Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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P>abbat noch streuhalten . durch Bildung von K'-Ik.i rolnieze christlichen landwirtschaftlichen [Vereinen mit den k.itolickie skepiki katholischen [Handlungen, die Propinationsbestimmungen und pMoriopolisieruhg des Salzhandels den dort ohnedies in X"t lebenden Juden die Erwerbsquellen um'mer mehr zu .verstopfen und sie in eine um!s" drückendere Lage zu bringen. Tausende von jnden nagen tatsächlich am Hungertuche, wandeln w ir Schatten auf den Strassen umher und warten Idarauf, dass .Gott ihnen wie in der Wüste Manna voim ^Himmel -fallen Hesse.1, Was Wunder dass bei iiescr drückenden Armut auch die Erziehung der Kinder viel zu wünschen übrig lässt. und die Föchter der armen, und ärmsten Klassen den Vorspiegelungen und Lügen der .Madchenhändler Gkmben schenken. * und wie die unvernünftigen Geficdertierchen selbst ins Netz gehen, das ihnen in böser Absicht ausgespannt wird. Hie krankhaften Erscheinungen dos Mädchenhandels, die in Galizten sich zeigen, haben, wie Br. Bergcl einmal treffend sagte, ihre Wurzeln in der m jenem unglücklichen Lande herrschenden Armut: die Distelblüte des Mädchenhandels hat ihre Nahuig in "dem Sumpfboden des Elends und dieser Sumpfboden müsste trocken gelegt werden. Wohl haben die Logen und andere Hills- Organisationen .-ic!i Mühe gegeben und Opfer gebracht das Elend der galizischen Juden zu lindern, aber .es fehlten ihnen bisher die Vertrauensmänner im Lande, die ihnen mit ihrem Rat und mit der Kenntnis der Verhältnisse hatten zur Seite stehen rtiüssen, , Wir kennen es daher mit Freuden begrüssen. dass -ich eine Landesorganisation gebildet hat. mit dem Ziele, die dortigen Juden zur Selbstilte aufzurufen. Diese Organisation nennt sich Hilfsverein für galizische Juden und hat ihren S~:t/ in Kolonie», einer Stadt, die unserem Distrikte nicht unbekannt ist. da dort seit einer Reihe v.>n Jahren unser Br'. Manuel Schwarz von der Berthold Auerbach Loge das Wesen der Haus-' indnstrie nach Kräften fördert. An der Spitze dieses Hilfsvereins sfeht Br. I leinrich Nikolaus Landau in ~ Kohwieat, Mitglied der Leopolis- Lrtge »n Lemberg, der, wie es scheint, der geeignete Mann ist. das galizische Hilfswerk vorwärts zu bringen. Möge er nun, in seinem uns über sandten Referate zu Worte kommen. 1*\ > ',vli.it, t,lf»i:It1 .i.tL Z..iliJui: MltU'ihlligtll gali/' I».i1j--v;i: | »u- Juden in ■ 'e-terrei-h. Zeitschrift lür Demographie Galizischer Juden Not- und Abwehr. Referat des Br. Dr. Heinrich Nicolaus Landau, derzt. Präsident des Hilfsvereines für galizische Juden in Kolomea. Teuere Glaubensgenossen und liebe Brüder! Mein Thema veranlasst mich, einige Ziffern und statistische Daten vorauszuschicken, welche die Basis meiner Ausführungen bilden. Ich weiss es wohl, wie ermüdend Zahlen wirken, darum bitte ich sehr um genaues Prüfen der Ziffern, welche anzuführen ich im Begriffe bin. Ich bitte um geduldiges Anhören folgender Tatsachen ynd ich zweifle nicht, dass sich dem Bewustsein von dem Elend, dasSie, dieSie als Wohltäter bekannt sind, haben, auch die wichtigere, weil auf wissenschaftlicher Basis begründete. L'eberzeugung beigesellen wird,, dass dem schrecklichen Elend der breiten jüdischen Massen gesteuert werden muss. « »bwohl der Politik fernstehend muss ich hinzufügen, dass ich nicht umhin -kann festzustellen, .dass allen Assimilationstheprien zum Trotz in Gälizien ein spezifisches, jüdisches Elend existiert, das viel zur Separatisierung des Judentums beiträgt. Bei diesen Armen ist die jüdische Sprache wohl das Yiddisch. Das Red Kom. i die, Volkssorache, die jüdische Tradition bildet ihre ausschliessliche Poesie, die jüdische Religion ihren einzigen Glaubenshort.; die gleiche ökonomische und kulturelle Lage schliesst um sie ein einigendes' Band, und alle diese Laktoren zusammengenommen, bilden einen eisernen Ring, welcher das Judentum, als einen Stamm, als ein Volk umgibt, wenn es auch in dem herrschenden Volke in manchen Richtungen ganz aufgellt. — Wir zählen über Sc»i««* < Juden auf galizischen Boden: 1 ,,, der ganzen Bevölkerung sind Juden.* In Westeuropa verschwinden kleine Judenhäunein in der kompakten Masse der Andersgläubigen. Die Wohlfahrt bewahrt sie davor, zur Last zu fallen, das schreckliche Elend berührt bei ihnen nicht so breite Massen wTe bei uns. Der Stempel der Armut zeichnet sie nicht so 'bitter. Hier hungern ganze Proletariatsmassen und wenn ein Unrecht einem Juden in Biala widerfährt, fühlt es empfindlich der jüdische Bruder in Brody. Wir leben unter Slaven! Ob wir mit ihnen leben: Das ist die Frage! Leider nicht! Auch eben fjUtiMischvli Laodtfsaiiiti-», Hand \\ - Dr. Jivel Burek: ml Statistik der luden, Berlin 190S