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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 10 - November
Date
1908-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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<lass dieser .fortwahrende Konkurenzkampf Seele ind Geist des Juden aufreibt, ihm im Hasten ind Jagen nach Verdienst keine Rulje lässt — blind macht für Alles, ' was mit Gewinn nicht in Unmittelbaren Zusammenhange steht und Gewinnsucht zum Charakter-Merkmal des Juden macht. Die Landwirtschaft kennt '— es liegt das in (hrem Wesen — keine Konkurrenz, ein jeder bearbeitet und bewirtschaftet nach Möglichkeit mit seiner Familie seia abgegrenztes Stück Land, Welches ihm von niemandem bestritten werden kann, preist den lieben Herrgott, und erwartet die Früchte ■ seiner Arbeit. -Ein Höker, der den linderen ein" Huhn oder ein' Dutzend Eier kaufen hiebt, eilt gleich zum verkaufenden Bauern und bietet mehr, woraus für den Produzenten ein Iganz unerwarteter Gewinn zu Ungunsten der Käufer erwachst. Wenn wir nun unser Augenmerk jenen Berufen zuwenden, zu welchen akademische Bildung notwendig ist. können wir nicht umhin zu konjstatieren. dass im Verhältnisse zur Gesatntziffer;der Einwohner die Zahl der betreffenden Perbonen fast dreimal grösser, ist, als es dem pro' izentuellen Verhältnisse der Juden zur Gesamtjbevi'ilkerung entsprechen würde. Man kann sich; leicht vorstellen, was für eine Konkurrenz unter den ^Juden, welche diese Berufe ausüben, herrschen muss. welche umsomehr die Existenzbedingungen der angeführten Personen erschwert, als sie durchschnittlich eine zahlreichere Familie zu ernähren haben, als ihre christlichen Kollegen-, dass ihre Frauen grössere Anforderungen ans. Leben stellen, , und dass hingegen fast alle Sinekuren sich in sicheren christlichen Händen befinden. » / Die traurigste Rubrik bilden diejenigen* Juden,; welche von Almosen leben oder in Wohltatigkeits- I anstalten untergebracht werden, sowie auch die ' beschättigungslosen Juden, die sogenannten Luftmenschen.?' 'j Auf i>»ki Bettler kommen in Ostgalizien über;i * i Juden, entsprechend der Bevölkerung sollten ' es nur MX> sein. Auf I0OO Beruflose kommen I über 450 Juden, wiederum gar 45% statt 10 %• Diese Tabellen sind erschreckend, denn . sie umfassen beinahe 30000 Juden, die nicht wissen, ob sie im Stande sein werdeir, sich den Bissen Brot zu verdienen, ob sie sich ein Lager für die 1 Nacht werden'erbetteln können. Es ist schrecklich, sich zu vergegenwärtigen, dass es in Galizien über 25000 Juden (Luftmenschen) gibt, welche zuweilen sogar gut ge kleidet auf den Strassen herumhungern und bei welchen man kaum erfahren kann, woher sie ihr Dasein fristen, da sie selbst keine blasse Idee davon haben. — Hand in Hand mit der Bauernemigration, mit der Anwendung der Wuchergesetze und ihrer Ausdehnung auch auf den Ver mittler, der sein Giro gibt, parallel mit der Tätigkeit der von Landesmitteln unterstützten Ackerbauvereine« (sog. kolka rolnicze) in demselben Masse als Personalkredite für den kleinen jüdischen Gewerbetreibenden geringer werden, in demselben Verhältnisse wachsen die Reihen de*r eben geschilderten Personen. Diese Scharen bilden desto grössere Gefahren für die jüdische Gesellschaft, als sie, eingedenk ihres früheren, besseren, höheren Standard of life<: sich schwer in ärmlichere Verhältnisse fügen, * und immer am Rande des Abgrundes zum Verbrechen schweben. Und von dieser abschüssigen Bahn ist die Rückkehr schwer. Wenn solch einer sogar arbeiten -möchte, ist er dazu nicht geeignet, weil er keine Fachausbildung genossen hat; weil seine Glaubensgenossen hierlands über keine entsprechende Organisation für Arbeitsvermittlung verfügen; ausser Landes bereitet ihm wieder die fremde Sprache Schwierigkeiten In sonderbarem Kontraste mit diesem beklagenswerten ökonomischen Zustande der Juden stehen die Ziftern, welche die Höhe der von den galizischen Juden entrichteten Steuern angeben. Einzig und allein die Stadt Krakau weist eine im Vergleich mit den Juden grössere Zahl Christen auf, die eine Steuer über 100 Kr. jährlich entrichten. In anderen galizischen Städten übersteigt die Zahl der jüdischen Steuerzahler, die mehr als IO0 Kr.- pro Jahr entrichten, diejenige der Christen um ein zwei- und dreifaches und in Städten wie Grodek, Kolomea um ein vierfaches. Nur in den zwei untersten Kategorien des Ausmasses der Einkommensteuer übersteigt die Zahl der Christen die der Juden, aber nur in den absoluten Ziffern, nicht aber in den prozentuellen Tabellen, welche das Verhältnis der Gesamtheit der Christen zur Gesamtheit der Juden berücksichtigen. Es ist absolut, unmöglich und ganz ausgeschlossen, dass die Steuertabellen der Juden ,' f. ' "'■ "'.

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