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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 8 - September
Date
1908-09-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Vorgängen in Russland ihre Kitern verloren hatten und dadurch hill los in der Weit zurückgeblieben' waren, nach Kräften zu sorgen. Auch bei dieser Hilfsaktion zeigte es sich, dass unsere*Brüder die Lehre: -> Witwen und Waisen zu beschützen und denselben nach den umfassendsten Grundsätzen der Menschlichkeit beizustehen , die uns bei Beginn jeder Logensitzung eingeschärft wird, beherzigen und in die Tat umzusetzen sich bemidien. Auf Grund des Aufrufes,der Grossloge zur Mitwirkung an tler Versorgung und Unterbringung russischer Waisen erklärten viele Logen ihre Bereitwilligkeit, für eine Anzahl von Kindern Pflegestätten zu schaffen; andere wiederum, welche eine passende Unterkunlt ausfindig zu machen nicht in der Lage waren, bewilligten' zu diesem Zwecke namhafte Geldbeträge Von den ijo Pogromwaisen, die in eine neue Heimat gebracht werden sollten, haben 53 durch die Vermittlung der.Grossloge in Süd- und Westdeutschland liebevolle Ptlegestyitten gefunden. Während andere 5 Waisen vbh der Alliance Israelite'Universelle in Ahlem untergebracht wurden; der Rest kam nach Amerika, woselbst gleichfalls unsere Logen für die Kinder sorgen. Damit diese der Eltern beraubten Kinder in der neuen .Heimat nicht ganz fremd dastünden, wurde bei der Verteilung darauf geachtet, dass Geschwister womöglich in derselben Stadt oder, wenigstens in der Nähe untergebracht würden. Auf diese Weise wurden die Pamilienbande, soweit dieses unter den gegebenen Verhältnissen möglich war, schonend und rücksichtsvoll Zusammengehalten So wurden sechs Kinder einer Familie aus Bialystok. von denen das jüngste 1 Jahr alt war, sämtlich in Frankfurt a. M., andere sechs Geschwister aus Bialystok in Ahlem und vier Geschwister aus Kkaterinoslaw in Biringen, einem badischen Landstädtchen am Kaiserstuhl, untergebracht.^ Und nicht nur auf die zarten Bande der Familie wurde Rücksicht genommen, sondern auch in religiöser Beziehung wurden die Wünsche der Angehörigen und Verwandten bei der Plazierung der Kinder tunlichst und liebevoll respektiert Mit dem Unterbringen dieser Kinder haben natürlich unsere Arbeit und unser Interesse für dieselben noch nicht aufgehört. Noch jetzt stehen sie «lauernd unter dem Schutze der Grossloge. Denn ihr wurde von der Konferenz in Frankfurt a. M. am .4. und 5. Januar 1966 der ehren volle Auftrag zuteil, das Gedeihen und die ferneren Lcbenssehicksale dieser Waisen zu überwachen. Zu diesem Zwecke hat die Grossloge Stamm biiCher über die in Deutschland untergebrachten Kinder angelegt und an den' Plätzen der . Pflegestätten Korrespondenten ernannt, die ihr mindestens jährlich einmal über die körperliche und geistige Kntwickelung der Kinder Bericht erstatten. Die bis jetzt eingelaufenen Mitteilungen lauten durchweg günstig. Allseits wird hervorgehoben, dass die Kinder sich rasch in ihre neue Umgebung eingelebt und erstaunliche Fortschritte im Deut- .,. ✓ .... sehen gemacht haben, dass sie zu Hause durch ihr Betragen den Pflegeeltern1.'keine Veranlassung zur Klage geben und in der Schule wegen Fleisses und Begabung von den Lehrern gelobt werden. Auch über die älteren, schulentwachsenen Kinder, die sich bereits in 'praktischen" Berufen befinden, lauten die Berichte zufriedenstellend. So z. B. berichtet die München Loge über einen Knaben,' der bei einem Schlosscrmeister "in der \ ' ■ * V *" " ■ Lehre ist: Der Meister erklärt, hoclr nie «inen so brauchbaren Lehrling gehabt zu haben wie diesen . und über einen Knabeli., der in " einer Berliner Firma tätig ist, berichtet uns «1er Chef, dass er mit ihm sehr" Zufrieden' sei,' und d;iss derselbe zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtige. '■• " Auf seiner Krliolungsrei.se' rm'vorigen-Jahre besuchte unser Grosspräsident eine^grosse Anzahl dieser Waisen ufid fand sie nach seinem Bericht in besten Händen. Auf seine .Vnregung hin hat die Grossloge beschlossen, jedem dieser Waisenkinder eine jahrliche Spareinlage : \>>n 20 M. zurückzulegen, damit, »wenn sie spater einen Beruf ergreifen, nicht ganz mittellos daständen. Durch Vermitteiung der Grossloge' haben auch der llilfsverein der deutschen Juden und die Alliance für die von ihnen untergebrachten Kinder die gleichen Beträge ausgesetzt. Hoffentlich wird dieser Fonds bis zur Selbständigmachung der Pogromwaisen durch Zuwendungen und Stiftungen unserer Brüder immer mehr anwachsen. In letzter Zeit wurde auch angeregt, dass die Pogromwaisen von den Mitgliedern des General Komitees, wenn diese die ihnen zugewiesenen Logen besuchen, aufgesucht würden. Wir dürfen mit Sicherheit rechnen." dass unsere bewährten Korrespondenten! die uns-bis jetzt mit Nachrichten über die W aisen . in liebevollster Weise versorgten, auch den. Mitgliedern des**

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