Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 8 - Oktober
- Date
- 1907-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 102 — ist, es gelang uns, für die Ordensidee Kreise zu interessieren, welche derselben bis jetzt mehr als skeptisch gegenüberstanden. Ferner gelang es uns, in den einzelnen kleinen Städten Unterfrankens festen Fuss zu fassen. Stützpunkte für unseren < »rden zu gewinnen. In Kissingen. Schweinfurt, Kitzingen. Marktbreit und Heidingsfeld wohnen nun liebe Brüder. Ihrer I sei mit besonderem Danke hier gedacht. Sie scheuen keine Zeit, sie nehmen die I nbeiuemlichkeit sehr später Heimfahrt mit in den Kauf, um den Arbeitssitzungen oder den Familienabenden beizuwohnen. Das Vermögen der Frankenloge bat sich im letzten Jahre um Mk. 2000 vei mehrt und beträgt heute Mk. 12000. Durch die Opferfreudigkeit der Brüder, die keine Gelegenheit vorbeigehen liessen, ohne der Loge in materieller j Weise zu gedenken, konnten wir den verschiedenen Wohl- L tätigkeitsanstalten reichliche Zuweisungen machen. Unsere russischen verfolgten Glanbensgenossen wurden in hochherziger Weise von der Loge und auch von den einzelnen Brüdern bedacht. Besondere Freude bereitete es uns, dass wir in diesem Jahre 12 Kinder, Knaben ncd Mädchen in die Ferienkolonie entsenden konnten, und zwar neu ausgestattet vom Kopf bis zum Fuss mit einem Gesamtaufwand von ca. Mk. 1000. Wer die Kinder gesehen hat, als sie weggingen, und als sie nach einem vierwöchentlichen Aufenthalt im Spessart strotzend von Gesundheit wiederkamen, der kann die Freude begreifen, die uns dieses Werk der Nächstenliebe bereitet hat. Die Sitzungen gestalteten sich dadurch, dass immer lehrreiche Referate erstattet wurden, sehr interessant. Alle die Brüder zu erwähnen, die sich in dieser Beziehung betätigten, ist nicht möglich. Hervorheben möchte ich neben; dem w. Präsidenten die BBr.Kohn, Dr. Riesenfeld, Dr. Gutmann, die sowohl in geschlossener als auch in offener Loge die Anwesenden durch interessante Vorträge aufs beste unterhielten und anregten. Besonders sei hier erwähnt, dass Br. Dr. Riesenfeld keine Gelegenheit vorübergehen Hess, um in zahlreichen Referaten und warmherzigen Vorträgen in- und ausserhalb der Loge für seine Lieblingsidee, ein isr. Kranken- | schwesternheim in Würzburg zu gründen, Anhänger zu werben. Wenn die Hindernisse, die sich diesem Plane entgegenstellen, zwar unüberwindlich erscheinen, so glauben wir doch, dass es dem unermüdlichen Vorkämpfer gelingen wird, sein edles Vorhaben durchzusetzen. Wenn auch die Frankenloge Stiftungsfesten, Bällen n.dergl. ziemlich kühl gegenübersteht, so hat sie es doch verstanden, die Installation der neugewählten Beamten zu einer hehren Feier zu gestalten. Besonders in diesem Jahre war die Einführung der Beamten dank der grossen Hingabe unseres lieben Freunde?, des Br. Expräsidenten Beer aus München eine erhebende, eine Feier, so grossartig, wie sie in unserem Logensaal noch nicht stattgefunden hat. Alle Brüder waren gekommen, von nah und fern, die hiesigen und auswärtigen, sodass unser Logensaal kaum alle Brüder zu fassen vermochte. Mit freudigem Stolz und sichtbarer Rührung konnte der zum drittenmale gewählte Präsident mit Hinweis auf seine Beamtentätigkeit die Festand Weiherede ausklingen lassen in dem Satze: „Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn zuvor." Zum Schlüsse möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass der anlässlich des 26jährigen Jubiläunis des Ordens gestiftete Fonds von Mk. 1000 auf Mk. 1500 angewachsen ist. Wie wir mit Zufriedenheit auf die Vergangenheit blicken, so können wir auch der Zukunft mit Zuversicht entgegensehen, hoffend, dass es uns immer mehr gelingen wird, die grossen und erhabenen Prinzipien unseres geliebten Ordens zu verwirklichen zu unserem Segen und zum Segen des ganzen Judentums. Gustav Rosenthal, Marschall. Von derselben Loge erhalten wir folgendes Referat, das Br. H. Sichel vor kurzem gehalten hat. „Vor einigen Wochen hatten wir das Vergnügen, den Delegierten der Grossloge, den würdigen Expräsidenten Br. Beer aus München bei uns begrussen zu dürfen, und kann ich mich der Freude, die unser würdiger Präsident bei seinem Begrüssungswort zum Ausdruck brachte, voll und ganz anschliessen., Freuen wir uns auch mit jedem leider so seltenen Besuch unserer auswärtigen Brüder, so ist gerade Br. Beer, ein besonders gern gesehener Gast bei uns, weil er immer viel Interessantes und Wissenswertes zu berichten weiss und weil er unsere Wünsche an geeigneter Stelle stets in liebenswürdigster und nachdrücklichster Weise vertreten hat. Auch diesmal hielt uns Br. Beer wieder einen glänzenden Bericht über sein Wirken als Mitglied des Generalkomitees als auch über die Erfolge und Arbeiten der München-Loge in jüngster Zeit. Und bei dieser Gelegenheit, liebe Brüder, bat bei mir wieder ein Gedanke Nahrung gefunden, der sich mir schon öfters vorher aufgedrängt hatte. Ich bin nämlich der Meinung, und es würde mich sehr freuen, wenn Sie, liebe Brüder, dies mit mir empfinden würden, dass der Zusammenhang der einzelnen Logen ein zu lockerer ist, und wir über die Arbeiten und Erfolge unserer benachbarten Logen nichts hören, nicht einmal durch einen kurzen Bericht in unserer Monatsschrift. Durch einen innigeren und regeren Verkehr mit unseren benachbarten Schwesterlogen könnte uns nnd vielen anderen kleineren Logen neben wertvollen Anregungen auch ein Weg gezeigt werden, wie wir bereits bestehende Institution weiter auszubauen und im Sinne unseres geliebten Ordens auszugestalten haben. Wie Sie sich erinnern, haben wir an jenem Abend mit Br. Beer die Errichtung eines Knabenhortes in Würzburg besprochen und wie wertvoll waren für uns seine Mitteilungen als auch die Ausführungen eines gerade anwesenden Bruders aus Nürnberg, der uns darüber Bericht erstattete, wie und auf welche Weite man schon vor einigen Jahren diese Institution in Nürnberg ins Leben gerufen hat, und zu welchen bedeutenden Erfolgen sich diese Einrichtung für die Maimonides- Loge gestaltete. Wäre uns dieser Bericht schon früher zugegangen, wäre vielleicht schon im vorigen Winter den Knaben dürftiger Familien die Wohltaten eines Hortes zuteil geworden. Dies nur e i n Glied einer ganzen Kette derartiger Fälle, die ich hier aufzählen könnte. Aber wie las st sich dieser engere Verkehr anbahnen, ohne unseren, ohnedies schon sehr überbürdeten Beamten noch weitere Mühen und Lasten aufzulegen? Auch diesen Punkt habe ich, bevor ich mit einem Referat vor Sie trat, in Erv > i; | i Är