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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-01-01 · Nr. 2 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 2 - Januar
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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der hochwürdigen Grossloge, nach Tunlichkeil Einrichtungen zu schaffen, welche eine dauernde Erinnerung an dieses seltene Fest bilden, lebhaften Anklang gefunden. Auch bei uns wurde der Gedanke rasch aufgegriffen und es ergab sich bald, dass in unserer Loge die meisten Sympathien für jene Einrichtungen vorhanden waren, welche schon lange eine unserer besten Schöpfungen ist, und die aus Anlass des Jubiläums auf eine feste Basis gesjellt werden sollte. Es sind dies unsere Ferienkolonien! Schon vor vielen Jahren hat unsere Loge mit dem Hinaussenden bedürftiger Schulkinder begonnen, und während wir damals mit zwei Kindern anfingen, ist die Ferienkolonie mit dem Laufe der Jahre auf die stattliche Zahl von ca 50 Kindern angewachsen. Es lag nahe, für eine solche Schar derart Sorge zu tragen, dass für dieselbe ein geeignetes Heim geschaffen werde, welches als Ferienaufenthalt dienen sollte. Das Jubiläum unseres Ordens bot den Anstoss und nach langen und eingehenden Erwägungen, während welcher die definitive Regelung einem gewählten Ausschuss übertragen wurde, gelang es zu einem gedeihlichen Resultate zu kommen. Der Ausschuss trat an die Loge mit dem Antrag heran, in der Nähe unserer Stadt — auf den Rochwitzer Höhen — Grund und Boden zur Erbauung eines Ferienheims für unsere Kolonisten zu kaufen. Dem Ausschusse wurde Vollmacht erteilt und es gelang ihm zu vorteilhaftem Preise ein 6000 qm grosses Grundstück zu erstehen, welches nunmehr berufen erscheint, künftig unseren kleinen Erholungsbedürtigen als Aufenthalt zu dienen. Die Pläne zur Erbauung dieses Ferienheims sind zur Zeit in Ausarbeitung begriffen und über kurz oder lang werden wir zur würdigen Erinnerung an unser Jubiläum, das Heim zur Benutzung übergeben können. Es kedarf wohl nicht erst der Erwähnung, dass für die Errichtung eines solchen Heims die Besorgung der nötigen Mittel Hauptgegenstand der Sorge des erwähnten Ausschusses war. Eine Anzahl Brüder, insbesondere Bruder L e s s e r haben sich darum sehr verdient gemacht, und durch Sammlung unter den Brüdern, Zuwendung aus Logenmitteln etc. dasjenige Kapital zu beschaffen gewusst, das den Bestand unseres Ferienheims sichert. Es soll hier auf Details nicht eingegangen werden, denn Br. Tuchler, der seit langem unsere Ferienkolonien vorzüglich verwaltet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, später bei Eröffnung des Heims nähere Daten in einer ausführlichen Denkschrift zu geben, die dann wohl auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden dürfte. Nicht utaerwähnt aber möchte bleiben, in welch vorzüglicher Weise sich die vor Jahren geschaffene Institution des Schwesternheims bei Beschaffung der Mittel für den genannten Zweck und für andere Aufgaben bewährt hat. Man kam in unserm Schwesternheim auf den Gedanken, Konzerte zu veranstalten. Nachdem zwei Konzerte im Logensaale gute Erfolge zeitigten, nahm man Veranlassung den Kreis der Hörer zu erweitern, wählte zum dritten Konzert ein öffentliches Lokal, das bereits von 300 Personen besucht war, und schritt durch den Erfolg ermutigt, schliess- / 4 '■ '' lieh zu Veranstaltungen grösseren Styles, zu sogenannten „Theeabenden". Man wählte das grösste und respektabelste Lokal unsererer Residenz im Ausstellungspalast, und hatte die Freude, diese Abende, bei denen nach stattgehabtem Konzert Damen der Gesellschaft an Büffets aus gespendeten Gaben ihres Amtes walteten, bereits von Ö00 bis 700 Personen, darunter zahlreiche christliche Mitbürger, besucht zu sehen. Die bisherigen sechs Veranstaltungen brachten für Logenzwecke über 9 000 Mark, eine Summe, die sonst kaum hätte aufgebracht werden können. Der grösste Teil floss den Ferienkolonien und der Gründung des erwähnten Jubiläumsheims zu. Die besten Kräfte unserer Hoftheater und der Königl. Kapelle haben ihre künstlerische Kraft des edlen Zweckes willen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Als Vorsitzende des Damenkomitees wirkte in allen Fällen Fräulein Cäcilie Toepiitz, die Schwester unseres würdigen Präsidenten. ' j Nach den gemachten Erfahrungen können wir den Schwesterlogen gleichartige Arrangements empfehlen. Dies alles verdient insbesondere deshalb hervorgehoben zu werden, weil jeder, der unsere Stadt kennt, weiss, wie gross die Animosität mancher Kreise ist (nicht zum wenigsten unserer eigenen Glaubensgenossen) gegen Veranstaltungen für ausgesprochen jüdische Zwecke. Hier fanden sich alle auf dem Boden gemeinsamer Nächstenliebe zusammen und vielleicht ist hier ein Kern, den herauszuschälen einige Mühe lohnen würde. Interesse wird es auch erwecken, dass unser Schwesternheim dauernd unter der verdienten Leitung von Fr. Salinger und Fr. P r i s t e r sehr segensreich wirkt. Es lässt seinem Kinderhort besondere Aufmerksamkeit angedeihen und zweimal in der Woche versammeln sich die Kleinen zu Spiel und Arbeit unter Aufsicht von Schwestern, die sich abwechselnd dieser Aufgabe unterziehen. In manch junges Herz wurde hierbei der Keim werktätiger Liebe gepflanzt, der dermal einst zu gutem Zwecke aufblühen soll. I ■ ' ■ >■ 1 «■ Nicht minder segensreich wirkt' das Mädchenheim. Allwöchentlich einmal versammeln sich junge Mädchen, meist Geschäftskreisen angehörig, in den Logenräumen, wo bei Vorträgen, Arbeit und Geselligkeit' den jungen Mädchen Anregung und Aufmunterung gegeben wird. Die Vorträge werden teils von Logenbrüdern, teils anderen Persönlichkeiten gehalten und haben stets lebhaften Anklang gefunden. Zu Chanuka veranstalteten sowohl Kinderbort als Mädchenheim je eine würdige heitere Feier, in denen unser Br. Rabbiner Dr. Winter die Anwesenden mit herzerquickender Ansprache erfreute. Als besonders segensreioh wirkend muss in unserer Loge auch der Jünglingsverein erwähnt werden. Unter der unermüdlichen Leitung der BBr. Mehrländer und, Dr. Stein ist ähnlich den Mädchenabenden auch für Jünglinge vor zwei Jahren eine Einrichtung geschaffen worden, die sich auf das Glänzendste bewährt hat. Der Besuch betrug im ersten Jahre ca. 25 junge Leute pro Abend, während jetzt oftmals schon 60 Jünglinge anwesend waren. Dieselben /..>.-.. >> -t •»■

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