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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-10-01 · Nr. 8 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 8 - Oktober
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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- 101 — sofern die Mitgliederzahl dieser Loge anter zwanzig sinken würde, ernennen'wir zum Stif Jungs vorstand den Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Darmstadt und, falls dieser nicht mehr bestehen sollte, den jeweiligen Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft daselbst. — § 6 Die Dauer der Stiftung ist auf 50 Jahre bestimmt: es sollen zur Erreichung des in § 2 erwähnten Stiftungszweckes in den ersten siebzehn Jahren ausser den Zinsen jährlich 400 M.. in den darauffolgenden sechzehn Jahren jährlich 800 M., in den letzten siebzehn Jahren jährlich 1200 M. vom Kapital verwendet werden. — Der Stiftung* vorstand hat die Fuhrung der Stipendiaten sowohl innerhalb als auch ausserhalb derScbule zu überwachen.— Den Stiftern bleibt vorbehalten die Stipendien zu genehmigen. — Nach deren Ableben geht das Genebmigungsrecht auf deren ältesten Schwiegersohn über. — Die Nachricht von dieser Stiftung wird sicherlich alle unsere Brüder wohltuend berühren. Die Stipulation der einzelnen Satzungen sowie der sorgfältig ausgearbeitete Verwendungsplan zeigen von genauer Präfang und mühevoller Erwägung. Der edle Stifter will nicht das Gelehrtenproletariat, das bei den Juden in einem geradezu erschreckendem Masse anzutreffen ist, vermehren, vielmehr den ärmeren Kindern jüdischen Glaubens eine gute Schulbildung ermöglichen, sie praktischen Berufen zuführen, and sie so in den Stand setzen, den Kampf ums Dasein leichter zu .führen. Auch der Modus, Edles bei Lebzeiten zu stiften, and die hehren Früchte desselben selbst gemessen za können, ist nachnabmensand empfehlenswert. Möge diese Stiftung den edlen Zweck e> füllen and möge sie als Ansporn dienen für andere Brüder in unserer Mitte, die mit Glücksgütern gesegnet and in der Lage sind, Weike der Liebe za schaffen. Virant sequentes! Das Erziehungsheim in Beelitz. (Jeher das geplante Erziehungsheim für schwachsinnige Minderjährige in Beelitz sind wiederum beträchtliche and hocherfreuliche Fortschritte za berichten. Unter dem 8. Augast lief beim Deutsch-Israelitischen Gemeindebund ein Allerhöchster Erlass Sr. Majestät des Königs eio, durch den genehmigt wird, dass die geplante Anstalt den Namen „Wi lhelm-Auguste Victoria-Stiftung' führt. Der von Herrn Baumeister Alterthum herrührende Bauplan wnrde in einer Sitzung der Baukommission am 2. d. M., namentlich auch hinsichtlich der von unserem Br. Dr. Maretzki mit Recht so betonten wichtigen Frage, wie die Trennung der Geschlechter durchzufahren sei, eingehend geprüft. Die besondere psychische Veranlagung dieser Kinder erfordert eine ganz strenge Sonderung der. Geschlechter. Wenn auch die Aufsicht das Wichtigste' sein mnss and wird, muss schon durch den Bau dafür gesorgt werden, dass die Aufsicht erleichtert wird. Dem Baumeister ist die Lösung dieser Aufgabe gelungen: die beiden anter einem Dache, aber in getrennten Flügeln unterzubringenden Geschlechter werden nur beim Essen, also bei einer Gelegenheit, wo die vollkommenste Aufsicht vorhanden ist, zusammenkommen können. Auf Empfehlung unseres Bruders Baumeister Weile wurde beschlossen, der „grossen Kommission", die am l.d. M., Sonnabend abend zusammentrat, die Annahme des auf. 105 800 Mark veranschlagten Planes zu empfehlen. I m es tunlichst zu ermöglichen, dass noch in diesem Jahre der Bau begonnen Werden könne, ist am 3. d. M. eine aus den Herren Baumeister Alterthum und Prof. Dr. Schaefer bestehende Deputation mit der Kgl. Regierang, Abt. für Schalwesen in Potsdam wegen Verständigung über die der Anstalt zu erteilenden Konzessionierung in Verbindung getreten. Sofern dieser Schritt den gewünschten Erfolg hat, soll die Ausführung des Baues, über dessen Einzelheiten in diesen Blättern eingehend zu berichten sich Br. Weile für die Zukunft vorbehält, einem in Beelitz domizilierenden Zimmermeister übergeben werden. Auch der von Br. Rechtsanwalt Dr. Ignatz Cohn herrührende Entwarf einer Verfassung für den besonderen Verein, dem die Verwaltung -des- Institutes durch die Gründerkörperschaften übergeben werden soll, liegt nun vor und wird in einer am 9. d. M. stattfindenden Sitzung der Statuten- Kommission vorberaten werden und alsdann an die „grosse Kommission" gelangen. So steht denn zu hoffen, dass auch die Propaganda- Kommission bald die genügenden Grundlagen für eine wirksame Entfaltung ihrer Tätigkeit tinden wird. Dr. N. Aus den Logen des VIII. Distrikts, f Die Franken-Loge. Nachstehend unterbreite ich den w. Brüderp einen kurzen Bericht über den Stand unserer Loge, sowie über unsere Tätigkeit im verflossenen Jahre. Wie Sie ersehen werden, können wir mit Stolzand Genugtuung auf das verflossene Jahr zurückblicken, denn unsere Loge hat sich in jeder Weise gehoben. Und dieses haben wir am meisten der Tätigkeit unseres w. Präsidenten zu verdanken, der unermüdlich für das Wohl der Loge gearbeitet hat. Er hat.es verstanden, die Sitzungen anregend und interessant zu gestalten, and Brüder, die längere Zeit dieselben nicht besuchten, wieder heranzuziehen. Die Würde und das Ansehen unserer Löge hat er gewahrt und gefestigt, nicht durch prunkende Feste, sondern durch das Gute and Edle, das auf seine Initiative hin geleistet worden ist. Und als einmal im vergangenen Jahre Zwietracht und Uneinigkeit unter die Brüder sich einschlichen, als die Wogen der Erregung hoch gingen, da hat er sie wieder geglättet; er hat die Ruhe und den Frieden wiederhergestellt, die für ein gedeihliches Arbeiten notwendig sind. Und so sei ihm nochmals an dieser Stelle der herzlichste Dank für sein segensreiches Wirken dargebracht. Die Zahl der Brüder hat um 7 zugenommen und somit die stattliche Grösse von 70 erreicht, und was noch erfreulicher

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