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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 7 - September
Date
1907-09-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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konnten, um sich in eine Religionsgemeinschaft hineinzudrängen, in der sie nur widerwillig geduldet und jedenfalls tief verachtet werden? Wie ist es nur ferner möglich geworden, dass Tausende jüdischer Personen Mischehen eingehen, in denen der häusliche Friede, das Familienglflck und die seelische Uebereinstimmung tausendmal häufiger gefährdet sind, als bei Heiraten mit ihresgleichen? i Wie soll man es erklären, dass jüdische Eltern ihre unmündigen Kinder zum christlichen Religionsunterricht schicken, um sie für die Taufe vorzubereiten, ohne einen Funken von Scham oder Gewissensbisse zu empfinden? Oder wenn sie ihre Knaben nicht in den jüdischen- Bund aufnehmen lassen, um ihnen die Einschmuggelung ins .Christentum, die Loslösung vom Väterglaube zu erleichtern? Wenn manche behaupten, es liege im ,,Zuge der Zeit", so sprechen sie damit eine Phrase aus, mit der sie unsere Zeit verlästern, denn gerade in der Gegenwart sind nicht nur die Kulturnationen aller Länder bestrebt, eine feste, auf nationale Zusammengehörigkeit begründete Volkseinheit herzustellen, sondern auch alles Fremdartige daraus auszuscheiden. Im Zug der Zeit liegt es auch nicht, seine Religion und Herkunft zu verleugnen. Im Gegenteil, man legt gegenwärtig in vielen christlichen Familien wieder Stammbäume an, durchstöbert alte Familienpa^ieire. um seine Herkunft festzustellen, nicht aber wie bei den modernen Marannen alle Spuren derselben zu verwischen. Ja, sogar alte, sich wiederholende Vornamen werden in christlichen Familien wieder hervorgesucht, um sie den Nachgeborenen beizulegen, um sie an die Ahnen zu erinnern, und die Familientradition lebendig zu erhalten.11) (Ein Schlussartikel folgt). ") Es Hesse sich eine köstliche Satyrc darüber schreiben, wie sich heutzutage die westeuropäischen Juden mit den abenteuerlichsten N'amen drapieren, um sich den Christen unkenntlich tu machen nnd welche lächerliche N'amen sie ihren Kindern beilegen, um sie als Nichtjuden zu legitimiren. Da besitzen unsere amerikanischen Juden, denn doch mehr Stolz und Selbstwürdc, und der reichste and angesehenste nennt seinen Knaben aal' gut jüdische Weise Aron, Abraham, Moses, Nathan, Samuel, Isak und Benjamin nnd die Töchter nach den grossen biblischen Frauen, deren Namen ruhmvoller bleiben werden, als die Heini, Hans, James. Herbert, KuTt, Gerhart, Dagobert, Damian, Harald und Lola, Margot, Mella usw. Nicht nur Antisemiten haben schon häufig Ober diese lächerliche Sucht nach fremdartig alias alldeutsch aber beileibe nicht jadisch klingen sollenden Namen gespöttelt. Auch warme Judenfreunde, wie noch in neuester Zeit der Dichter Borns von Münchhausen, haben es tadelnd ausgesprochen, dass derartige Namensverkleidnngen und Namensverkleisterangen auf bedenklichen Mangel von Mut und Charakter schliessen lassen muss „Alttestamentarische Namen werden, wie seit Langem in den sektenreichen anglosächsischen Staaten, in Zukunft nur noch in christlichen Familien angetroffen werden, wo sie sicherlich mit mehr Achtung behandelt werden, als bei' den Bekennern des ersten Teiles der Bibel, die auf der Suche nach Namen für ihre Nachkommenschaft bereits die ganze nordische Mythologie nnd das Nene Testament ausgeplündert haben und jetzt aus eigner orientalischer