Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1908-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4864325-6028974-6074175--1329-4865466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vielmehr nach unserer geistigen Arbeit. Wir müssen das Ansehen, das wir_geniessen, uns zu erhalten, ja noch zu steigern suchen, Das ist unsere Pflicht, das fordert unsere Ehre. Und darum sollte jeder von unseren Brüdern es sich ernstlich angelegen sein lassen, mitzuarbeiten, mitr zuhelfen, auf dass die Monatsberichte eine schöne, \ gediegene, wertvolle Zeitschrift werden, amder sich die prüder erfreuen und erbauen. Für die Brüder sind die Monatsberichte geschaffen, aber nicht für sie allein. Auch die Familien der Brüder sollen ihr gutes Anteil daran haben, ihnen sollen die Berichte zugänglich seini Sind doch die Frauen ebenfalls von der (>rdensidee erfüllt, beteiligen sie sich doch an den ,Aufgaben des Ordens. Sollen sieh doch auch die jKinder von unserem 'I nn unterrichten und sich! vorbereiten für jlen spateren Fintritt in den < )rdfen. Unser Wesen. Ziel und Tun sollte mehr Genfreingut in der Judenheit werden: die Monatsberichte geben dazu reichen Stoff und Anhalt, uns^r Werk zu ■ verbreiten. Freunde und Gönner werben aus unseren Berichten Aufklärung. Achtung und; Liebe zu unserer guten Sache schöpfen, auf dass1 bei ihnen in lebhafter Weise Her Wunsch wach gerufen' werde, sich uns anzüschliessen. Werden diese Anregungen richtig und verstandig gehandhabt, so wird unser Logenorgan seine volle, eriölgreiche Wirksamkeit nach innen und aussen cnttjalten können:; Maretzki. Inwiefern hilft uns die Zugehörigkeit zum U. 0. B. B. die Frage nach dem Siijin und Wert-desLebens zu bejahen?! Von Br. Jul., Bäsc h, München. ..' Zweifellos ist im Will, und XIX. Jahrhundert ern: grosse Zahl der Menschen von der gläubigen um religiösen Denkweise früherer Zeiten zu einer meir wissenschaftlichen, naturalistischen Weltanschauung übergegangen. Im Gegensatz zu dem einst allherrschenden ■Glauben an die Existenz einer , übersinnlichen Majcht wurde das moderne Denken "immer entschiedener autonom, selbstherrlich: der Mensch anerkannte nur sich als sittlichen Gesetzgeber unji wollte einzig durch die Ergebnisse einer exikten. wissenschaftlichen, empirischen Forschung die Fragen nach der Ursache und dem Ziele des Lebens beantwortet haben. Wie begreiflich bei den bahnbrechenden, auf- , regenden Entdeckungen auf allen Gebieten menschlichen Wissens!' Allerdings ist ein grosser Teil naturwissenschaftlicher Autoritäten der Ansicht, dass unserer Erkennrtia der Dinge in Beziehung auf 'uns Menschen keine Grenzen gezogen sind, und wir auch eine immer genauere Kenntnis des Wesens der einzelnen Erscheinung erringen, immer weiter eindringen können in die Lehre von der Einheit aller Dinge, dass aber schon diese Einsicht einer spekulativen, philosophischen Tätigkeit entspringe: und dass wir eine wissenschaftliche, auf Erfahrungstatsachen gegründete Antwort nach dem Sinn und dem Wert des Lebens von ihr nicht erhalten können. Die Antwort auf diese Fragen lehnt die exakte Wissenschaft als ausserhalb ihrer Erkenntnisgrenzen liegend ab und weist sie der philosophischen und religiösen Betrachtung zu. - Dal>er wendet sich auch eine immer grössere Zahl von denkenden und empfindenden Menschen unbefriedigt von der rein naturwissenschaftlichen, also auch atheistischen Weltanschauung ab, da diese gezwungen ist, vor den letzten Fragen menschlichen Denkens Hart zu machen und da sie über das hinaus, was der Mensch sinnlich wahrnimmt, kein Bedürfnis einer Erklärung verspürt und anerkennt. Diesem Gefühl der Leere, diesem seelischen Zwang nach Verstehen, den die exakte Forschung allein nicht befriedigen kann, verdankt auch jene mächtige Gegenströmung der letzten Jahrzehnte ihr Entstehen, die das Interesse an philosophischen und religiösen. Anschauungen wieder erstarken liess. Sie führte enthusiastische Bekenner in Scharen den Denkweisen zu, die alle Ergebnisse der wissenschaftlichen Erkenntnis verwertend, doch über dieselben hinaus eine Svnthese des Alls, ■ J>* ■ eine Antwort auf das Woher« und Wohin, zu geben-versuchen. Die naturwissenschaftliche Weltanschauung wdl keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens geben, sie hat die Grundlagen für die Lehre von der Erhaltung der Art geschaffen und sie billigt dem Leben einen Wert nur insofern zu, als es für den Einzelnen ein f . Glücksempfinden mit si«jh bringt: sie anerkennt also nur einen Individualwert und verneint einen