Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028974-6074176--1344-4865480
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ganz allein unsernf arbcilstrcudigcn Br. Marctzki, iomtern sagen wir. der ganze VIII. Distrikt sei Mitarbeiter, dann werden sicher viele, wenn nicht i alle Klagen verstummen. Dann wird auch der Verle^enheitswainsch, flic Mitteilungen sollen alle die Gesamtjudenheit betreffenden Fragen behandeln. Neuigkeiten aus iler ganzen Welt bringen und dergl., für immer t erschwinden. . Würde jener Wunsch wirklich aeeeptiert werden, so würden die Mitteilungen wohl verbreitert und verdacht, aber nicht vertieft werden. Mit weiser Selbsbeschränkung haben wir eine Reibe von hochwichtigen'aktuellen fragen nicht jti unser Programm aufgenommen, z. B. die. Bekämpfung des Antisemitismus. Wollen wir diese Fragen hereinschmuggeln durch das Hintertürchen unseres Organs; Wie sollen Fragen wie ' die lieformation des Gebetbuches, des Gottesdienstes, der Leichenverbrennung in den .Mitteilungen beliandelt Werden, und wie soll darüber in den Frnzellogen referiert werden: Als Präsident, der Keine Loge liebt, der ihr den Frieden, und die Eintracht als höchste Guter erhalten will, müsste fcch die Verteilung solcher Blatter sistieren, ich p'tinte keine Referate hierüber halten lassen: kurz, das Logenleben würde auf diese Weise auf das empfindlichste gestört werden. Ich fasse mich als. i kurz zusammen in den Wunsch: das Logen - [organ für die Loge und getreue Mitarbeit [aller Brüder.. . Zur Frage des geselligen Zusammen lebens der Brüder. I Zu dieser Fra^e äusserte sich Br. Sehulhöfer 'in Nr. 7 unseres Logenorgarts. Sein Standipuukt i*t ziemlich radikal und macht ihm Ehre. Wer Br. Schulliöfer kennt, wird sagen*: nur so und glicht anders konnte er schreiben Br. Sehulhöfer ist ein echter Ben Briss: von einem heiligen Ernst für die Aufgaben des Ordens be- L<e©lt, möchte er. dass der Abend, der der Loge ^gewidmet ist', nur den Ideen und Arbeiten der [Loge gehören solle, er möchte daher keine Ablenkung auch nach der Sitzung zulassen, vielmehr solle die Xaehsitzungeine Fortsetzung der Arbeitsloge sein. So ideal der Standpunkt ist. so wird er aber, wie ich glaube, von einem grossen Teil der Brüder kaum geteilt werden. Br. Sehulhöfer dachte wohl-.nicht an den Spruch: „hoino sum; humani nihil a me alienum puto:* .Mensch bin ich; nichts, was menschlich, acht" ich mir als fremd." Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Brüder in unseren Logen auch die Geselligkeit suchen: sie wollen nacli der Arbeitssitzung ein wenig ausruhen, sich zerstreuen und glauben im Spiel mit verwandten Seelen und gleichgesinnten Brüdern die gesuchte Zerstreuung zu rinden. Ob das Kartenspiel wirklich eine Erholung ist, oder vielmehr eine Aufregung, kann ich, da ich keine Karten spiele, kaum beurteilen, aber wenn man sieht, wje jung und alt in den verschieden- >ten Ständen sich dem Spiele widmen, so muss man doch annehmen, dass dasselbe etwas Angenehmes und Anregendes besitzt und dass es den Spielenden ein gewisses Vergnügen bereitet. Selbstvon ernsten und tiefgründigen Gelehrten ist es bekannt, dass sie mindestens einmal in der ___I / Woche zum Spiel sich treffen. Und ein einfaches wenn ich so sagen darf, „keusches-4 Spielen wäre vielleicht ohne Beeinträchtigung und Gefährdung des ernsten Logenabends zu gestatten. Freilich wenn das Spiel ausartet und den harmlosen ('harakter verliert, wenn gegen hohe Einsätze gespielt, oder gar das Glücksspiel bevorzugt wird, und die Gewinnsucht mitwirkt, da müsste von Logenwegen eingeschritten werden Darin wird aber jeder Br. Schulliöfer zustimmen, dass die Höflichkeit gegen Gäste oder gar Delegierte der Gyrossloge durch das Spielen nicht leiden dürfe. Dass diese nicht verletzt wird, dafür müsste der Beamtenrat sorgen. Bei dieser Gelegenheit dürfte es nicht uninteressant sein zu erfahren, wie der bekannte Völkerpsychologe Prof. Dr. M. Lazarus über die Kartenspiele denkt! In seinem sehr lesenswerten Buche über die .,Reize des Spiels" in welchem er die verschiedensten Spiele einer psychologischen Untersuchung unterzieht, erinnert er an den Philosophen Leibniz. der von den Spielen meinte, sie seien der Aufmerksamkeit des Philosophen wert. .,weil sie das Denken befördern.'- Ferner zitiert Lazarus am Ende seiner Ausführungen das englische Sprichwort: ,,A11 work and no play makes Jack" a dull boy. Immer nur Arbeit und kein Spiel macht aus Hans einen dummen Jungen" und spricht in einem besonderen Kapitel über ,.die moralische Würdigung der Spiele.-' Hören wir, was dieser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.