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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 8 - September
Date
1908-09-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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eine höhere, aber um so schwierigere Aufgabe, die Armen zu erheben.' sie geistig zu erhohen, ihr armseliges Menschendasein zu verschönen. Darum schuf er die Toynbee-Halle, in der er die Freude hatte, seine Ideen verwirklicht" zu sehen. Von allen so/ialen Schöpfungen des < >rdens hat er diese eine angeregt, begründet und zu hoher Blute und Bedeütung gebracht, l'num sed leonem! Eins, aber vielleicht d«s Beste, das Schönste. Wie er ilas alles vorbereitete, entworfen, methodisch durchdachte, mit seinen Mitarbeitern ausführte, das wird .ein. Glanzpunkt für immer für den « hrden, ein unvergängliches Ruhmesblatt in seinem Ordensleben bleiben. Der schöne Erfolg war ihm LJm genug, nicht suchte er äussere Anerkennung. Kr strebte■ mehr nach Ehre, denn Ehren. Darum ward ihm auch ungeteilte Liebe An teil. Man wusste überall ihn zu schätzen, und kannte seinen Wert. Jetzt, wo er nicht mehr unter uns weilt, strahlt sein Bild um so glänzender und erhabener. 'Auf ihn passt des Dichters Wort: Frei gesinnt, sich selbst beschränkend, immerfort das Nächste denkend, tätig treu in jedem Kreise, still beharrlich in jeder Weise, nicht vom graden Wege weiehend und stets das rechte Ziel erreichend. So war'er im Leben, so wird er bei uns (ortleben. — Man kann dem Gedanken Kaum geben, dass bei einer so] grossen Organisation, wie der unseres' »rdens. die einzig auf das Ideale gestimmt tst. die einzelne Person wenig ' oder gar nichts in die Wagschale werfen kann, dass sie vielmehr, getragen von den Ideen der Gemeinschaft, ihr Wirken entfaltet. Doch verkennt man ganz und gar unser Wesen. Bei uns gilt die Persönlichkeit, sie wird. Autorität, sie erhebt sich an. unseren Fdeen zu einer wirkungsvollen Kraft und äussert sich in der Sympathie und Verehrung der Brüder vor dem gewordenen Muster und Meister. Und dieses wohlverdiente Los ward unserm Br. Joachim in vollstem Masse zu teil. An seinem Grabe werden die zurückgehaltenen Stimmen der Dankbarkeit und Anerkennung laut. — Wer in diesem Bilde, um mit David Kauffmänn zu sprechen, die Schatten vermisst und die Schwächen vernehmen wollte, der denke"'- daran, dass sie zu diesem irdischen Leben gehören wie Blasen und Schlacken zum reifenden Gugg. Aber wie das edle Metall "rein in die Form eingeht, die der-Künstler ihm bereitet hat, so fliesst das Charakterbild eines in heissem Bemühen um alles. Grosse und Wahre hingebrachten Lebens, wenn der Tod den Zapfen ausstösst, ip die lichten Formen der Unsterblich keit. — Ein Menschenleben, ein Stein! das ist der Rest! Bin beredtes Zeugnis für die Hinfällig keit irdischer Grosse! — Soll unser Br' Joachim ein Name, ein lern herkommender Klang für die Nachwelt sein? Soll in dunkle l iefen hinabsinken, was all» ihm gross und schön, klar und edel war: — Nicht in lauttonenden Worten, nicht erdrückt von der Schwere des Verlustes sollen wir klagen, sondern in schlichter Weise, wie es seine Art war. des trefflichen Bruders gedenken. — .Zwei Empfindungen ringen mit einander, der Schmerz und die Bewunderung: je grösser diese, desto tiefer jener. — Zwei Grössen sind an dem Sternenhimmel unserer Loge erloschen, Adolf Mayer und Albert Joachim Noch ist die I raner um den Linen nicht verblasst, und schon sinkt der andere 'in den < »rois. Doppelt verwaist steht unsere I.o're an diesem frischen Grabe. Sie sind von t uns* gegangen und haben keinen Ersatz gestellt. Wir empfinden die ganze Grosse der unausfüllbaren Lücke, die sein Tod gerissen, aber wir haben uns vorgekommen, den Mut nicht zu verlieren: sein Beispiel der treuesfen Pflichterfüllung wird uns Kraft geben und sein Vorbild wird uns die Wege zeichnen, die wir gehen müssen. Wir haben ein heiliges Vermächtnis zu hüten und zu wahren. Das Vorbild, das der Entschlafene zur Nacheiferung in uns anregt, lässt' uns hoffen, dass die Stellung, die der < >rden bis in die entferntesten Länder einnimmt, gewahrt werden wird, wenn wir Eines festhalten: dem Geiste unseres Bruders treu zu bleiben und in ihm zu wiiken. — So erheben wir uns von den Sitzen, grüssen wir seine , Manen, beugen wir 'unser Haupt vor seiner. lauteren, unsterblichen Seele. Heilig und teuer sei uns sein Gedächtnis! Xamein der G:ossloge und als langjähriger Freund des Verglichenen sprach Br.' Dr. Kuznitz.ky Worte den Tiauer. wie sie ein Freundesherz empfindet. Er begann: Hochgeehrte Trauerversammlung.- werte und liebe Brüder! Aus beredtem Freundesmiuide haben Sie soeben vernommen, was der teure Verklärte' für die Deutsche Ueichslogc geleistet und gewirkt hat, welche Lücke sein Scheiden in die Schar ihrer Führer gerissen, was die Gesamtheit und

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