Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1908-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Wrocław 1× ep/1002369
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i General-Komitees hei dieser . neuen Aufgabe i hilfreich zur Seite stehen werden. Den ersten; Bericht hat Hr. Wisloch erstattet: derselbe lautet j sehr erfreulich und umfasst detaillierte Angaben i über zwölf Waisen. Leider ist eine der in Frankfurt untergebrachten Waisen verstorben. Die Hilfsaktion für die russischen Waisen "ist 1 noch nicht abgeschlossen. Bei der Uebernahme | der Pogromwaisen vor 2 Jahren sind in Odessa noch [ 2jzurückgeblieben, die seiner Zeit aus mannigj faejien Gründen mit der übrigen Ki'nder.schar nicht; befördert werden konnten Von diesen 2~ haben | inzwischen i>> in Amerika und 5 in Brüssel l.'nterj kunft gefunden. Es-bjicbcn mithin noch \2 Kinder zu versorgen. Die Grossloge hat sich daher bei Beginn der Ferien an die Logen mit der Bitte gewandt, auch für den Rest, der Waisen geeignete Pflegestellen' ausfindig-711 machen. Trotzdem die r Logenarbeiten um diese Zeit ruhten, -haben sich unsere Brüder rejlhche Mühe gegeben, dem Wunsche der Grnssloge nachzukommen. Ab^-r viele Hemmnisse Scheinen sich diesmal unserem Hilfswerke in den Wegstellen zu wollen. I Zunächst dadurch,, dass .für die jetzt uns zugeführten Waisen - die nötigen Ausweispapiere. |. wie sie die hiesigen Behörden verlangen, anfänglich nicht zu beschaffen waren. Ks belinden sich ' nämlich unter diesen Kindern drei-; die namenlos sind, deren Herkunft erst' nach, eifrigem Bemühen in Kussland festgestellt werden konnte. Sie wurden ] zur Zeit des Pogroms im Jahre 1905 auf der Strasse in der Nähe der' Judenwohnungen hilflos gefunden, deren Insassen sämtlich ermordet waren, und daher .auch ohne Familiennamen blieben. 1 Ferner waren wir /liesmal nicht in der Lage, Gei schwister an einerji und demselben Platze unterzubringen. Die nun von einander getrennten! Geschwister sehnen sich nach einander und passen I sich infolgedessen ihrer neuen Umgebung schwerer 1 an. Ausserdem fhat sich herausgestellt, dass 2 Knaben mit dem l'ebel des Bettnässens behaftet sind, sodass sie uns nach kurzem Aufenthalt in einem Waisenhause zurückgebracht wurden, j Endlich musste ein Knabe, der bereits 15 Jahre; alt ist, in die Lehre gebracht werden. Für diesen hat nun die Grossloge den Unterhalt während einer 4 jährigen Lehrzeit übernehmen müssen, und ist obendrein gezwungen, ihn in den elementaren Unterrichtsfächern soweit vorzubereiten. . dass er an dem obligatorischen Vorbildungsunterricht für Lehrlinge teilnehmen kann. Trotz alledem wollen wir hoffen, dass es unserem vereinten Bemühen doch gelingen wird, all diese Schwierigkeiten zu überwinden. ■' f ■ ■ Von den jetzigen Pogromwaisen ist dank den Bemühungen der Logen ein reizendes kleines Mädchen, Marika die Namenlose im Alter von 3 Jahren von einem kinderlosen Ehepaare übernommen -worden, und dürfte später,, wenn es das gesetzliche Alter erreicht haben wird, adoptiert werden. Die übrigen Kinder sind in Altona/ Breslau. Cöln, Dortmund, Leipzig, Magdeburg. Kybnick und Wiesbaden untergebracht Worden. Durch diese Hilfsaktion hat der unter unserer Verwaltung stehende Russenfonds erjieblich abgenommen. Aus demselben sind seit Anfangs Juni*! 908 Mark 2^44,14 gezahlt worden. Wir werden in allernächster Zeit erwägen müssen, wie dieser Kussenfonds, der auch bei Hilfeleistungen für die osteuropäischen Juden verwendet wird, von neuem gestärkt werden könnte. Ein Ausspruch unserer alten Lehrer lautet: Wer ein gutes Werk beginnt, dem sagt man: führe «s zu Ende . Uns wurde auf der Frankfurter Konlerenz die Fürsorge für die Pogfomwaiscn von den in Betracht kommenden Organisationen übertragen. Für 53 Kinder ist es uns vor zwei Jahren gelungen zu sorgen: wir wollen nun mit gleichem Eifer für die noch übrig gebliebenen 12 Kinder das /jleiche tun. Wir haben das edle Werk begonnen, wir wollen es auch zu Ende führen. Ueber unsere 1 hlfsaktion für die russischen Waisen äussert sich der Hilfsverein in seinem Berichte von u/)j auf Seite 100 ff. in folgender Weise: Der grösste Teil der Kinder, fast die Hälfte aller Waisenkinder, 58 an der Zahl ist in Deutschland untergebracht worden. Dank der umfassenden Fürsorge der (Jrosslöge für Deutschland war es möglich geworden, für alle diese Kinder gute Pflegestellen zu linden. Sie wurden bei ihren Bestrebungen, für - die Kinder gute Unterkunft zu schaffen, von allen Einzellogen aufs eitrigste unterstützt und von einer grossen Anzahl, jüdischer Gemeinden, namentlich von Frankfurt a. M., wo allein 12 russische 1 Waisenkinder bestens versorgt sind.< Diese der Grossloge und den Einzellogen gewollte Anerkennung wird unsere Brüder allenthalben mit hoher Genugtuung und Befriedigung erfüllen. Aber mehr noch als durch die liebenswürdige Anerkennung sind wir für unsere Mühe-