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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 10 - November
Date
1908-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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j Aufnahme von schwachen Kindern in den Kinderhort. Bei den übrigen ist die Art der Nachpflege nicht angegeben, es wird nur berichtet, dass die ' Frauenvereine oder andere Vereine sich der Kinder annehmen. Immerhin ist die Nachpflege | so wichtig und notwendig, dass sicli dje Logen i mehr damit befassen sollten. Das sollten auch! .diejenigen Logen tun, die selbst keine Ferien- , kolanisten entsenden. Das wäre eine lohnende; Aufgabe, namentlich für die Logen, die keine eigenen Ferienkolonien haben, dass sie den'jü dischen Kindern aus den allgemeinen Vereinen ihre Aufmerksamkeit zuwenden. — Damit hängt die Frage zusammen, ob es notwendig ist, Kinder;. wiederholt in folgenden Jahren in Ferienkolonien I zu seijden Gemeinhin verfolgt man das Prinzip,! jedes Jahr mit den Kindern zu wechseln, die : Wiederholung ist die Ausnahme. Das ist ver- | ständlich, man will in einem gewissen Zeitraum einer möglichst . grossen Zahl Kinder die Wohltat zukommen lassen. Indessen ist nicht zu leugnen, und die F.rfahrung bestätigt es. dass wiederholte Kuren die Gesundheit befestigen. In manchen Genesung» und Erholungsheimen ist es geradezu Grundsatz, schwache abgearbeitete Menschen mehrere Jahre hintereinander aufzunehmen-. Die günstigen Erfolge halten auch länger an. < >b es in diesem Sommer schon so gehandhabt ist. ist nicht ersichtlich. Ich möchte daher diese Sachen den Logen zur Erwägung anheim geben, im nächsten Jahre darauf zu achten. Freilich wird eine systematische Beobachtung der Kinder nach der Rückkehr erforderlich sein, um .Missbräuche zu verhüten In Halbkolonien Danzig, Halberstadt; befanden sich 41 Knaben und 29 Mädchen, wofür 650 Mk. verausgabt wurden. Da nichts Näheres über die Handhabung der Halbkolonien gesagt ist, nehme ich an, dass die Kinder in herkömmlicher Weise an Nachmittag ausgeführt und verpflegt wurden. Mir will es scheinen, als ob es nicht genügen kann, wenn die Kinder nur einen halben Tag in ^frischer Luft sich bewegen. Ks wäre zu erwägen, ob die Halbkolonisten nicht mit voller Tageskost ausgeführt werden können. Ich denke mir die Sache nicht zu schwierig, die Lehrkräfte sind vor-, banden, event. könnte Beihilfe beschafft werden. Auch die Mittagskost läist sich ermöglichen, in jeder grösseren Stadt ist die Möglichkeit ritueller Verpflegung gegeben. Ebenso dürften sich die Kosten nicht erheblich steigern. Meines Erachtens ist es eine reine Organisationsfrage. Die Halb kolonien würden dadurch eine grössere Bedeutung gewinnen. Hamburg hat eine solche Einrichtung, im Jahre 1906 sind 2t>2? Kinder mit voller Tageskost in Halbkolonie verpflegt worden. Von Wanderungen in kleinen Gruppen wird nichts berichtet, sie haben sicherlich nicht stattgefunden. Und doch möchte ich ihnen das Wort reden, namentlich für jüdische Kinder. Ich glaube, es liegt hier ein fühlbarer Mangel vor. Ich w,eiss es aus eigener -Erfahrung und aus der anderer aufmerksamer Beobachter, dass jüdische arme Kinder selten auf Fusswanderungen in der Umgegend grosser Städte angetroffen werden, Und doch ist'nichts geeigneter, die jungen Körper zu stählen und die Gemüter frisch und freudig zu erhalten als öftere Wanderungen in Wald und Flur, mehr noch im Gebirge. Bei der starken Veranlagung zur Nervosität auch bei armen Glaubensgenossen, bei der intensiven geistigen Arbeit, der sich schon die Kinder unterziehen müssen, bieten gut geleitete Muskelübungen im Freien ein starkes Gegengewicht gegen nervöse Ueberreizung und geistige Anstrengung, zu schweigen von dem wohltätigen Einfluss der Wanderungen auf Her/, .Lungen und Blut bereitung, Das wäre so recht eine Aufgabe für Krzieher und Jugendfreunde, mehr wie bisher die Jugend zu Wanderungen heranzuziehen. Ein mehrstündiger Marsch mit den nötigen Ruhepausen leistet vielmehr, als zwei StundenlTurnen in der Woche. Beim Turnen werden die Kinder abwechselnd beschäftigt, die einen turnen, die andern ruhen, beim Wandern sind sie alle gleichmässig tätig. Solche Wanderungen brauchen nicht nur in die Ferien verlegt zu werden, es Hesse sich wohl eine Einrichtung treffen, dass womöglich jeden Sonntag eine Wanderpartie gemacht wird. Unter den Ferienkolonisten befinden ' sich 52 Kinder, für die der volle Betrag gezahlt worden ist, am meisten in Berlin, Das betraf Familien, die infolge verschiedener Umstände an einer Reise mit ihren Kindern verhindert waren, aber doch sie die Erholung nicht entbehren lassen wollten und um Mitnahme gegen volles Entgelt gebeten hatten. Es ist aber kein Unterschied in der Behandlung gemacht worden. Das dart auch nicht anders sein, wenn man den Charakter der Ferienkolonie nicht verwischen oder gefährden

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