Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 10 - Dezember
- Date
- 1907-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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— 135 — es wird von einem grossen Teile unserer hiesigen Logenmitglieder das Zeitnng8inserat als einziges Mittel zur Beschaffung von kaufmännischem und gewerblichem Personal benutzt. Es dürfte deshalb von dieser Stelle aus darauf hinzuweisen sein, dass dieser Verein bestrebt ist, allen Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden und dass diese wohltatige Einrichtung, die unendlich viele Glaubensgenossen Tor dem wirtschaftlichen Verfall schon gerettet hat, fernerhin nur bestehen nnd ihre Aufgabe erfüllen kann, wenn ihr das Interesse der Logenangehörigen in weitestem Masse zu teil wird. Nähere Auskunft gibt das -Bureau der Berliner Logen: Wilhelmstrasse 118, Amt 6, No. 12875 oder das Bureau des Arbeitsnachweises: Monbijouplatz 10. Amt 3, No. 2589. Chanukafeier im Fürsorgeheim der Gross-Loge. Das J atta sehe Fflrsorgeheim der Gross- Loge für Deutschland U. O. B. B. für Waisen und andere bedürftige Kinder beging am letzten Sonntag eine Chanukafeier, die, wenn auch nur im engen Rahmen stattfindend, doch verdient, allen Brüdern unseres Distrikts zur Kenntnis gebracht zu werden. Von Br. Max Jaffa (Montefiore-Loge) im Verein mit der hochw. Gross-Loge ins Leben gerufen, hat das Heim überraschend schnell seine segensreiche Wirksamkeit aufgenommen, dank dem Opfersinn des ersten Stifters, dank der Mitarbeit der Kuratoren und der unermüdlichen Ehrendamen. üeber mancherlei Widerstände, Bedenken und Einwände hinweg ist man energisch zur Tat geschritten, hat alle Ueberängstlichkeiten mutig bei Seite geschoben und hat im Vertrauen auf die gute Sache entschlossen das Fürsorgeheim in zunächst gemieteten aber ansprechenden Räumen Leibnizstr. 106 eröffnet. Zehn Kinder geniessen bereits den Segen des Heims; die Aufnahme weiterer Zöglinge wird bald erfolgen können. In Br. Dr. F i n k e 1 hat das Heim einen vortrefflichen Leiter gefunden, der mit Verständnis und Umsicht, Liebe und Hingebung dem Institut vorsteht Die eindrucksvolle Chanukafeier als erste zusammenfassende Vorführung dar in unserem jungen Heim erzielten Erfolge war auch ein persönlicher Erfolg der Tätigkeit des Leiters und seiner Gattin. Gesund und frisch an Körper und Geist, ein erquickendes und rührendes Bild, traten die Kinder einzeln vor und brachten reizvolle angemessene Verse und Lieder zum Vortrag. Die Festrede des Br. Dr. Kinkel mahnte die Kleinen zur Dankbarkeit und Bescheidenheit und entwickelte den leitenden Grundgedanken des Heims nach der Richtung einer familiären, häuslichen intimen Erziehung, fern von aller uniformierender Einseitigkeit und Schablone. Sichtlich ergriffen sprach dann der Br. Gross-Präsident Justizrat Timendorfer seine innigste Freude und Genugtuung über das Entstehen des so zielbewusst verwirklichten Instituts aus, dass ans bescheidenen Anfängen berufen'scheine, dem gesamten Otden in Deutschland zum Stolz und zur Zierde zu werden; mit herzlichen Worten des Dankes an den Stifter, die Kuratoren und .die Ehrendamen verband der Gross-. Präsident den Ausdruck der Anerkennung an Br. Dr. Finkel und seine Gattin; liebevoll' ermahnte auch Br. Timendorfer die Kinder zu Gehorsam, Folgsamkeit und gesittetem Betragen. Gemeinsamer Sang des Chanukaliedes begleitete die erhebende Feier, an deren Schluss sämtliche Kinder durch den Stifter und seine Gattin. mit schönen Geschenken bedacht wurden. Wie das Chanukalicht erinnernd gemahnt an die Glanzzeiten stolzer Siege und Erfolge jüdischer Geschichte, so leuchtete diese Feier in die bewegten Herzen aller Teilnehmer hinein als ein Symbol unversiegbaren jüdischen Opfersinns und unverlöschlicher Hilfsbereitschaft, ein Wegweiser zugleich für fruchtbare soziale Ordensarbeit. Allen Logen unseres Distrikts und lieben Ordensbrüdern sei dieses verheissungsvolle Fürsorgeheim der Grossloge für Deutschland zur wärmsten Anteilnahme nnd Förderung empfohlen.*) Berlin, den 3. Dezember 1907. •■*.-;« Maximilian Stein. »• k. - Wohlfahrtseinrichtungen der Logen. Ferienkolonien der Amlcltla-Loge in Posen. Wie alljährlich, so hat auch in diesem Sommer unsere Loge die Errichtung von Ferienkolonien für die erholungsbedürftige Jugend unserer unbemittelten Glaubensgenossen ihre volle Sorgfalt zugewendet. Zunächst wurden. 16 kranke Kinder infolge ärztlicher Verordnung in das Kurhospital zu Kolberg entsendet, derart, dass sie über 4 Kurperiodep von je 4 Wochen verteilt waren. Zwei von ihnen blieben 8 Wochen dort. Der Erfolg war im allgemeinen zufriedenstellend. Wenn auch ein Knabe ein Pfund abgenommen hat, so betrug doch die Gewichtszunahme bei 15 Kindern zwischen 1 und 10 Pfund. Es wurden aufgewendet:. für Reisekosten . . Mk. 145,15 für Kuraufenthalt . „ 483,25 für Ausrüstung. . . „ 60,— * Mk. 688,40 « In eine Stadtkolonie, die während der Schulferien viermal wöchentlich in den Nachmittagsstunden Spaziergänge nach *) Die W. F ri e d r i c h -L o ge , Heidelberg, hat zur Ausschmückung der Kaume unseres Heimji ein reizendes Kinderbild gestiftet. Mit innigem Danke hat'die hochw. Grossloge dieses Geschenk angenommen und sieht - darin einen erneuten Beweis des lebhaften Interesses,'das diese Loge für die Schöpfungen"unseres lieben Ordens beseelt. . ■ ",