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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Gesamtarchiv durchzusetzen, brachte nicht den erwünschten Erfolg. Ho I fen wir, dass das Beispiel, ijn welclier Weise das Gesamtarchiv die Akten zum Leben erweckt, besser wirken wird, Festansprache zum 20. Stiftungsfest der Rheinland - Loge von Hr. Rabbiher Dr. Kosenthai, Göln. »Dii.- wahre, die tätige, pioiluktixc Frvundfcchftlfl lie«telit il.irin, dM8 wir gleichen Schritt im Leben hallen, das« Kr meine Zvuvkt liilligt, ich die "einigen, und das» wir m> unverrüVkt /.u«.immen fortgehen, wie aueli son-t die Differenz unserer Denk- und I .el>en«wei«c «ein .....ge (G8ihc, Sprüche in Prosa). Lassen Sie mich, (Würdiger Präsident und werte r.) Brüder, mit diesem Spruche des Altmeisters meine kurze Fest-Betrachtung zur 2(). .Wiederkehr des Gründungstages unserer Loge beginnen'. Er ent hält nach meinem Geschmack ausserordentlich viel von dem, wasl'eirte Veranlassung, wie die heutige, in einem Kreise, wie dem unsrigen, zum deutlichen Bewusstsein zu bringen geeignet und berufen ist. Kr spricht von der Freundschaft und wie sie Dauer gewinnen kann. Wir feiern heute das 21 v Stiftungsfest eines Bundes, in dem wir uns nicht nur Freunde, in dem wir uns Brüder nennen., Unsere Freundschaft hat Dauer gewonnen: sonst würde {ms die heutige Stunde nicht miteinander vereinigt haben. Und ich glaube, dass wir diesen Tag nicht festlicher begehen und unserer Freundschaft kein besseres Zeugnis;ius stellen können, als durch ihre Erprobung auf das Göthe'sche Wort, mit dem ich begonnen habe. >Wahre, tätige, produktive Freundschaft — ich meine, dass unsere Beziehung, wie sie sich in nunmehr 2< Jahren entwickelt hat, diese Bezeichnungen verdient und ihren Anforderungen gerecht wird. Unse,r Verhältnis zu einander ist .wahr, ehrlich lind ' aufrichtig; ich sage nichts Ueberschwengliches, wenn ich behaupte, dass wir nicht hur bei festlichen Gelegenheiten, sondern Mittwoch für .Mittwoch in einer gewissen Feiertagsstimmung' uns hier zusammen finden und aus ihr heraus offen, gerade und heizlich einander gegenübertreten, zum mindesten wahrer und offener, als das im hastigen Verlauf lies Alltagslebens zu geschehen pflegt und zu ge schehen vermag. Unser Verhältnis zu einander ist ferner ein tätiges; denn wir kommen zur gemeinsamen Arbeit zusammen und mit der ausgesprochenen. Absicht, etwas; zu beginnen, vorwärts zu schaffen' und z.u vollbringen: wir fühlen 1 uns unbefriedigt, wenn einmal, eine Sitzung ohne besondere Anregung und' oTine'Erledigung irgend welcher wichtigen Gegenstände verlaufen ist: und ich selbst kann aus meinem eigenen Geistes- und Berufsleben das Zeugnis-ablegen, dass in all den Jahren meiner Zugehörigkeit zur Loge keine Sache von irgendwelcher Importal!/., sei es auf allgemeinem, speziell jüdischem oder rein geistigem Gebiete an mich herangetreten ist,. für die ich nicht innerhalb der Loge und in der Aussprache mit den Brüdern den Resonanzboden und bele' benden Widerhall suchen zu müsseh geglaubt habe. Endlich aber, und was das wichtigste ist: unsere Freundschaft ist produktiv;, ihre Wirkung verklingt nicht an diesen Wänden, erschöpft sich nicht in schönen Keilen und treuherzigen Mei' nungen, sondern wirkt gestaltend und befruchtend in das praktische Leben hinaus. . Aus .dem 2. Jahrzehnt unseres Bestandes, das ist -die Zeit meiner ' Hörigkeit zur Rheinland-Loge, .'weise ich hin auj das aus unserer Initiative hervorgegangene, bereits ■ zu segensreicher Blüte gelaugte Institut der hiesigen jüdischen Krankenpflegerinnen; auf den erfolgreichen Ausbau der Ferien-Kolonien, besonders durch das Stierstadt'scfje Legat: auf unser Eintreten für den Ililfsverein der-deutschen Juden, dem wir in Cöln den' Boden geebnet haben: aufdie Begründung unseres Arbeitsnachweises) auf unsere Mitarbeit und Förderung des*-Gabriel Kiesser-Ver- . , . .' ': ' ' '* 1 eins, und daneben auf-die grosse. Und bedeutsame Tat der Schaffung unseres eigenen Heims, um « * ■ ' *' \ das Produktive, das Schöpferische, und soziale; Wirkungen in ganz l*ervorragendem "Masse Au> strahlende unseres Bundes im flüchtigen Umriss zu kennzeichnen. « » Wir haben aber, m. w. Br„ unsere Freundschaft zu einer wahren, tätigen und produktivenzu gestalten vermocht deswegen, weil wir nach' dem Göthe'schen Rezent" verfahren -sind: (deichen Schritt im Leben zu halten, des anderen Zwecke, gegenseitig zu billigen und' so unverrückt zusammen fortzugehen,, wie auch sonst die Differenz, unserer t)enk- und Lebensweise sein 'mochte. Gleichen Schritt im Lehen hatten wir als B'nei Briss , in unserer Zugehörigkeit ./und in unserem Bekenntnis zum Judentum: da s-tohenwir alle in einer grossen, geschlossenen Reihe, eine starke Phalanx, deren Losungswort heissen mag: Unser I

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