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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Halbjahreshefte Ende Mai und Ende Dezember erscheinen. Die Mitteilungen sind in erster Linie dazu bestimmt, die Berichte über-den Fortgang der archivalischen Arbeiten aufzunehmen und das Material des Gesamtarchivs in Inhaltsübersichten bekannt zu machen. Weiterhin aber auch, den .Mangel einer Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland für das < rebiet urkundlicher Forschung zu ersetzen. Eine ständige Bei gäbe des Dezemberhefts soll ein systematisch geordnetes Verzeichnis aller Neuerscheinungen zur beschichte der Juden in Deutschland sein. Die Stellung, welche das Gesamtarchiv in seinem historischen Spezialgebiet und in dem weiteren Gebiet der a'lgemeinen deutschen Geschichtsforschung seiner Bestimmung nach einnehmen soll, wird wesentlich von den »Mitteilungen errungen werden müssen irnd in ihnen am deutlichsten zum Ausdruck kommen. Die beschichte der Juden in, Deutschland ist ebenso sehr ein Teil der allgemeinen jüdischen wie der allgemeinen deutschen Geschichte. I )iese Bedingtheit von zwei Seiten her muss ihrer Erkenntnis die RiclUung gebe;i. Es gilt, voh der innerjüdischen Geschichte' die Brücke zu den Fragen zu schlagen, welche das Hineinwachsen des jüdischen Volkselements in den deutschen Yolkskörper betreuen. Diese Forderungen sind in den einführenden Bemerkungen, mit denen das erste Heft der Mitteilungen beginnt, genauer skizziert. Mit Bezug auf die Ausnutzung der Akten zu administrativen Zwecken wird in ihnen besonders darauf hingewiesen, dass erst die l ebergabe der Akten an das Gesamtarchiv ermöglicht, für die mannigfaltigen Fragen der Gemeindeverwaltung Präcedenzfälle aufzudecken und für die einzelne Gemeinde aus den Akten der verschiedensten Gemeinden die Richtlinien für. die Praxis zu gewinnen. Die Akten-Inventare der Synagogengemeinden Landsberg a. VV., Neuenkirchen i. Westfal., Stettin und Wandsbeck, welche in dem ersten hielte veröffentlicht sind, sollen den ersten Schritt zur Erfüllung der in der Einführung geäusserten Forderungen bedeuten. Die Grundlinien des geschichtlichen Bildes, das die Akten bergen, treten für den der historischen Kombination einigermassen Fähigen bereits aus den Verzeichnissen hervor. Line Frgänzung der InVQfttare bilden die Anlagen, welche für einzelne Fragen den Stoff in grösserer Breite vorlegen) ohn^ eine erschöpfende Behandlung der Fragen geben zu wollen. Die Auswahl der Anlagen ist speziell auf den Zweck berechnet, das Verständnis der Fragen zu fördern, mit .welchen die Geschichte der Juden ganz in die allgemeine deutsclie 'Geschichte, bedingt und bedingend, hineinwächst. Der Reichtum der Landsberger Akten an Material, welches öffentlich-rechtliche Verhältnisse betrifft, ermöglichte, Beiträge zu den drei wichtigsten in dieses Gebiet fallenden Fragen zu geben: zu der Siedelungsfrage.1 und den J-'ragen der besonderen Judensteuern-1) und der politischen Reform.3) Ein Geschäftsbericht beschliesst das erste Heft. Es wurde anfangs hervorgehoben, dass das Gesamtarchiv früher als ursprünglich beabsichtigt war. mit den Veröffentlichungen begann. Das bestimmende Motiv hierfür war neben dem wissen schaftlichen das propagandistische. »Archive liegen abseits der Heerstrasse und es ist meist sehr schwer, das Interesse der Herren, denen in den Gemeinden die Vorstandschaft als Ehrenamt obliegt, für archivalische Interessen zu erwecken. Das Interesse für die älteren Akten der Gemeinde zeigt sich oft leider nur darin, dass man sie von dem Fleck, auf welchem sie . / ungenutzt im Staube schlummern, nicht entternen lassen will; sei ihr; sicheres Schicksal auch Fäulnis und Moder. Darum soll das Beispiel; in welcher Weise wir die Akten yuni Leben erwecken, dem Verständnis für unsere Bestrebungen auch in den Gemeinden, die noch abseits stehen, allmählich Kmgang verschaffen und dazu beitragen, den Namen .Gesamtarchiv der deutschen Juden', welcher noch immer mehr ein Programm als eine Tatsache zum Ausdruck bringt, den Inhalt der Tatsächlichkeit zu verschaffen. Der erste Aufruf, das Gesamtarchiv als Institution der Grossloge dadurch zu unterstützen, dass die Brüder in den einzelnen Ge meinden sich»die«.Aufgabe stellen, die depositarische L'eberweisung der Gemeindeakten an «las 'i Anlage i: l'-ehertdrck Uber die Juderiftiedclung in der Ncumark. Anlage 2 — 4: Die tieneralrepartition der Judcn-tcucrn tür die Jalirc 17S4 - 1789. Die Kcpartitiotl drr neuniärkischeD Juden- Steuern für die Jahre 17S7 1790. Die ausserordentlichen Auf- Millingen der l,.indsl>cn;cr Judcnscltaft bi« Knde 17S3. ■'• Anlage 5: Zur Geschichte de* Projekts einer Reform des Judenwesens unter Kriedrich Wilhelm II.

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