Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1908-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Sein Hauptverdienst ist es, wenn alle Gesetzt) der Tochterlogen, trotz der Selbständigkeit einer jeden einzelnen, eine einheitliche Fassung erhalten haben. An allen Rechtsfragen des Ordens nahm er Anteil, sein Bat war immer besonnen und verständig. Namentlich war Joachim dabei, wenn es galt an den ernsten sozialen Aufgaben, die der Orden so gern lösen möchte, mitzuarbeiten. Auch hierbei hatte er seine eigenen Anschauungen. I nterstützungsgesuche hatten an ihm häutig einen Gegner; die Bettelei, die so oft an unsere Türen pocht, sie hatte an ihm keinen Freund. Nach seiner Ansicht sollte die Wohltätigkeit der Loge auf höherer Warte stehen, sie sollte grosseren Kreisen dauernden Nutzen bringen. Aus diesen Erwägungen heraus wandte er sich mit grosser Liebe der Aufgäbe zu. hier in Berlin, eine Toynbee-Ilalle zu errichten. I >ie Erriebt iinjg einer solchen kann mit vollem Recht alseine ])ersönlichc Leistung des Br. Joachim erachtet werden. Unermüdlich war er für dio Brriclitong dieser Institution tätig und durch nichts Hess er sich in seiner Tätigkeit hindern, bis er das vorgesteckte Ziel erreicht hatte. Bis zu seinem letzten Atemzuge war sein volles Interesse diesem rnternehmen zugewendet und der glänzende Erfolg, den die Toynbee-Hallo zu verzeichnen hat. bildeten den schönsten Lohn für m ihn. Die Toynbee-Hallc. sie war ihm zur Lebensaufgabe geworden, der er sein ganzes Herz hingab, der er stete Sorge und soino ganze Tatkraft widmete. Und wio ich am Grabo unseres unvergesslichen Adolf Mayar, feststellen konnte, dass „Ferienkolonien " und ,.Adolf Mayer-' fast identische Begriffe geworden sind, und dass «1er Name Adolf Mayer unauflöslich -mit den Ferienkolonien verbunden ist, so kann man dasselbe von Joachim in Beziehung zur Toynbee - Halle feststellen. Mit Joachim ist ein gut Stück Onlensg^eschichte dahingegangen. Was er für die Gro*sloge geleistet, was er in ihr geschaffen, wio. er gewirkt, das steht festverzeiehnet für alle Zeiten in der Geschichte des Ordens mit ehernen Lettern. Deshalb ist unser Schmerz so grijss, deshalb umdüsteit die Trauer den Horizont de? gesamten Ordens. An diesem Grabe spricht kein Geistlicher, — ftt und deshalb will ich als Laie ein Gebet zum Himmel hinaufsenden. wie .es Br. Joachimmit seinem letzten Atemzuge.. wenn er die" Kraft dazu gehabt hätte, gesprochen hätte des Inhalts, dass das Schicksal alles segnen möge, was der Entschlafene geliebt in .seinem arbeitsreichen Loben. Geliebt hat der Entschlafene vor allem seine Familie, Frau und Kinder, den Ordon, seine Institutionen und alle Brüiei:. Mögen sie alle, alle gesegnet sein, l'jid nun nehmo < ich namens des Ordens Bnei Briss Abschied von Dir, Du lieber Toter, Heine irdische Hülle führen wir hinaus in die Gruft, welche für Dich offen und bereit ist: von Deinem Körper müssen wir^ ur.s! trennen, doch nicht trennen wollen wir uns von Deinem■ (leiste. In Deinem Geiste, im (»eiste der Treue, der Hingebung, der Aufrichtigkeit* und Wahrhaftigkeit, der unwandelbare» Liebe zu allem/ \Vas menschlich und edel ist. geloben w ir, in unserem Orden weiter zu wirken un 1 zu streben. Mit (fiesem \ \ Gelöbnis nehme ich Alischie l von-Dir. Dein An- " ' denken w ird bei uns unauslöschlich-seinI Zieh hin, lieber Bruder Joachim", un 1 ruhe in Ffiedtn. * Am Sonntag, den ■;n. August um• \-2x ., Uhr * . veranstaltete -die Deutsche. Kcichsloge .in - den hiesigen Logenräumen eine Tratierfeier für Hr. I o;ac h i m , zu der auch die Grossloge .Einladungen ergeben liess. In" dem. schwarzdrapierten' Arbeitssaal der hiesigen Logen erwartete eine stattliche Zahl von hiesigen Brüdern und Delegierten der Schwesterlogen, -in andächtiger Stimmung das Erscheinen der Angehörigen und Freunde des Verstorbenen, die wahrend des Präludiums in den Saal geführt wurden.. Mit von Tränen unterdrückter Stimme hielt lir. Maretzki, der/derzeitige Präsident der'Deutschcn Rcichsfoge, die nachstellende Gedächtnisrede:. ' . ■- 9 '. ■■' . \ Hochgeehrte TrauerVersanuftlung, liebe Brüder und Schwestern! Rasch tritt der Tod den Menscheti an, es ist ihm keine Frist gegeben: es stürzt ihn mitten in der Bahn, es reisstjhh fort vom vollen Leben. Bereitet oder nicht, zu gehen, er muss vor seinem . Richter stehen«. — Wie sehr haben wir uns um ' unseren lieben Br. Joachim gesorgt, wie atmeten wir auf bei jedem geringen 'Hoffnungsstrahl; wir,