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Bericht der Großloge für Deutschland · 1908-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1908
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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unseres hochw. Ex-Grosspräsidenten: „Schönes sehen, Schönes empfinden oder gar selbständig schaffen, tut der jüdischen Jugend not, es befreit sie von einem eigenartigen seelischen Drucke, in den sie durch tausendjährige Vernachlässigung geraten ist16). Aus dem Sitzungs-Protokoll der Jugendschriften-Kommission. Berlin, den 17. November 1907. Anwesend sind. die BBr. Dr. Adler-Frankfurt a. M., Dr. Elbogen, Rabb. Dr. Eschelbacher, Dr. Karpeles, Fleiscbrhacker. Dr. Spanier-Magdeburg, Kaufmann-Stuttgart, der Grossekretär D. Wolff und Dr. Finkel, der forlan die Akten der Jugendschriften-Kommission bearbeiten wird. Der Vorsitzende Br. Dr. Elbogen eröffnet die Sitzung mit einer herzlichen Begrüssung der Erschienenen und bedauert, dass der Plan, auch ausserhalb Berlins Sitzungen der Jugendschriften - Kommission abzuhalten, gescheitert sei. Dem Berichte über die Tätigkeit der Kommission seit der letzten Sitzung im Dezember 1906, in welcher der Beschluss gefasst und auch durchgeführt worden ist, eine Verbilligung des Buches „Major Burg" herbeizuführen, ist folgendes zu entnehmen. Anlässlich des 25 jährigen Jubiläums sei dem Vorsitzenden die ehrenvolle Aufgäbe zuteil geworden, einen Artikel in der Festnummer der Monatsberichte über die „Jugendliteratur* zu schreiben. Auch habe die Maretzki'sche Schrift, „Geschichte des Ordens Bnei Briss", über die Jugendschriften-Kommission ausführlich gesprochen; , der Passus sei im „Wegweiser" veröffentlicht worden. Im Laufe des Jahres habe die Kommission eine Anzahl von Büchern zur Prüfung und Begutachtung erhalten, so z. B. das Chanuka-Festspiel von Br. Dr. Ackermann, die beiden Preisschriften über „"Raschi" von Br. Dr. Doktoc- Cassel und Dr. Beermann-Insterburg, „Einsames Land' von Br. Dr. Münz-Gleiwitz, „Das Andachtsbuch für die deutschen Soldaten jüdischen Glaubens" von Dr. Beermann und schliesslich diejenigen Schriften, welche infolge des Preisausschreibens eingelaufen seien. Auch die Buchhandlung M. W. Kaufmann-Leipzig habe der Kommission eine Anzahl von Jugendschriften zur Prüfung vorgelegt, besonders die von Herzberg-Bromberg. Von all den vorgelegten Arbeiten aber entsprächen nur wenige den Anforderungen der Kommission. Nach der Berichterstattung wird über den 1. Punkt der Tagesordnung „Erledigung des Preisausschreibens" verhandelt. Da die Voten der Kommissionsmitglieder über die eingelaufenen Preisschriften auseinander gehen, wird eine Preisteilung beschlossen und zwar solle aus den zur Prüfung vorgelegten Märehen eine gewissenhafte Auslese geschaffen und nur das Beste gewählt werden. Den Autoren der für druckreif erachteten Märchen solle für ihre Erzeugnisse /in entsprechendes Honorar gezahlt werden. Eine engere "j'Maretzki a. a. O. (8. 231). Kommission aus den Brüdern Elbogen, Eschelbacher und Fleischhacker bestehend, wird sich demnächst mit dieser Auswahl beschäftigen. Ferner wird beschlossen*« zur schnelleren Erledigung und Prüfung eingelaufener * Jugendschriften kleinere Kommissionen vön je drei Mitgliedern einzusetzen. Es werden somit in Zukunft zwei kleinere Kommissionen ständig tätig sein, eine in Berlin, die andere in Frankfurt a. M.; zur letzteren gehören auch die BBr. Moses- Mannheim und Kaufmann Stuttgart. Die Punkte 5 und 4 der Tagesordnung: „Die Ausgestaltung des Wegweisers" und der ,'rAntrag des Br. Dr. Kahn auf Unterstützung einer von ihm geplanten Zeitschrift für die Jugend" werden gemeinsam beraten. Br. Dr. Elbogen berichtet ausführlich über die Vorgeschichte dieses Antrages. Ein Student der Medizin, sei eines Tages. zu ihm mit der Mitteilung gekommen,- dass er (der Student) eine Jugendzeitschrift herauszugeben beabsichtige, für die er einen Verleger bereits gefunden habe. Er fragte nun bei Dr. Elbogen an, ob die Grossloge dieses Unternehmen unterstützen würde. ' Diesem Studiosus sei auch Br. Dr. Kahn von einer Seite als Mitarbeiter empfohlen Wörden, mit dem er sich nun in Verbindung gesetzt habe. Br, Dr. Kahn habe aber nichts» von dem Verlage wissr wollen, sondern sich mit dem Plane der Gründung / er Jugendschrift an die Grossloge gewandt, die ihm aber geantwortet habe, sie selbst trage sich mit dem Gedanken den „Wegweiser" zu einer Jugendschrift auszugestalten. Darauf habe sich Br. Dr, Kahn von der Sache losgesagt, sei aber 'spater wieder mit einem Memorandum gekommen, in welchem er die Notwendigkeit einer Jugendzeitschrift nachzuweisen sich bemüht und den Antrag auf Gründung einer solchen gestellt habe. In der daran sich anschliessenden.Debatte unterstützt Br. Eschelbacher den Antrag des Br. Dr. Kahn, während alle übrigen Kommissionsmitglieder ihn ablehnen. Es wird ausgeführt, dass bereits vor Br. Kahn andere Schriftsteller solche Versuche gemacht hätten, die aber alle gescheitert seien aus Mangel an Mitarbeitern Und der Zahl der Abonnenten. Ferner wurde die Befürchtung ausgesprochen, dass eine solche Zeitschrift, an der auch junge Leute mitarbeiten würden, ein Tummelplatz für die verschiedensten Parteien und Richtungen im Jüdentume werden und so das Bestreben der Grossloge, alle Riehtungen mit gleicher Liebe zu umfassen, gefährden (könnte. Von einer Seite wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch die christlichen Zeitschriften dieses Genres mit materiellen Schwierigkeiten gar sehr zu kämpfen hätten, und dass die Auswahl des zu bietenden Stoffes gerade bei einer jüdischen Jugendschrift, die für alle Kreise bestimmt sei, enorm schwer sein würde. Dagegen waren alle für eint Ausgestaltung des „Wegweisers,* Nach eingehender Beratung wird nun der Antrag des Br. Dri Kahn einstimmig abgelehnt und beschlossen, den „Wegweiser" mit einem belehrenden und belletristischen Teil für die reifere Jugend auszugestalten.

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