Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 8 - Oktober
- Date
- 1907-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10:? ' . I wagung gezogen. Ich mache, falls mein Gedanke das Interesse and die Genehmigung der Grossloge finden sollte, den Vorschlag; in unseren Protokollen die internen Angelegenheiten der Loge und die Punkte, die von allgemeinem Inteiesse sind, gesondert zu behandeln. Letztere würden dann monatlich von Br. Marschall zusammengestellt and hektographiert den benachbai ten Logen zugehen. Von einer derartigen Einrichtang verspreche ich mir fdr die Entwicklung der einzelnen Logen viel mehr als von der wahrscheinlich kostspieligen Reorganisation unserer Monatsberichte und „Mähr Leben," um mit Br. Rechtsanwalt P e i s e r zu sprechen, wurde in unsere Logen auf diese Weise einziehen. Wir bringen diese Aasführungen unseres Br. Sichel hiermit zur Kenntnfs der Grossloge und wurden uns freuen, wenn dieselbe dieser Anregung näher treten wurde. Aus dem Kreise unserer Brüder. Wie immer benutzte ich auch in diesem Jahre die Einsamkeit meiner Ferien wander ung, am mir selbst Rechenschaft über meine Logentätigkeit abzulegen. Das Resultat meiner Betrachtung lege ich den werten Brüdern zur ev. Diskussion vor. . Die Sätze scheinen nur Selbstverständliches zu enthalten, allein ich habe bemerkt, und nicht nur in der Franken-Loge, dass sie etwas in das Hintertreffen gelangt sind. Ihnen wieder mehr Geltang in den Logen za verschaffen strebe ich mit allen Kräften an, and veröffentliche sie daher an dieser Stelle. Ich bemerke noch, dass es nicht theoretische Erwägungen siad, welche mich zar Niederschrift bewogen haben, sondern jedem einzelnen Satze liegen praktische Erfahrungen zu Grunde. Die Form karzer Sätze habe ich gewählt, um die Zeit der Leser und die meinige nicht zu sehr in Ansprach zu nehmen. Von einer Begründung der Sätze mass ich leider absehen, da eine solche manchmal in das persönliche Gebiet fibergreifen mfisste. 1. Wohltätigkeit and soziale Fürsorge bilden nur den kleineren Teil des ü. O. B. B.-Programms. (W. B. u. E.). 2. Immer wieder ist es za betonen, dass Brüderlichkeit der Grundpfeiler unseres geliebten Ordens ist. 3. Unter Brüderlichkeit ist nicht nur die Beteiligung an gemeinsamer Arbeit zu verstehen. 4. Der Satz: „Gegenseitige Hilfe ein Entwicklungsprinzip, M gilt besonders für das ethische Gebiet. 5. Die Formen, nicht nur die des Rituals, sind innerhalb der Logen streng za wahren. 6. Jeder Binder soll, jeder Präsident massversuchen, alle Brüder seiner Loge näher kennen za lernen. 7. Es ist za erwägen, ob neben der Gründung zentraler, konfessioneller Wohltätigkeitsanstalten nicht die Unterstützung provinzialer, simultaner Anstalten angezeigt wäre. (Blindeninstitute, Taubstummenanstalten, Erholungsheime u. dergl.). 8. Es heisst nicht: Jeder unbescholtene, sondern jeder edeldenkende Jade soll eingeladen werden mit uns zu arbeiten. Wer anter „edeldenkend" zu verstehen ist, entscheidet in erster and letzter Instanz jede Loge durch Kugelung. Ö. Das Logenorgan bleibt ausschliesslich für Ordensangelegenheit reserviert. 10. Die jetzige Ordnung der Vorlragsangelegenheit entflicht mehr den Gewohnheiten der Literatur vereine als denen des Ordens. 11. Offizielle Einladungen zu den einfachen Logenfeierlichkeiten und Festen an Nichtangehioige des Ordens sind unstatthaft. . Schulhöfer, Präs. Auszöge aus den Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmaler in Frankfurt a. DI, Die Sammlung älter jüdischer Kunstdenkmäler ist bisher vollständig vernachlässigt worden. Zwar wurde vor Jahren in London eine Ausstellung jüdischer Gegenstände veranstaltet, auch hat sich in Wien eine Gesellschaft zur Erhaltung jüdischer Kunstdenkmäler gebildet, aber genügende Aufmerksamkeit wurde diesem Zweige der Kunstgeschichte nicht geschenkt. Der Initiative des Herrn Direktor Frauberger in Düsseldorf and der Manifizenz unseres Bruders Charles L. Hallgarten in Frankfurt a. M. ist es zu verdanken, dass hierin eine Aenderung eingetreten ist. Im Jahre 1896 stellte Br. Haligarten Herrn Direktor Frauberger Mittel zur Verfügung, um Studien für eine Sammlung jüdischer Kunstdenkmäler zu machen. Der Erfolg war «o günstig, dass schon «im nächsten Jahre, 1897 sich in Frankfurt a. M. eine Gesellschaft zur Unterstützung dieser Bestrebungen bildete. Der Vorstand dieser Gesellschaft bestand aus,den Herren: Charles L. Hallgarten, Direktor Baerwald, G. Speier, Rechtsanwalt Plotke. Die Aufgabe dieser Gesellschaft ist, in allen Ländern, in denen Juden gewohnt haben, Nachforschungen anzustellen, die Ergebnisse der Forschung in einem Organe zu veröffentlichen. Das Gebiet ist ausserordentlich gross, es soll umfassen Architektur, Plastik, Malerei, dekorative Kunst, beginnend mit den Uranfängen künstlerischer Arbeit des israelitischen Volkes. a) Architektur: Aus dem Altertum Beschaffung von Abbildungen der erhaltenen Reste des Salomonischen Tempels, ein Teil des Palastes des Königs David in Jerusalem, des Palastes des Hohenpriesters Hirkanus II im Ostjordanland. b) Den Bau von Synagogen aus dem Beginn des Mittelalters bis auf die Neuzeit im. Bilde festzuhalten. Da ist die sog. Eliassynagoge in Damaskus, die Karaeersynagoge in Jerusalem, die Synagoge des Rabbi Meir in Tiberias, die romanische Synagoge in Worms, die gothische in Prag. Aus dem 14. Jahrhundert die Altschule in Prag und die alte schöne gothische Synagoge in Erfurt. Aus der Zeit der Kreuzzüge stammen die beiden uns noch als katholische Kirchen erhalten gebliebenen Synagogen zu Trani und zwei zu Toledo, die aus dem Mittelalter stammen. Unter Theodorich dem Grossen 493 n. Chr. lebten in Sizilien gegen 4000 Juden; vielleicht finden sich dort noch bauliche Ueberreste jüdischer, Gotteshäuser. Aus dem lß. Jahrhundert stammen u. a. die prächtige grosse Synagoge von Venedig und mehrere kleine Synagogen in Padua, Venedig, Rom; dem 17. Jahrhundert gehören die merkwürdigen Holzsynagogen and einige Steinsynagogen in Polen an.