Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1907-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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für die Feststellung der in Deutschland faktisch bestehenden Mischehen. Die meisten Ueberlrilte jüdischer Ehekontrahenten zum Christentum finden in der Regel vor der Geburt eines Kindes statt. Der Grund ist klar ersichtlich. Die Eltern wollen dem Kinde einen judenreinen Geburtsschein sichern, auch Wenn sie sich noch nicht für die künftige Religion entschieden haben. Auch ein psychologisches Momen' tritt, wenn der Vater Jude ist, noch hinzu. Weniger gzfestigt von Grundsätzen als der christliche Vater, aber durc h Gefühlsregungen leichter bestimmbar, ist der jüdische Ehemann den Wünschen der Gattin in deren der Geburt des Kindes vorausgehenden Zustand eher zugänglich, daher auch zu einem Religionswechsel geneigter. Und das Kind erhält als erstes Geburtsgeschenk einen fleckenlosen Tauf- resp. Geburtsschein. Schliesslich muss noch erwähnt werden, dass auch ein kleiner Bruchteil der Mischehen zum Judentum übertritt;. nach neueren Ermittelungen ungefähr vier Prozent yon der Gesamtheit. Nehmen wir nun die aus der statistischen Aufstellung für 1905 und für Preussen gefundene Zahl von 4100 Mischehen und die für das ganze Deutsche Reich auf 6650 als authentisch an, so interessiert uns zunächst die Frage, welch i Stellung den diesen Ehen entsprossenen Kindern dem Juder tum gegenüber gegeben wird. In der .,Zeitschrift für Demographie und Statistik der Jaden' Heft 7 Seite 1074), macht Regierungsrat Knöpfe An Darmstadt folgende Mitteilungen: „Im Jahre 1900 wurde in Preussen - 2242 Ehen zwischen jüdischen Männern ur. christlichen Frauen gezählt, davon 1873 mit im Haushai ihrer Eltern lebenden Kindern. Von letzteren, 3151 an der Zahl, waren 872 27,7% jüdisch. Also nur de vierte bis h" chstenfallsdritteTeil war der jüdischen Religion zugeführt worden, j begrabens. derzeit korpcrl!. h nicht .-o chmerzhaftc Mittel angewandt werden Es zeugt vom dem ungeheuren Fortschritt der Zivilisation, d.iss an Stelle der mittelalterlichen Folterwerkzeuge nur noch ein .moralis. hei" Zwang auf di( haNstairigen Juden angewandt wird, der süh aber au. h nur auf die allerunmoralischsten Elerr. ntc der Juden wi:ksam erweist. W ie lie Klage der Geistlichen erkennen lässt, erwachsen ihnen bei Mtsoheheleiiten liiufig in Sterbe- und Begräbnisfällen'rUnzuträglichkeitcn besonders wenn vor dem Verscheiden nicht mehr die Nottaute vorgenommen v.erden konnte. Das häugt nun sieht zum geringsten Teil mit der erwähnten T deranz der weltlichen Behörden, die so gern glauben, dass Juden „<. hiisten geworden, zusammen. Schon die ganze sittliche«/) Persönlichkeit des jüdischen Apost.iten rechtfertigt ein solches Vertrauen dur. haus nicht und diese sollten angchalten_werden, kein behördliche* Gebäude ohne ihren Taufschein und >ogai chne Tauf z e u g e n christlicher Geburt zu betreten. Die-e Vorsicht würde von allen Juden nur gebilligt werden können. ... ' r *) Diese vorti etliche Zeitschrift kann nicht waim genug unseren S. hwe-terlogen und Vereinen empfohlen werden. Viele anregende Referate kannten für die Logenabeade daraus geschöpft, bc^ai kleine Vorträge daraus entwickelt Wi-tden. Auch einzelne Logenbrüder könntn eine Fülle von Be. U-hrung über die wichtigsten Vor-änge im Judentum auf dem ganzen Erdball daraus gewinnen. Mir >cheint, als sei Knöpfel bei seiner Berechnung ein [Trtiim unterlaufen und habe er nur die authentisch für den christlichen Glauben be ^immten Kinder im Auge gelabt. Wie wii weiterhin sehen werden, bleibt kein Drittel, ni> ht einmal ein Viertel der Kinder aus Mischehen dem Juden tum erhalten. Wird doch sogar das tatsächlich bleibende Fünftel stellenweise, te-onders in protestantischen Landein, häufig yenng noch weiter eingeengt, 78 - ' * Noch weniger ist dies der Fall, wo die Frau jüdisch ist. Solche Ehen gab es im Jahre 1900 1810, davon 1170 mit Kindern. Von den '2635 Kinder dieser Ehen waren nur-529 20°o jadischer Konfession. Hier istalso der fünfte Teil der Kinder der (jadischen) Religion der Mutter gefolgt. Wie wir aus diesen Darlegungen ersehen, ist ein Drittel der Mischehen überhaupt kinderlos, und kommen im Durschschnitt auf zwei Mischehen fünf Kinder.0) Hiernach gibt es in Deutschland aus Mischehen hervorgegangen über 11000 Kinder, was auch mit den Ziffern der Volkszählung übereinstimmt. Ferner lehrt diese Aufstellung, dass - von diesen 11 C00 Kindern fast 8000 dem Christentum zugeführt worden sind. Nun hat Knöpfel aber nur diejenigen Kinder als dem Judentum erhalten betrachtet, die nicht getauft oder auch nicht im christlichen Religionsunterricht erzogen wurden. Ferner sind bis zum Jahre 1890 die Kinder über 16 Jihre nicht in obiger Ziffer einbegriffen. Von letzteren wird von der Statistik aber berichtet, dass sie bis zu 88 °/u zum Christentum übergehen. Missionsblätter ergänzen diese Daten dahin, dass im Zeitraum von 10 Jahren 1800 Kinder, von deren Eltern eines im Judentum verblieben war, „von der Heilswahrheit des Evangeliums durchdrungen" die Taufe angenommen haben. „Da diese Personen sämtlich über 17 Jahre alt waren, so beweist ihr Eintritt in die Kirche, wie tief sie die allen Unglauben überwältigende Macht des christlichen Glaubens in sich aufgenommen haben." Wir Juden sind allerdings etwas abweichender Ansicht und glauben nicht daran, dass „von der Heilswahrheit des Evangeliums durchdrungen", Juden sich taufen lassen. Da kennen wir unsere Leute denn doch besser und mit uns wissen es Millionen Christen, dass nur die reinste Proiitsucht in ausgedehntester Bedeutung des Wortes Juden veranlasst, ihren Glauben zu verlassen. Der neue ,,Glaube" ist ihnen ebenso gleichgültig, wie der verlassene alte; möglicherweise verachten sie ihn noch gründlicher wie vordem den mosaischen. Mögen nun die hier angegebenen Zahlen mit den offiziellen nicht immer völlig übereinstimmen, sei es, dass sie stellenweise zu hoch oder zu niedrig gegriffen sind (es kann sich nur um sehr geringe Differenzen handeln), so ändert dies nichts an der Tatsache, dass achtzig Prozent aller ausMischehen hervorgehender Kinder dem Judentum verloren gehen. Es mag daher auch schon zutreffen, dass die von ernsten Statistikern ausgerechnete Zahl von einhundertundsechzigtausend Seelen, die seit fünfzig Jahren dem Judentum durch Taufen und Mischehen verloren gegangen sind, nicht übertrieben erscheint. Zu den von Knöpfel und anderen Statistikern ermittelten Verlusten tritt noch ein weiteres Moment hinzu, das diese Zahlen noch vergrössern muss, zugleich auch ein ') Bekanntlich kommen anch die meisten Totgeburten bei Mischehen v .r prozentualisch ein Drittel sämtlicher Totgebornen. Es ist zum mindesten leichtfertig und gänzlich unwissenschaftlich als Ursache hierfür du- Prävalenz (Uebergewicht) der Syphilis christlicher Ehemänner verantwortlich zu machen. Die ärztliche Erfahrung des letzten Vierteljahrhunderts hat gelehrt, dass diese Krankheit auch unter den jüdischen Männern eine enorme Verbreitung gefunden hat. Es müssen hier noch Momente mitspielen, die in einer Verschiedenheit der Blutkonstitution bedingt sein mögen, __Li