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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-10-01 · Nr. 8 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 8 - Oktober
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 94 — wir an die eigene Brost schlagen und bekennen müssen: culpa, nöstra "culpa. Was haben wir nicht alles seit Jahrzehnten gehen und ge chehen lassen, wogegen wir sofort hätten Front machen nüssen! Was haben wir nicht alles geduldet und vorübergehen lassen, was wir sofort entrüstet hätten zurückweisen müssen, anstatt resigniert die Hände in den Schoss zu legen und über die Verberbnis der Zeit zu seufzen. Unzähliges hätte nicht geschehen dürfen und unendlich vieles hätte geschehen müssen, wenn die rechten Männer zur rechten Zeit an der rechten Stelle gestanden hätten. Die schwersten Unterlassungssünden haben sich zu schweren Verschuldungen ausgewachsen und nur allzu häufig ist die uralte Bürgschaftsptlicht: .,In ganz Israel muss einer für den anderen bürgen', achtlos zur Seite gesetzt worden. Bei Tausenden und Abertausenden von Juden hat sich die falsche Anschauung eingenistet, dass man seiner Judenpflicht ausreichend Genüge getan, wenn man nur Almosen spendet und für die verfolgten, unglücklichen Glaubensbrüder Beiträge gibt und eventuell Protestversammlungen besucht und Steuern bezahlt. Aber wenn Eltern ihre Kinder zur Taufe vorbereiten, oder sich selber taufen lassen, dann hat selten einer den Mut gehabt, den Betreffenden zu sagen, dass sie die grösste Nichtswürdigkeit begeben, die ein sittlicher Mensch begehen kann, und noch Wenigere hatten den Mut derUeberzeugung, den jeder ehrliche und aufrechte Mensch besitzen mdss, um solchen Apostaten Verkehr und Freundschaft zu kündigen.14) Darin lag und liegt ständig die grosse Ermutigung für jene minderwertigen Elemente, dass ihre Beziehungen zu den von ihnen öffentlich verleugneten Juden kaum jemals eine wesentliche Störung oder Veränderung ererlitten. Und gerade darin liegt die eigne morali. sehe Schwäche, dass man in jüdischen Kreisen nicht entrüstet den Verkehr mit Taufjuden weit von sich weist, und dass gerade die Jaden dieFeigheit begehen,über die schändlichste Handlung hinwegsehend, such nicht von Menschen lossagen, die sich am Heiligsten, was ein Volk sein eigen nennt, versündigt und sich von ihnen am Altar und Taufstein öffentlich losgeschworen haben, mit gleicher Münze heimzahlt, r Wie kann man sich als ehrlicher Mensch im Umgang mit Leuten wohl fühlen, die so dreist sind, sich ihrer eignen Unehrenhaftigkeit noch zu brüsten! Verdienen denn die Juden, die den Affront des Judentäuflings ignorierend, mit diesem im Verkehr bleiben, nicht mit Recht die Verachtung der Christen ' Kann man doch die Selbstverachtung und Selbstverhöhnung nicht weiter treiben, als im Umgang mit Renegaten! Oder sollte W. Marr, einer unserer ehr-! lichsten Feinde, Recht gehabt haben, als er schrieb: ,, . . . Der neuzeitliche Jude ist ausser Stande zu begreifen, dass es - ,4j Klar und bindig hat einer unseier Logenprüsidentcn gelegentlich einer Kinführung unseren Ordensstandpunkt präzisiert, indem ei sagte: .Keiner kapn unser Bruder sein, der -eine Kindel in einem nichtjüdinchen Religionsunterricht erziehen ode/ durch ähnliche Mittel sie dem Judentum zu entliehen sucht und an. gleichen Gründen nicht in den Bund Abrahams aufnehmen l isst. ....... " abstrakte Dinge gibt, aus denen man um keinen Preis ein Geschäft machen kann" . . ., „er empfindet daher auch nicht, dass sein Rassenbruder, der aus dem Glaubenswechsel ein proiitliches Geschäft macht, ein Schuft ist. Er zürnt dem Glaubenshändler, er hasst ihn, aber er verachtet ihn nicht. Die Verachtung ist das letzte und beste Gefühl gesitteter Menschen," .... „zu diesen zählen aber nicht allzuviel der Nachkommen Abrahams." Ja, gestehen wir es nur ehrlich zu, ohne dass dns erst ein Antisemit wie Marr darauf stossen muss, dass in dem verderblichen Umgang mit den jüdischen Apostaten die grösste Gefahr für uns liegt. Wer das nicht einsieht, hat überhaupt keine Einsicht und wir wollen nicht mit ihm rechten, denn die grösste Torheit ist, Toren belehren zu wollen. Aber gerade hier in dem Verkehr der Juden mit Judentäuflingen stossen wir auf eine der tiefgehendsten Ursachen unseres Niedergangs, die wir ihrer Wirkung wegen auf das Rechtsgefühl der breiteren Schichten unserer Glaubensbrüder, nicht kurzerhand übergehen dürfen. Wenn unsere jüdischen Volksmassen wahrnehmen — und gerade die einfachen Leute haben dafür ein feines Empfinden — dass den jüdischen Apostaten die Taufe keinen Abbruch bei den Juden tut, dass getaufte Professoren, Aerzle, Anwälte, Lehrer und Kaufleute nach wie vor im gesellschaftlichen Kontakt mit den Juden bleiben, dann fragen sie sich natürlich zunächst, ob denn der Austritt aus dem Judentum und die Taufe denn wirklich so schlimme Vergehen sind, als welche sie sonst betrachtet werden. Dasselbe fragen sich aber auch die Kinder solcher Familien, in denen diese Renegaten, ohne an persönlichem Ansehen zu verlieren, verkehren. Und wie solche Fragen tatsächlich schon häufig von einfachen Leuten, Besuchern der Toynbeehalle, an mich gerichtet worden sind, werden solche Fragen auch sicher von Kindern an die Eltern gerichtet werden. Die Tatsache, dass solche Beobachtungen die Gedanken der Kinder und unserer Volksmassen beschäftigen, beweist zur Genüge, wie zersetzend auf das Rechtsempfinden und wie vergiftend auf die Ehrbegriffe der Umgang mit diesen Schädlingen auf die Jugend und die weiten Schichten der jüdischen Klassen wirkt. Da wir uns aber nicht damit begnügen können, in alle Abgründe des Niedergangs hineinzuleuchten, wenn wir nicht zugleich entschlossen sind, dem Untergang unseres Stammes mit allen zu Gebote stehenden Kräften entgegenzuarbeiten, so muss an der wundesten Stelle unseres Volkslebens unser Rettungswerk einsetzen. Hier gilt für jeden Juden, der an der Regenerierung Israels mitarbeiten will: hic Rhodus. . . . Hier gilt nur der kategorische Imperativ Kants über die Forderungen der Sittlichkeit, ohne innerlichen oder äusserlichen Vorbehalt. Entweder sind wir gute Aerzte, legen das Messer beherzt an die Eiterbeule, mit dem festen Vorsatz, nach guter Aerzte Art den Herd der Krankheit zu treffen, oder wir verdammen uns selbst zu Kurpfuschern und begnügen uns damit, mit unzuverlässigen halben Massregeln und kleinen Miltelchen an einzelnen Symptomen herumzukurieren; wir verlängern nur dann die Leiden, ohne Aussieht das Leben des Kranken zu retten. Und Israel ist krank, sterbenskrank.....

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