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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-02-01 · Nr. 3 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 3 - Februar
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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- 34 — möglich. Die Kosten der Rocksendung trägt die Gemeinde I dranssen. Von den privaten Entleihern darf keine Vergütung i genommen werden, damit sich niemand von der Benutzung ausschliesse. , . Wenn die Bächer nnmmeriert, in die Kataloge eingetragen, mit Einbänden nnd Umschlägen (Leinen) verseben nnd in Partien eingeteilt sind, ist die Arbeit verhältnismassig einfach. Es handelt sich nnr darum, die zurückgelangenden Sendnngen auf ihre Vollständigkeit zu kontrollieren, wieder einzupacken nnd an eine andere Gemeinde za expedieren. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind sehr gute. L'eberall werden unsere Bücher mit Freuden begrösst, gern und viel gelesen. Die Bücher kommen alle in sehr gutem Znstande wieder zurück. Verluste sind bis jetzt noch keine zu verzeichnen gewesen. Besondere Nachfrage zeigt sich nach Unterhaltungsschriften für die Jugend und die Damen. Belehrende Werke, die natürlich für die reifere. Jugend ausgewählt sind, werden weniger beliebt. Bei den Neuanschaffungen ist darauf Rücksicht genommen worden. Sehr gross ist erfreulicherweise auch die Nachfrage nach jüdischen Werken, zumal in religiös links stehenden Gemeinden. Einige Zahlen mögen hier noch illustrieren. Seit Juni 1907 sind 26 Sendungen mit 362 Bänden dranssen gewesen, bezw. befinden sich noch im Augenblick 16 Sendungen draussen. Rechnet man, dass ein Band je dreimal verliehen wird, so haben wir 1086 einzelne Bände in die Hände unserer Glaubensgenossen im letzten Halbjahre gegeben. Die Zahl der verschiedenen, Gemeinden, welche Sendungen bis jetzt empfangen haben, beträgt 22. Die Versandkosten und sonstigen kleinen Spesen ergeben im Jahre die Summe von 40—50 Mark. Die Gesamtkosten seit 1905 ausser den 300 Mark von dem Stifter des Grundstockes belaufen sich auf 341 Mark, welche bis auf 41 Mark Geschenke vom Logenfonds geleistet worden sind. Man sieht, dass man mit verhältnismässig kleinen Mitteln Grosses leisten kann. Unsere Stuttgart-Loge gedenkt aber noch weiter nach Massgabe ihrer Mittel ihr Werk, das noch sehr ausgestaltungsfähig ist, weiter auszubauen, da sie sich der guten Erfolge, das es zeitigt, in hohem Masse freut. Br. Dr. Kahn - Esslingen, i __,. Sitzung des Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandel« Berlin den 29. Dezember 1907. Anwesend sind die BBr. Maretzki, Wolff, Bergel, Louis Wertheim-Berlin, Frischmann and Laskar-Hamburg. Landsberg-Stettin, sowie die Damen Frl. Pappenheim-Frankfurt a/M., FrL Werner-Hambnrg and Frau May-Berlin. Der Vorsitzende Br. Maretzki eröffnet die Sitzung am II1/« Uhr begrüsst die Erschienenen, besonders die drei Vorstandsdamen des Frauenbundes, von deren Mitarbeit bei der Bekämpfung des Mädchenhandels der beste Erfolg erwartet werden darf. Hierauf berichtet der Vorsitzende über den Beschlost der letzten Sitzung, eint Instruktion für die Vertrauensmänner auiiuarbeiten, Dies« Instruktion ward« demnächst gedruckt and den Vertrauensmännern zugestellt werden. Aus der Zahl der von Br. Laskar noch weiter in Vorschlag gebrachten Herren wird die bereits bestehende Liste ergänzt werden. Des weiteren berichtet der Vorsitzende über die in 4 Sprachen verfasste „Warnung" für auswandernde jüdische Frauen and Mädchen. Dieselbe sei in 2000 Exemplaren gedruckt worden und habe, wie die Nachbestellungen dartun, bei den Freunden unserer Bestrebungen Anklang gefunden. Auf Wunsch soll der Frauenverein in Hamburg 200 Exemplare und der Frauenbund 200 erhalten, da, wie die Damen Pappenheim und Werner ausführen, in den dem Frauenbunde angeschlossenen Frauenvereinen eine noch geringe Kenntnis dieser Bestrebungen bestehe. Aas diesen Warnungen, denen auch ein Verzeichnis der Vertrauensstellen beigegeben ist, würden die Frauenvereine erfahren, an wen sie sich nötigenfalls zu wenden hätten. Auch gedenke der Frauenbund diese Warnungen in jüdischen Hospitälern und Asylen für Auswanderer zu verteilen. Br. Laskar schlägt vor, der zweiten Auflage noc/? ein kürzer gefasste Warnung beizugeben für solche Mädchen und Frauen, die infolge ihrer geringen Bildung die grosse „Warnung" in der jetzigen Form nicht verstehen. Br. Maretzki erklärt sich damit einverstanden, dass neben der ,grossen Warnung* noch eine kürzere hergestell werde. Auf eine Anfrage des Frl. Pappenheim bemerkt Br. Bergel, dass unser Zweigkomitee s. Z. von der Grossloge, die ja auch dessen, namentlich in den letzten Jahren recht erheblichen Ausgaben seither allein bestritten hat, als ein wichtiges Organ des Ordens und darum auch nur aus Logenbrüdern bestehend gedacht war: Dabei sei das Komitee aber, wie dies stets im Orden Brauch war, allezeit bestrebt gewesen, mit Gleichdenkenden und Gleichstrebenden, besonders auch mit den hierzu geeignetnn Institutionen zusammenzuwirken. Darum begrüssen wir auch mit besonderer Freude die Mitarbeit der Vorstandsdamen des jüdischen Frauenbundes, die sich schon grosse Verdienste bei der Bekämpfung des Mädchenhandels erworben haben. Br. Maretzki fährt in seinem Berichte fort und teilt mit, dass dank den Bemühungen des Br. Laskar-Hamburg und Br. Katschinski-Kattowitz es dem Zweigkomitee gelungen sei, in letzter Zeit drei Mädchen den Armen der Mädchenhändler zu entreissen. Die beiden Männer, die Br. Katschinsky habe abfassen lassen, befinden sich in Haft; von den beiden durch Br. Katschinsky geretteten Mädchen sei . das eine zur Schwester nach Krakau gebracht, das andere in die Heimat Russisch-Polen zurückbefördert worden. Anknüpfend hieran berichtet Br. Maretzki noch über die Konferenz in Düsseldorf, auf der das Bordellwesen eingehend besprochen worden sei. Dieses Thema gehe aber das Zweigkomitee weniger an, da sich mit dieser Aufgabe das Nationalkomitee beschäftige. Aus den Verhandlungen glaubt der Referent einen Punkt besonders hervorzuheben. Ein Herr habe nämlich die Frage aufgeworfen, ob das Nationalkomitee das konfessionelle Verhältnis der Mädchenhindier und der verschleppten Mädchen festgestellt habe, —llÄlln

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