläge an die Grossloge gelangt sind, worüber sich zunächst der Ausschuss schlüssig werden muss. Ffjr die jüdische Toynbee-Halle in Berlin wird auch pro 1908/09 ein Jahresbeitrag von M. 300 bewilligt, und zwar vornehmlich aus Pietät für Br. Joachim, dem die Eirichtung der Toynbee-Halle zu danken ist und der dieselbe bis zu seinem Tode geleitet hat. Ein Gesuch um Bewilligung eines Beitrages zu Gunsten der Abgebrannten in Donaueschingen war 's. Z. vom! Geschäftsausschuss dem General- Komitee zur Entscheidung überwiesen worden. Seitdem 'sind für Donaueschingen sehr beträchtliche Summen aufgebracht worden; die Mitwirkung der Grossloge erschien dem General- Komitee deshalb nicht mehr erforderlich. Dagegen wurde einstimmig für die heimgesuchten Familien bei dem Grubenunglück in Kadbod eine Unterstützung von Mk. 500 gewährt mit der Massgabe, dass dieser Betrag ohne Verzögerung an den Oberbürgermeister in

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