Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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schlossenen Kolonien haben den Vorteil der grösseren Uebersicht, besseren Aufsicht und guter Disziplin. Die Kinder erhalten nicht nur bessere leibliche, sondern auch bessere geistige Pflege. Die Konsequenz dieses Systems führte zum Kr werb von eigenen Ferienheimen. Die Loge;) verfügen über; eigene Heime .? von Berlin Kimen und Misdroy), i von Halle [Wittekind . Die meisten Logen bringen die Kinder in Pen sioneh oder gemieteten Hausern unter, die Chemnitzer Loge stellt bei dem Hallenser Heim bin. Die Auswahl der Kinder geschah aus Gründen der Schwächlichkeit und Kränklichkeit; Aufschlössen waren wirklich kranke Kinder, ausnahmsweise waren einige herzkranke Kinder an die See gebracht. Ks muss daran festgehalten werden, dass deren körperlicher Zustand das Zti-_ sammcnleben in der Kolonie nicht erschwert. Alle Kinder wurden ärztlich" untersucht, teils von , ' - " —& Aerzten der Loge oder Vertrauensärzten der betreffenden Vereine. Ks ist anzunehmen, dass. dieselben Aerztc für die Folgezeit die, Kinder unter suchen werden. Sie haben sicherlich so viel Kr fahrungen gesammelt, um einwandfreie Gutachten zu geben. Indessen regt sich vielfach der W unsch, es milchten die Schulärzte die Untersuchungen vornehmen. Mai» geht von der Anschauung aus. dass die Schulärzte die Kinder lange Zeit beobachten und ein zutreffenderes Crteil gewinnen. In vielen Städten, wo Schulärzte angestellt sind, besteht dieses Verfahren. Das mag von Vorteil sein,"' bei uns können wir davon .absehen. Hei der Prüfung der Vermögenslage der Eltern wurde nicht nur auf die Bedürttigkeit gesehen, sondern unter den Bedürftigen wurden die Leistungen in der Schule und vornehmlich das Betragen der Kinder geprüft. Das ist anzuerkennen, es gab au'ch eine Handhabe, gleichmässige Gruppen zu bilden. — Die Prüfung der sozialen Verhältnisse der F.ltern geschah teils durch Brüder, teils durch Komitee-Mitglieder. In 7 Logen haben die Krauen die Recherchen besorgt. Es ist das hoch anzuerkennen und für die Logen eine wesentliche Hilfe. Ich halte die Krauen dazu für besonders geeignet, sie prüfen mit Sorgfalt, Takt und sozialem Verständnis. Es ist zu wünschen, dass die Prüfung überall den Krauen übertragen werden möchte. — Das Alter der Kinder bewegte sich in der schulpflichtigen Zeit vom ö. bis 14 Jahre, eine Loge nahm vom 5. Jahre auf,? Logen gingen übet das 14. Jahr hinaus. Da haben wohl.indi viduelle Momente den Ausschlag gegeben. — Die 4 wöchige Erholungszeit erstreckte sich'über den ganzen Sommer, 16 Kolonien ... nur im Juli. 4 im August, 7 Juni bis August. (\ M.u bis S o tember. Das iiegt wohl an der verschiedenen Anordnung der Ferien, aber, auch an dent 'l.urnu> in den Ferienheimen, die nureine bestimmte Zahl monatlich aufnehmen können'-.; Der Gesundheitszustand in den -Kolonien war "ein gün j stiger, er wird als gut und -ausgezeichnet, ange geben Doch kamen Krankheitsfälle - i or.. Ajjrs ,2 Kolonien wird berichtet, das j Ki.nder'an Seh Irlach, aus einer anderen, dass; Kinder an I hplith. ruerkrankten. Kinder litten an äusseren Krankheit/». Doch können diese Källc das (iesaintroiiltnt nicht ' verschlechtern. Die Erfolge werden insgesamt .als gute bezeichnet, das Aljgenn-mbcjiirdvn hat sich erheblich'gebessert, die Ki.ii.der".sehen Jrisch aus, ihre Stimmung ist eine fröhliche; ihre Bewegungen sind lebhafter. Niehl ■ alle - Berichte | geben die Höhe der .Gewichtszunahme .«f^Jlber Wh sie angegeben ist. kann rii.uf. mit dein Ergebnis recht zufrieden sein; , die Mmde-snzunahine betrug l Pfund, es haben aber auch Rinder bis 5 und i<> Pfund zugenommen. "Das;ijä£ gewiss sehr erfreulich. :, •■ •' r ■ '' ■ * I "*>lndessen soll man sich nicht '\erhdhlen. dass die günstigen Erfolge mehr' -<><ler weniger in i kurzer Zeit verschwinden. Die. Kinder kehren ' in das alte Milieu zurück, "-die Vngunst de» häuslichen Veihältnisse und dei* Mängel an .ms reichender Ernährung üben ihre Wirkung ajis, die: frischen Karben des Gesichties verblassen die Kräfte vermindern sich, die' Spannkraft find die Widerstandsfähigkeit lassen naclY: I »icse Erkennt nis bestellt schon lange, und man/hat. daher" Vorsorge getroffen, dass den lerrenkol««nisten eine Xachpflcge zuteil wird, sei es. dass ihnen Milch oder Schulspeisung gewährt w ird.;sei es, dass sie ärztlich beobachtet oder auf ärztliche Anordnungnoch besonders gepflegt werden.- Im allgemeinen wird die Xachpflege nicht häufig geübt. Bei unseren Kerienkolonien haben; 1; Logen eine Xachpflege eingerichtet, uml zw ar 7lassen die Kinder dauernd durch Acr/lt* oder .-Krankenschwestern beobachten, 'in einem Kalle werden '•■-.-** öfters am Nachmittag Ausflüge gemacht, eine gewährt Milch, eine andere -Mittagskost. Logen unterstützen die Familien, i Logen-bewirken die