Phantasie immer neue hinzu., erfinden, weil die alttestamentarischen ihnen weder angenehm noch vornehm genug sind.1* (Aus einem Zeitungsartikel Ober Rufnnd Familiennamen.) Wie fördern wir die bei uns ansässigen osteuropäischen Juden? E. F. Das Elend der unglücklichen Giaubensbrüder in Osteuropa zu liudern, ihr Loj zu verbessern, bildete von jeher eiue der vornehmsten Aufgaben unseres Ordens. Galt es den Opfern der Verfolgung und des Glaubenshasses zu Hilfe zu kommen, so waren unsere Brüder überall mit die ersten, die sich nicht mit dem Geben von Spenden allein begnügten, vielmehr auch in ihren Freundeskreisen zum Wohltun anregten. Aber nicht bloss bei katastrophalen Ereignissen, wie Pogromen und Verfolgungen, bei denen selbst'die Gleichgültigsten aus ihrer Rulie und Behaglichkeit aufgerüttelt werden, haben unsere Brüder Herz und Gefühl für ihre Glaubensgenossen in Osteuropa gezeigt, sondern auch in ruhigen Zeiten dachten sie darüber nach, wie sie am wirksamsten diesen hilfsbedürftigen Glaubensgenossen beistehen könnten. Das galizische und rumänische Hilfswerk legen Zeugnis davon ab, dass wir jederzeit bestrebt waren und auch sind, die soziale Lage und die ökonomischen Verhältnisse der dortigen Juden zu bessern. Dem Orden äst es auch zum TeiF zu danken, dass die verschiedenen Hilfsorganisationen und Vereine sich vereinigt haben, um in den klassischen Ländern, der Judennot, in Russland, Rumänien und Galizien sozial zu wirken, durch Errichtung von Schulen die allgemeine Bildung zu heben, durch Gründung von Darlehnskassen für Kleingewerbetreibende, sowie durch S-clratf ung von Hausindustrien das wirtschaftliche Elend zu lindern. Und wenn diese Bemühungen in Galizien und Rumänien noch nicht das erreicht haben, was wir erhofften' und erstrebten, so lag dies zum Teil an den eigenartigen Verhältnissen dieser Länder, zum Teil aber auch an den Judemnetzeleien in Russland, die, in kurzen Zeitabschnitten aufeinanderfolgend, uns nicht zu Atem kommen Hessen und unsere.ganze Kraft in Anspruch nahmen. Jedenfalls hat der Orden, wie jeder unbefangene Beobachter zugeben wird, sich redlich bemüht, den osteuropäischen Juden iu ihren Heimatländern Segen zu bringen. Auf die Anregung des Ordens sind Sendboten nach Galizien, Rumänien und Russland gegangen, um an Ort und Stelle die Lage der dortigen Juden zu studieren, den l'rsachen ihres Elends nachzugehen, damit die Hilfeleistung eine rationelle und ersprießliche sein könne. Die hohen Pflichten der Wohltätigkeit und Liebe gegen unsere osteuropäischen Brüder in ihren Heimatländern haben wir, soweit es unsere Kräfte erlaubten, in hohem Masse erfüllt. Nicht soviel Sorgfalt dagegen haben wir den bei uns ansässigen osteuropäischen Juden angedeihen lassen. In beträchtlicher Anzahl begegnen wir diesen unglücklichen, abgehärmten Gestalten, diesen hungernden Glaubensbrüdern aus dem Osten in den grösseren Städten unseres Vaterlandes, wohin sie gekommen sind, in der Hoffnung und in der Absicht, für sich und ihre Familien ein-Stückchen Brot zu finden. Man kann diese armen Leute mit dem Packen auf dem Rücken oder mit dem Hausierkasten unter dem Arm täglich laufen sehen, dasselbe flüchtige und scheue Wesen, wie sie es aus ihrem Heimatlande mitgebrächt haben. Auf sich selbst in der Fremde angewiesen, schliessen sich diese Ausländer eng aneinander an und leben, oder vegetieren, eine Gemeinde innerhalb einer Gemeinde, nach ihren alten Gewohnheiten

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