Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1908
- Issue
- Nr. 4 - März
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Julius Wagner von der Deutschen Reichs-Loge, Carl Heiden-Heimer von der' Rhenus-Loge, Moritz Probst von der Anhalt-Loge, Emanuel Singer von der Deutschen Reichs-Loge, Adolph Mayer von der Deutschen Reichs-Loge, und im Jahre 1907 die Expräsidenten Heinrich "Wisloch von der Frankfurt-Loge, Dr. Mai Friedberg von der Carl Friedrich-Loge, Dr. Blankenstein von der Märkischen Loge, Abraham Grünspach von der Hohenzöllern-Loge, . Leopold Plaut voa der Sinai-Loge gestorben. Die Grosslogenberichte ergeben, in welch würdiger Weise die Tranerlogen für die Verstorbenen abgehalten worden sind. Am 10. November 1907 wurde auf dem Friedhof zu Weisseni see im Beisein sämtlicher Mitglieder des General-Komitees und Verteter mehrerer Logen eine von der Grossloge gestiftete Gedenktafel für Adolph Mayer enthüllt, die dem von der Familie errichteten Denkmal beigefügt wurde, und hoffentlich wird in nicht allzulanger Zeit zu Ehren des verstorbenen Br. Adolph Mayer in Misdroy das Ferienheim der drei Berliner Logen des U. 0. B. B. (Adolph Mayer-Stiftung) eröffnet werden. Auch sonst hat der Orden durch den Tod schmerzliche Verluste erlitten. Im Jahre 1906 sind 98 Brüder, im Jahre 1907 103 Brüder verstorben. Darunter die Vizepräsidenten Siegfried Cronbach von der Allemania-Loge, Dr. Carl Levison von der Düsseldorf-Loge, Bernhard Feit von der Eintracht-Loge. Allen Verstorbenen wollen wir ein ehrendes und dauerndes Andenken bewahren. Die entsprechenden Verlustziffern für die Jahre 1902, 1903, 1904 und 1905 ergeben den Tod von 61, 81, 89 und 95 Brüdern, sodass die Verluste durch Tod stetig wachsen. Die Grossloge wird aber auch dadurch ein anderes Aussehen erhalten, dass 35 neue Repräsentanten an der diesjährigen Sitzung teilnehmen werden. Die Zahl der Repräsentanten, die im Jahre 1906 94 betrug, wird diesmal 101 betragen. Die Kosten der diesmaligen Grossloge werden etwa 10 000 Mark betragen. Diese Zahlen werden hoffentlich dazu beitragen, den Verhandinngen des Reform-Komitees erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Ich glaube freilich, dass die Vorschläge des Reform-Komitees auch in der Grosslogensitzung dieselbe lebhafte Bekämpfung finden werden wie in den Logen. Das ist natürlich, weil es Vorschläge, die einen idealen Zustand herbeiführen, nicht gibt und deshalb jeder einzelne Vorschlag in gewisser Beziehung angreifbar ist. Mängel aber hat unser jetziger Zustand sicherlich ebenfalls; nur kennt man die Mängel, während man bei den zukünftigen Reform-Vorschlägen nicht sicher weiss, welche Mängel sich einmal in Zukunft herausstellen werden. Man könnte an die Anekdote erinnern, dass einmal alle Männer mit ihren Frauen unzufrieden waren, und als der liebe Gott ihnen den Umtausch gestattete, doch jeder wieder seine eigene Frau wählte, weil er deren Fehler schon kannte, sich darauf eingerichtet hatte, während ihm die Fehler der anderen Frauen unbekannt waren. Ofenbar werden die Vorschläge des Reform - Komitees mit denselben Gefühlen zu kämpfen haben. Und doch wird man sieh der Notwendigkeit einer Reform, zum mindesten der Grosslogenverhandlungen nicht mehr verschliessen können. Die Pietät gegen die Grossloge als höchste Instanz innerhalb des Deutschen Distrikts ist gerechtfertigt, aber was nützt alle Pietät, wenn die Grosslogenversammlung nach den bisherigen Resultaten nur ein Scheindasein führt! Was aber auch aus den Vorschlägen des Reform-Komitees herauskommen sollte, Dank, herzlichen Dank schulden wir jedenfalls den Mitgliedern des Reform-Komitees für ihre wahrlich nicht leichte Arbeit. Den Haupterfolg des Komitees möchte ich darin erblicken, dass in allen Logen ausnahmslos das Interesse für diese Materie geweckt und gefördert worden ist, und dass auch die einzelnen Brüder an der Lösung dieser schwierigen Arbeit tätig mitarbeiteten. In den früheren Grosslogensitzungen ist ja andauernd betont worden, dass die finanzielle Belastung durch die Grosslogensitzung nicht sonderlich ins Gewicht lallen dürfe den sonstigen Vorteilen gegenüber, die die häufige Tagung der Grosloge mit sich bringt. Gewiss, mit Recht und namentlich dann mit Recht, wenn es sich im Verhältnis um nicht gar zu grosse Ausgaben handelt. Aber nun kostet jede Grosslogensitzung bei der heutigen Verfassung etwa 10 000 Mark, und bei einem solchen Betrage wird auch die finanzielle Frage nicht ganz in den Hintergrund treten dürfen. Studieren Sie, meine lieben Brüder, fleissig den Finanzbericht tür 1907. Derselbe ist nicht erfreulich. Der Grosslogenfonds, der noch Ende 1905 über 28 000 M. und Ende 1906 über 22 000 M. betragen hat, ist 1907 völlig aufgebraucht, und der neue Zentralfonds, der am Schluss des Jahres 1906 noch 5000 M. betragen hat, schuldet Ende 1907 2642,33 M. Ob bei dieser Finanzlage die Erhöhung der Beiträge zu diesem Fonds nicht wird eintreten müssen, darüber wird die Grossloge ebenfalls zu entscheiden haben. Grade die finanzielle Seite war wohl auch massgebend für die Vorschläge derjenigen Logen, welche unter Aufrechterhaltung aller bisherigen Befugnisse der Grossloge die Zahl der Mitglieder dadurch verringert haben wollten, dass die Zahl der Repräsentanten eingeschränkt würde. Bei aller Schwierigkeit der Ausführung dürfte in diesem Wunsche ein gesunder Kern liegen. Denn tatsächliche Arbeit kann bei der kurzen Dauer unserer Grosslogensitzungen von einer so grossen Körperschaft kaum geleistet werden. Die Hauptarbeit wird nach wie vor von den kleineren Körperschaften, dem General-Komitee und dem geschäftsführenden Aussehuss geleistet werden. In den Jahren 1906 und 1907 haben 8 Sitzungen des General-Komitees und 38 Sitzungen des geschäftsführenden Ausschusses stattgefunden. Die Mitgliederzahl des geschäftsführenden Ausschusses ist von 5 auf 7 erhöht worden, man wollte die wichtigen Beschlüsse nicht durch eine so geringe Zahl von Brüdern gefasst wissen. Da wird es nicht ohne Interesse sein, festzustellen, welchen Erfolg der Beschluss der Erhöhung der Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses gehabt hat Alle Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses waren in keiner Sitzung anwesend. 6 Mitglieder waren nur in einer Sitzung, 5 in 5 Sitzungen, 4 in 10 Sitzungen!