Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 10 - Dezember
- Date
- 1907-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 136 — dem Schilling unternahm, waren 31 Kinder eingereiht, Knaben and Mädchen. Sie wurden von einer dazu engagierten Dame geführt, die in ihrer Aufgabe durch Ehrendamen aus dem Kreise unserer Schwestern wirksam unterstützt wurde. Die - Verpflegung bestand in je Vs Liter Milch, Vespergebäck und Abendbrot, bestehend aus Eiern und belegten Broten. Mit Turnen und Gesellschaftsspielen wurde die Zeit ausgefüllt. Trotzdem die Spaziergänge des schlechten Wetters wegen fünfmal unterbleiben mussten, ist auch hier eine Gewichtszunahme bis zu 5 Pfund erzielt worden. Die Verpflegungskesten beliefen sich auf Mk. 110,53 : das Honorar der Führeriu .... ._v SO,— Mk. 160,03 Ausser diesen beiden Institutionen* zu Gunsten von Schulkindern hat unsere Loge vor drei Jahren eine Einrichtung ins Leben gerufen, durch die auch leidende Frauen und in Geschäften tätige Mädchen Erholung und Kräftigung finden können. Diese Kolonie ist an die Walderholungsstätte in Unterberg angegliedert, die der hiesige Verein zur Fürsorge tür kranke Arbeiter dort eingerichtet hat. und wo uns gestattet wurde, eine eigene provisorische Küche zur Herstellung eines rituellen Mittagbrotes in ei lern zu diesem Zwecke uns überwiesenen Räume einzurichten. Im übrigen erhielten die Patienten ihre Verpflegung aus dem Erholungsheim auf unsere Rechnung laut ärztlicher Vei Ordnung. Auch war ihnen eine Wohnung gemietet, damit sie nicht genötigt waren, für die Nacht in ihre unhygienischen Stadtwohnungen zurückzukcrei,; was erwiesenermassen bei Frauen und Kindern den Erfolg sehr beeinträchtigt. Der erzielten Erfolge und des gesteigerten Bedürfnisses wegen musste diese Kolonie von Jahr zu Jahr vergrössert werden. In diesem Sommer gehörten dazu!0 Personen, 4 Frauen, 4 Lehrmädchen. 22 Schulkinder, die von unseren Aerzten ausgesucht und über zwei Kurperioden von je vier Wochen verteilt waren. Drei von diesen Patienten blieben über beide Kurperioden, auch nahmen mehrere Personen an dem rituellen Mittagbrot teil, die ausserhalb unserer Kolonie sich auf Kosten von Kassen im Erholungsheim aufhielten. Der Gesundheitszustand in unserer Kolonie war stete gut, die Gewichtezunahme schwankte zwischen und IV* Pfand. Die Ausgaben betrugen: Strassenbahn und Eisenbahn . . Transportkosten....... Wohnungsmiete....... Verpflegung*- und sniistige Kosten Mk. 06,95 32 — 200,— 001,02 Mk 1290.97 Zu dieser Summe sind namhafte Beiträge von den hiesigen Synagogengemeinden, verschiedenen Wohltätigkeitsvereinen und von mehreren Brüdern unserer Logen gespendet worden. Benno Kray u , Präsident Amalie Behr Vorsitzende der Schwesternlosre. Aus dem Gedächtnisbuch der Grossloge. Seit unseren letzten Angaben haben wir den Tod gender Brüder zu beklagen. Es starben: fol- 88. Am 11. November 1907 Br. Alex ttzlg, Mitglied der Berthold Auerbach-Loge in Berlin seit dem 22. November 1885, geb. 1847 in Nakel. 89. Am 14. April 1907 Br. Boritz Lehr, Mitbegründer der Dalberg-Loge in Worms — 6 April 1902 —, geb. den 21. Juni 1848 in Grebenau. ' 90. Am 18. November 1907 Br. Max Roth, Mitbegründer der Gabriel Riesser - Lo^e in Thorn — 10. April 1896 - , geb. den 10. April 1803 in Lublinifz 91. Am 19. November 1907 Br. Simon SalomOD, Mitglied der Märkisehen-Loge in Dortmund seit den 9. Dezember 1897, in die Zion-Loge in Hannover eingeführt den 26. September 1892, geb. den lö. Dezember 1854 in Oderkirchen. 92 Am 19. November 1 91 »7 Br. Heinrich Jafle, Mitglied der Lessing Loge in Breslau seit dem 7. Januar 1888, geb. den 26. Oktober 1842 in Gnesen. 93. Am 8. November 1907 Br. Bernhard Mendelssohn, Mitbegründer der Eger - Loge in O.strowo -4- 21. Februar 188*; —, geb. den 12. Dezember 1834 in Jarotschin. 94 Am 30. November 1907 Br. Moritz Herr mann, Mitbegründer der Toleranz-Loge in Landsberg a./W. — 20. März l'»07 —, geb. den 4. Oktober 1841 in Schwerin a./W. Aus dem Kreise unserer Bruder. Sinai-Loge in Cassel. Am 29. August verstarb hier an einem tückischen Leiden im besten Mannesalter Br. Leopold Plaut. Die Stellung, die er in unserer Glaubensgemeinschaft einnahm, sein Wirken innerhalb unserer Loge, seine Herzenseigenschaften and seine Wesensart verdienen es, dass seiner in diesen Blättern ausführlicher gedacht weide. Er stammte aus einem kleinen Ort, aus Witzenhausen, und war in seiner Jugend in allen Zweigen der jüdischen Religion unterrichtet worden. Eine tief innerliche Liebe zum angestammten Glauben blieb ihm stets eigen. Sie bekundete sich dort, wo es galt, für seine Glaubensgenossen einzutreten. Mit hingebendem Eifer bekleidete er lange Jahre das Amt eines Gemeindevorstandes, widmete sein lebhaftestes Interesse, seine unermüdliche Arbeits-