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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-12-01 · Nr. 11 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 11 - Dezember
Date
1908-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Ich will noch hinzufügen, dass, obwohl die Aufgabe schwierig und mühselig ist, starker Wille und gegenseitige Hilfe sie gewiss lösen werden; ich spreche mit vollem Vertrauen die Ueberzcugung aus, dass kein edler Jude bei dieser Arbeit fehlen wird; ein jeder wird nach Möglichkeit beisteuern und bald wird der Augenblick kommen, in welchem nicht nur in geographischlokalem Sinne, sondern auch in ethischer, ökonomischer und sozialer Richtung die Ghettos der galizischen Juden verschwinden und die Losung dieser Frage der.Geschichte angehören werden. Waldschulen. Von Br. Sanitätsrat Dr. Schäfer (nach seinem in der Montefiore-Loge gehaltenen Referat.) Während beim Impfzwange und dem Zwange, der militärischen Pflicht zu genügen, der moderne Kulturstaat alle Vorkehrungen trifft, um die von aiesen Pflichten betroffenen vor Schaden zu bewahren, welche aus der Ausübung dieses Zwanges hervorgehen könnten, ist beim Schulzwang die Frage, ob den Kindern daraus dauernder Schaden erwachsen könnte, anfänglich kaum gestreift worden. Erst ein hervorragender Glaubensgenosse, der Augenarzt Dr. Herrmann Cohn in Breslau, hat den Nachweis geführt, dass mit der zunehmenden Zahl der Schuljahre eine zunehmende Zahl von Kurzsichtigen zu linden ist und dass somit augenscheinlich der Schulbesuch einen dauernden Schaden für das kindliche Auge herbeiführt. Hiermit war der erste wissenschaftliche Xachweis eines nachteiligen Einflusses geliefert, den der Schulbesuch ausübt und der erste Schritt getan ai£ dem Wege zur modernen Schulhygiene, welcher wir es zu verdanken haben, dass an Stelle der alten, niedrigen mangelhaft beleuchteten und schlecht ventilierten Schulräume mit ihren unangemessenen Schulbänken jene herrlichen Schulpaläste getreten sind, in denen weite, luftige Korridore die Schuljugend aufnehmen, sie in hohe, der Schülerzahl angepasste, vorzüglich geheizte und ventilierte Räume geleiten, in die breite Fenster ein Meer von Licht hineinfluten lassen, in denen der Grösse der Kinder entsprechende Schulbänke vorhanden sind etc. Hat durch die Fürsorge für die hygienische Gestaltung des Schulhauses und des Unterrichtes der Schulzwang nunmehr jeglichen nachteiligen Einfluss auf die Gesundheit unserer Kinder eingebüsst? Leider muss diese Krage mit „nein" beantwortet werden. — Beobachten, wir die kloinen Sehulrekruten in der ersten Wtxhe ihres Schulbesuches genauer, so. finden wir. dass bei der überaus grossen Mehrzahl durch djo veränderte Lebensweise, die verminderte Bewegung und die psychischen'Eindrücke ßev Schule oino Trägheit der ' Verdauung, Verminderung des Appetites, unruhiger Schlaf und ein allgemeines Mattigkeitsgefühl mit Abnahme der körperli« lien und geistigen Regsamkeit sich einstellt". Der kräftige, elastiiehe jugendliche; Organismus passtsich indessen sehr bald den .veränderten Verhältnissen an und alsbald kehrt Appetit. Schlaf und Frische wieder. — Wie aber, fragt der .Vortragende, wenn Kummer und Not alltäglich an die Türen der elterlichen Wohnung klopfen, wenn Mangel und Sorgen tägliche Hausgenossen sind.' wenn vorangegangene .-Krankheiten den kindlichen < »rganismus geschwächt, wenn Skrophulose nnd Rachitis die jugendliche Regenerationsfühigkeit beeinträchtigt Haben? Alsdann wird die Schule die Gesundheit des Kindes noch Weiler schädigen, so dass es nach kurzer Zeit vorübergehend den Schulbesuch aussetzen muss, um nach einiger Besserung des Beiindens siel von neuem den Schädigungen auszusetzen: o wiederholt sich das Spiel, das an dem Marke der Kinder zehrt, immer wieder: das Kind bleibt sitzen, büsst hierdurch von neuem an Arbeitslust^ ein und geht körperlich und geistig rückwärts] Um diesen Schäden abzuhelfen, hat man bisher nur ein Mittel „gekannt, die Ferienkolonien. Inj dessen so segensreich diese Institution für einq grosse Anzahl von Kindern gewirkt hat. so wenig vermag sie für die eben geschilderten Kinder zu leisten. Wie sollte auc h eine Erholung von vier Wochen all diejenigen Schäden hinwegfegen, welche Jahre schmerzlichen Entbehrene dem kindlichen Organismus Aufgeprägt haben? Wohl vermag ein Aufenthalt von vier Wochen an der See oder im Gebirge "das;, Aussehen dep Kindes zu bessern, sein < .ewicht um einige Pfund zu erhöhen, seine Warigen ein wenig zu röten, und wir freÄen uns an .dem verhältnis- » * ' ' » I ' mässig vortrefflichen Aussehen unserer Schützlinge bei ihrer Rückkehr in die Heimat, indessen — nach kurzer Zeit ist die Ferienschminke be-

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