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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 7 - September
Date
1907-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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80 - die physische Individualität zurückgehender Rassen Einbusse erleidet, mit einem Wort bei Nationen, die allmählich aussterben, machen sich körperliche and moralische Defekte immer mehr geltend, and in dieser Wechselwirkung liege auch die Erklärung für die zunehmende Unfruchtbarkeit einer Rasse, die dem Untergang geweiht sei. Die letzthin veröffentlichte Statistik lehrte ans, dass auch wir zu den aussterbenden Volksstämmen gehören, d. h. soweit die Juden Deutschlands in Betracht kommen. - Gegenüber solchen einwandlosen Tatsachen gewährt es nur einen dürftigen Trost, wenn wir auf die geringere Todesrate bei den Jaden verwiesen werden. Denn auch diese ' Behauptung enthält nur eine relative Wahrhei; ihr haften mancherlei Fehler an, die von statistischer Sei e aus noch richtigzustellen sind, umsomehr, als auch verschiedene statistische Auslegungen sehr anfechtbarsind. Zunächst muss daran erinnert werden, dass es an sich schon eine sehr heikle Aufgabe ist, eine Religionsgemeinschaft von wenig mehr als 600000 Seelen mit einer solchen von fast 62,000,000 in Parallele zu stellen. Und diese Aufgabe gestaltet sich um so subtiler, als viele Lebensgewohnheiten und Berufsarten beider so stark divergieren. Die Lebensrate der Juden würde sich weit ungünstiger gestalten, wenn sie sämtliche Berufsand Erwerbsarten in gleichem Verhältnis mit den übrigen Einwohnern teilen würden. Nun fallen aber gerade diejenigen Berufe, welche das Leben am meisten gefährden, für die Juden ganz hinweg, z. B. Grubenarbeit, Eisenbahn, Schiffahrt, Hochöfen resp. Eisenhammerbetrieb, Maurer-, Zimmermann-, Anstreicher- und Dachdeckerhandwerk, Fabrikarbeit, Erwerbszweige, die bekanntlich die Todesrate überaas stark beeit - Aussen. Sicherlich nicht zum geringsten Teil gibt diese Erwägung der geringeren Sterblichkeit der Jaden das günstiger t Gepräge, was aber, biologisch betrachtet, der Lebenskraft der Juden doch keine Vergünstigung vor der der Nichtjuden verleiht.7) Allerdings liegt in der Lebensweise der Juden manches lebensverlängernde Moment, das bei der christlichen Bevölkerung häufig ausfällt, z. B. die grössere Nüchternheit und ausserdem noch folgender bedeutungsvolle Umstand. Wenngleich die grössere Hälfte aller Juden auch vermögenslos ist, so herrscht bei ihnen dennoch keine so grosse Armut, wie bei der gleichen sozialen Schicht der christlichen Bevöl- , kerung. Die ungeheure Masse christlicher Notleidender, di» ri I)ie statistischen Berechnungen Ober die Lebensgrenze der Jade 1 sind vielfach missdeutet und vielfach übertrieben worden. Wenn die hier angeführten Momente nur etwas kritischer erwogen und statt dessen di Altersziffern der Verstorbenen nach ihren tatsächlichen Angaben vorurteilsloser studiert würdon. dann würde der Mythos von der Langlebigkeit der Juden gar grosse Einx.hränkungen erfahren. Ich möchte empfehlen, di: Liste der Verstorbenen innerhalb fünf Jähren eiamal durchzustudieren, di mit 20. .'JO, 40. 60 und 80 Jahren zasammenaddieren,' und man wird z i anderen Ergebnissen kommen, als bisher. Man wird dann belehrt werdet, dass die höhere Lebvmsgrenze der Jaden über die der Nichtjuden nicht so hoch ist. als man in Laienkreisen allgemein annimmt. Ferner wird man ergehen, dass die ir.eisten jüdischen Männer in den Grossstädten zwischen dem 53. und 60. Lebensjahr sterben. Das» -die Lebensgrenze der jüdischen Männer gegenüber der der jü dischen Frauen sich seit zwanzig Jahren in absteigender Linie bewegt, ge denke ich an andrer Stelle nachzuweisen. I selbst das Ailernotwendigste entbehrt, ist unübersehbar and die Massenarmut dezimiert alljährlich hunderttausende von Säuglingen, alten und erwerbsunfähigen Menschen, die auf das Mitleid angewiesen sind. Bei den Juden in ihrer kleinen und daher leicht übersehbaren Zahl wirkt die stete Hilfsbereitschaft vorbeugend und verhütet fraglos eine ansehnliche Zahl von Todesfällen und sichert bei den Erkrankten häufiger als bei armen Christen die Genesungsaussichten. Diese Vorteile werden jedoch wieder durch eine in neuerer Zeit immer mehr in den Vordergrund tretende Erscheinung stark beeinträchtigt, nämlich durch die Zunahme der Selbstmorde. So waren unter den 7290 Selbstmördern in Preussen im Jahre 1904 nicht weniger als einhundertundfünfzehn Juden, relativ und im Verhältnis zu den übrigen Einwohnern des Königreichs, die grösste Zahl. Nach den Provinzen geordnet, sind die meisten jüdischen Selbstmörder in Hessen-Nassau, dann rangiert Bayern als der erste Staat überhaupt, mit Selbstmord begehenden Juden. Wie nicht jedem Leser bekannt sein dürfte, gab es, nach Konfessionen geordnet, die meisten Selbstmörder bisher unter den Protestanten, eine Wahrnehmung, die sich über die ganze Erde erstreckt. Da auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Zahl der jüdischen Selbstmörder von Jahr zu Jahr zugenommen hat, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass nicht nur in Deutschland die Jaden als Selbstmörder die Protestanten überholt haben. Meines Dafürhaltens spielt der Zuzug der Juden vom Lande in die grösseren Städte eine wesentliche Rolle bei den Selbstmorden der Juden, zumal ja die Selbstmorde auf dem Lande ungemein seltener sind, als in den Städten. Indem wir hier das düstere Kapitel des Selbstmordes gestreift haben. werden wir auf ein nicht weniger ernstes Gebiet gedrängt, nämlich, zu der erschreckend grossen Zahl der mit physischen Gebrechen Geborenen, namentlich Taubstummen, die sich im Zeitraum von 20 Jahren unter den Juden Deutschlands verdreifacht hat. Wenn wir weiterhin noch der Schwachsinnigen, für deren Zahl und Zunahme wir leider authentische Zahlen noch nicht zur Hand haben, gedenken, so sind wir bereits an dem dunkelsten Punkt des jüdischen Volkstums der Gegenwart angelangt. Nervenand Geisteskrankheiten unter den Juden hat die Aufmerksamkeit aller Irrenärzte auf unsere Stammesgenossenschaft in einer Weise gelenkt, über die, wie es scheint, Nichtjuden besser unterrichtet sind und klarer urteilen, als wir selber. Man scheut förmlich zurück, hier die progressiven, um nicht zu sagen rapide wachsenden, ja, beinahe sich überstürzenden Zahlenangaben wiederzugeben. Welche Unsumme.von physischem und geistigem Defizit entrollt sich hier vor dem Blicke des Statistikers! Wahrlich, auch dem grössten Optimisten muss der Mut entsinken, wenn er so enormen, die Judenheit dezimirenden Verlusten gegenübersteht. Mischehen, Taufen, Austritte, Volksverminderung durch Geburtverluste, physisch und geistig Defekten, Zunahme der Geisteskranken und Selbstmorde in beängstigend wachsenden Dimensionen—und von keiner Seite her Ersatz und Ausgleich! Wenn in den übrigen westeuropäischen Staaten auch nur halbwegs ähnliche Verhältnisse obwalten — und in Wirklichkeit sind sie da nicht anders — so bedarf es nicht erst eines

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