Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 7 - Juni
- Date
- 1908-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 92 — Haasmatter, die mir eine Freundin sein will, mütterliche Beraterionen, denen ich jederzeit anvertrauen darf, was mich drückt und quält/ — Dieser Gedanke ist es ja, meine verehrten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, der uns die Gründung dieses Heims so notwendig und segenbringend erscheinen Hess. Wenn es einstweilen auch nur ein verschwindend kleiuer Teil der Mädchen sein kann, die nach der Grossstadt kommen zu lernen und zu arbeiten, denen wir die Wohltat einer freundlichen Heimstätte gewähren können, so ist doch-schon ein einziges Menschenkind, dem wir hier einen Ersatz für die Heimat geben, ein wertvoller Teil der Gesamtheit, und so dürfen wir auch schon durch die Begründung dieses vorläufigen Heims jdas Bewusstsein haben, eine der edelsten ->zialen Arbeiten zu leisten. — Und so hei$se ich Sie, meine lieben jangen Freundinnen im Namen unseres Vorstandes herzlich willkommen in diesen .Räumen. Mögen Sie hier nach des Tages Arbeit Erholung und Anregung, Freundschaft und edle Geselligkeit, Förderung in allem Guten uud Schönen rinden. Möge Ihnen dieses Heim /u einer zweiten Heimat werden, zu einer stillen Insel des Friedens in dem lauten Hasten der Grossstadt. Mögen die schönen Hoffnungen, die wir an die segensreiche Wirksamkeit dieses Heims und an seine vollkommenere Aasgestaltung in der Zukunft knüpfen, sich in beglückender Weise erfüllen, zu unserer Genugtuung, zu Ihrer Befriedigung! Das walte Gott!' Möge dieses neue Heim wachsen uud blühen und ein Ansporn sein für unsere Frauen vereine! Möge diese wahrhaft soziale Tat überall, wo die Verhältnisse es erheischen, Nachahmung und Nacheiferung finden! Aus den Logen des VIII. Distrikts. BODtefiore-Loge-Berlin. (Jahresbericht 1907/08). Der deutsche Distrikt des Ordens sieht in diesem Jahre auf eine mehr als 25 Jahre währende Arbeitsperiode zurück. Mit Genugtuung ist in der Geschichte des U. 0. B. B. ausgesprochen, dass die einzelnen Logen in Deutschland unermüdlich und mit freudiger Hingebung. ihre Aufgaben zu erfüllen bestrebt waren; es ist von Seiten der führenden Orgaue der Erwartung Ausdruck gegeben, dass alle Brüder des deutschen Ordens, vom festen Willen durchdrungen im Zusammenwirken mit Gleichgesinnten auf die Vollendung des Werkes hinarbeiten werden. Undso darf auch die Montefiore-Loge wohl von sich sagen, dass sie in den 23 Jahren ihres Bestehens planvoll, systematisch und eifrig gearbeitet und sich durch ihre Leistungen ihre geachtete Stellung errungen habe. Im letztjährrgen Termin suchten wir einen wesentlichen Teü unserer Kraft und Aufmerksamkeit auf die Ausgestaltung unserer inneren Logenangelegenheiten zu verwenden. Wenn auch der Besuch der einzelnen Logensitzungen noch nicht ganz unseren Erwartungen und dem Verhältnis zur Gesamtzahl der Mitglieder entsprach, wenn es leider noch eine grössere Zahl von Brüdern gibt, die mehr als seltene Erscheinungen an unseren Sitzungsabenden bilden, so konnte andererseits festgestellt werden, dass immerhin die Durch- < ' ^^^^^^^^^BSfl^^Bvi^^^^^B9^^H^KW!%&'i.. schnittspräsenz an einzelnen Sitzungsabenden die Zahl tob 72 Anwesenden fast durchweg erreichte. Diese Zahl der Mitstreiter und Mitarbeiter jedoch ist noch zu karg, um für ein fortschreitendes Logenleben ausreichend erscheinen zu können und Uns volle Zufriedenheit zu gewähren. Nach dieser Hinsicht Wandel zu schaffen, zu untersuchen, ob nicht mit dem Ueberlieferten und Bestehenden in unseren Einrichtungen, wodurch noch allzaviele sich von dem Besach der Sitzungen fern zu halten wissen, Reorganisationen vorgenommen werden können, ist das eifrigste Bestreben des Präsidiums und aller mitarbeitenden Brüder gewesen. Wir suchten auch hier den Kern dieser eigenartigen Erscheinung zu erforschen und die Gründe zu entdecken, die unsere Brüder, denen in der Theorie die Zwecke und Ziele des Ordens wohl vertraut sind, denen sicherlich das Gemeinschaft sbewusstsein fest im Herzen sitzt, vorübergehend und auch dauernd von der eigentlichen praktischen Logentätigkeit fern hält. Die erste und wichtigste Voraussetzung für alle Entwickelung ist die Unzufriedenheit. Nicht die Unzufriedenheit aus Gewohnheit oder ans Lust am Tadel, sondern die edle, schon auf bestimmte Ziele gerichtete Unzufriedenheit aus der Erkenntnis des Unzulänglichen und Ueberlebten heraus. Es ist gewiss, dass diese Art Unzufriedenheit etwas Aufbauendes in sich enthalten, die Liebe zu dem Werdenden » bedeuten kann. Das Reich der Geister, bei uns ist frei. Der Wert offener Kritik und selbst die theoretische Erörterung neuer Möglichkeiten für die Entwickelung und den Ausbau des inneren Logenlebens ist überaus wertvoll. \ Ist der Unzufriedene nicht im stände, sein selbstverständliches Recht der Kritik in freier Aussprache zum Ausdruck zu bringen, so soll er sich und seine Person nicht einfach ausschalten, sondern unumwunden in anderer ihm passender Form auftreten und seine Ansichten zur Geltung zu bringen suchen. -> In seinem Rundschreiben zu Beginn des letzten Termins wandte sich der w. Präsident, Br. Dr. Hantke, an ans, mahnend, alle die Bestrebungen zu unterstützen, diein der Verbreitung und praktischen Ausübung der Ordensideale, der Wohltätigkeit, der Brüderlichkeit und Eintracht liegen, und um das Leben einer Gemeinschaft wahrhaft zu erfüllen, erbat der Präsident die intensivste Mitarbeit jedes einzelnen Bruders. Eine Frucht dieser Mahnung ist einerseits der regere Besach der Sitzungen und alsdann die erfreuliche Verstärkung durch den Beitritt einer grösseren Zahl neuer Mitglieder. Ausserdem bekundete sich das Interesse der Brüder an der Erhaltung und Förderung unserer sozialen Schöpfungen durch Gewährung finanzieller Beihilfe uud fleissiger praktischer Mitarbeit. « Die Logenarbeit des verflossenen Termins erstreckte und erschöpfte sich im wesentlichen auf die Ausführung des Programms, das bereits im vorvergangenen Jahre eine überaus fruchtbare und anregende Tätigkeit veranlasst hatte. An den Darbietungen geistigen Inhalts beteiligten sich bereitwilligst in erster Reihe Mitglieder unserer Loge und zwar: