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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 8 - September
Date
1908-09-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Menschheits-, einen Ewigkeitswert <les Lebens. Sie hat also naturgemäss eine egoistische .Moral.! Für eine grosse Zahl denkender Menschen ist aber das Leben eine rnmöglichkeit, ohne den Versuch im Dasein einen höheren Sinn und Zweck zu finden, als die Befriedigung animalischer Bedürfnisse, es ist für viele ein entsetzlicher G.eim Sinne einer atheistischen. Anschauung als eine einfache Tatsachen anzusehen, die im der Gesamtheit sinnvoll oder danke, das Sein materialistischen Abwicklung von einzelnen und in sinnlos sein können. Den Sinn des Lebens kann nur eine Weltanschauung bejahen, die die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Forschung zu gründe legt und im Sinne der Lehre der Entwicklung zu höheren Formen weiter denkt, eine Anschauung, die dem Judentum durch dpn Glauben an eine messianische Zeit wohl vertraut ist, eine Philo- * sophie, die zur unerlässlichen Voraussetzung einen immanenten in uns ruhenden Idealismus oder ein religiöses Empfinden hat. Als sinnvoll, als zweckmassig erkennt das Leben nur eine Weltanschauung, die. auf naturwissenschaftlicher •Erkenntnis ruhend, die Vollkommen heit als Ziel des Alls betrachtet, oder von religiösem, jüdischem Standpunkt aus, die Religion als eine . sittliche Aufgabe für den Menschen ansieht und als eine Verheissung ihrer schliesslichcn Lösung. Dass die Menschheit nicht mehr in die naive Gläubigkeit der Alten zurücktreten kann, trotzdem sich religiöse Strömungen immer mächtiger regen, ist die Folge der zu Beginn erwähnten Kpoche, die der exakten Wissenschalt einen so überragenden Einlluss " auf die Weltanschauung ' ein räumte. Wir Modernen wollen unsere Weltanschauung nicht nur empfinden oder spekulativ konstruieren, sondern sie in Einklang mit den Ergebnissen der jeweiligen Erkenntnis bringen; wir wissen jedoch, dass die Naturwissenschaft selbst nachweist, dass sie nur die Bedingungen des Zusammenhangs erklären kann, dass sie eine Ursache des Seins nicht wahrnehmbar nachweisen, eine Synthese des Alls nicht geben *kann und dass wir, um einen Sinn im Leben zu finden, über die Ergebnisse der exakten Forschung hinaus zu den Schlüssen des Verstandes und Gemütes uns llüchten müssen. Au:h einen Wert kann dem Leben nur jene- Denkweise verleihen, die au eine Erhebung und Entwicklung der Menschheit glaubt, "welche zur Grundlage den Willen des einzelnen hat, zur grösStmöglichen Tiefe geistiger Und sittlicher Bildung zu gelangen. ' Es ist natürlich, dass sreh diese Weltanschauung, nur eine Elite, eine Minderheit geistig hoch stehender Menschen zu eigen machen kann, da sie .eben eine hohe persönliche. Kultur zur Voraussetzung hat. Das würde heissen, -dass nur diese Minorität die Frage nach dem Sinn und Wert des Lebens bejahen kann, dass für die grosse Masse das Leben sinnlos, nur clor Befriedigung der zwingendsten, momentanen 'Bedürfnisse gewidmet, verläuft. ' »• Und trotzdem — wer/ist -nicht von dieser Gewissheit durchdrungen, 'ist es doch natürlich, dass selbst dasvDenkenwollen und Denkenkonnen über den Sinn und Wert des Lebens . eine Stätte nur bei wenigen haben kann, c> ... . -. ■ - . Dieses Denken, die Anschauung, die wir über Werden. Sein und Vergehen aller Dinge haben, ist von mächtigstem Einlluss auf die Höhe unserer Sittlichkeit und die Tiefe unseres Glücksemplindens, das.. Leben empfängt für uns seiner» •höchsten Wert erst durch das Streben von der.Indiviil u a I k ii I t ii r zur Sozial k u 11 u r /zu gelängen, von der Arbeit an. sich selbst fortzu . ■ \ - , schreiten zur Arbeit für-die Gesamtheit. Diese Weltanschauung hat zur -Grundlage eine altruistische Moral. Von der lndividualkultur zur Sozialkultur — wer Vonuns Brüdern des L": < >. R. B.. erkennt nicht in diesen Worten die Forderung, die unser Bund an uns stellt, wer erkennt' sie nicht als die Ziele und Zwecke die nach. Möglichkeit zu erreichen unser Leben erfüllt:. Lud wer lindet' nicht sogar die <'rganisation, die- Uns vereint, begründet und geschildert in den Worten: - Wo also auf einer Selbständigkeit des Geisteslebens und auf einer Ueberlegenheit gegen das b 1 o s s m c n s c Ii I i c h e Dasein' bestanden wird, da wird eine besondere Art der Gemeinschaft verlangt werden müssen, -welche, von der Notwendigkeit des Kampfes um-den Lebensunterhalt befreit, sich die Vertretung und die Pflege der selbständigen Geistigkeit .zur Aufgabe macht. Eine solche Gemeinschaft (U, O., B. B.! .der Verf.) hätte die ewigen Ziele gegenüber den Strömungen der Zeit, das Wahre und innerlich Notwendige

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