Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 6 - August
- Date
- 1907-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 69 - sieh gewidmet haben and keine Masse hatten, sich mit akademischen Studien zu beschäftigen, besitzen ausreichendes Wissen, um das, was ihr Herz bewegt, ihre Seele erfüllt, in klarer und sachlicher Weise darzustellen. So mancher flott geschriebene and lesenswerte Aufsatz ist aus der Feder dieser im praktischen Leben stehenden Männer geflossen, der uns viele dankenswerte Anregungen geboten hat. Unser Organ ist und soll ein Sprechsaal für alle Brüder sein, und darum musste hier ein jeder das Wort ergreifen nnd seine Ansichten äussern, ein jeglicher, je nach Begabung und Veranlagung. Wenn jeder unserer Brüder es als eine Ehrenpflicht ansehen wurde, für unser Organ eine kleine Geistesgabe zu spenden, so wird der Strom der gegenseitigen Belehrung stets reichlich fliessen. Unsere „Monatsberichte" wurden dadurch eine bedeutende Reichhaltigkeit aufweisen und nicht nur den Logen viel Stoff zur Diskussion geben, sondern auch dazu beitragen den Lügenbesuch bedeutend zu heben. Ein jeder der Brüder wurde gern in den Logen-Sitzungen erscheinen mit der begründeten Aussicht, dort etwas Neues, Beherzigenswertes zu lernen und Wissenswertes zu erfahren. Unser Organ kann seinem Wesen und seinen Aufgaben nach sich nicht auf gediegene Aufsätze allein beschränken, vielmehr muss es anch von Zeit zu Zeit Berichte aus den Logen bringen. Unsere „Monatsberichte" sollen ein treues Spiegelbild des Lebens, Webens und Strebens in unserm Distrikt sein, und das Interesse der Schwesterlogen für einander wachhalten. Aus den Berichten sollen die Logen im Norden unseres Vaterlandes erfahren, was ihre Schwestern im Süden treiben, welche Aufgaben sie sich gestellt, welche sie gelöst, und welche sie noch nicht erfüllt haben, welche Wohlfahrtseinrichtungen sie begründet, welche von diesen Einrichtungen gedeihen nnd welche noch der weiteren Ausgestaltung harren u. s. w. Diese Berichte* sollen zur gegenseitigen Belehrung und gegenseitigen Anregung dienen. Wie steht es aber mit dieser Berichterstattung? Vollzieht sie sich in gewünschter und erforderlicher Weise? Es bereitet uns aufrichtigen Schmerz feststellen zu müssen, dass wir bis heute, fünf Monate nach dem abgelaufenen Termin, ausführliche Jahresberichte nur von drei Logen erhalten haben. Die übrigen hüllen sich in Schweigen und reagieren nicht, wenn, sie von irgend welcher Seite an die Berichterstattung erinnert werden. Wohl wissen wir, dass unsere Bruder von ihrem Berufsleben vollauf in Ansprach genommen sind, wohl verstehen wir die Aufgaben des prot. Sekretärs zu würdigen. Ist es aber in unserer Zeit, in der Stenographen und Maschinenschreiber zur Verfügung stehen,' so schwer, einen kurzen Bericht fertigzustellen? Es pflegen ja auch die einzelnen Brüder Präsidenten in der Regel vor der. Niederlegung ihres Amtes in der letzten Sitzung einen zusammenfassenden Bericht Aber die Tätigkeit der betreffenden Loge in dem abgelaufenen Termin zu geben. Könnte nicht dieser Bericht ganz oder wenigstens auszugsweise dem Redaktions - Komitee eingesandt werden? Warum denken die abgehenden Präsidenten und der Beamtenrat nicht daran, auch dieser Pflicht zu genügen? Nor mit schwerem Herzen haben wir uns entschlossen, diese Zeilen zu schreiben; wir haben es getan, weil wir zu unserem Leidwesen festgestelt haben, dass trotz der vorjährigen eingehenden und interessanten Diskussion Ober die „Monatsberichte" dieselben die erhoffte Unterstützung und Förderung von Seiten der Brüder nicht erfahren haben. Und wenn einer die „Monatsberichte" in die Hand nimmt, und in ihnen nicht das findet, was er nach der Enquete erwartet hat, so soll er nicht dem 'Redaktions Komitee die Schuld geben, sondern sich zurufen: „culpa mea." Es ist auch meine Schuld, ich hätte mitarbeiten oder andere begabtere Brüder zur Mitarbeit veranlassen aollen. "f Wir wollen hoffen, dass unsere berechtigte Klage über die geringe Zahl der Mitarbeiter unserer „Monatsberichte" . die verdiente Würdigung im Kreise unserer Brüder finden wird. Wir schliessen daher unsere Ausführungen mit dem Schlusssatze eines Aufrufes, den das General Komitee im März 1891 erlassen hat: „An alle Brüder ergeht, nun der Ruf, durch Lieferungen . geeigneter Beiträge mitzuwirken an der allseitig interessierenden Gestaltung dieser „Monatsberichte". Jede Anregung, welche wir mit Dank entgegen nehmen werden, soll sobald als möglich zur Verwendung gelangen. Nur dadurch, dass sich alle Logen und alle Brüder als Mitarbeiter dieser Berichte erachten und erweisen, kann das Gesamtinteresse geweckt und erhalten, und die „Monataberichte" können auf diejenige Höhe gebracht werden, dass sie zur Belebung der Logentätigkeit im Inneren, zur richtigen Erkenntnis unserer Institution, sowie zur Gewinnung neuer Anhänger in unserem Vaterlande beitragen und dienen." Aus dem Bureau der Grossloge. Für Rumänien sind uns folgende weitere Spenden zugegangen: Von der Humboldt-Logein Neisse M „ ,. Erfurt-Loge „ Erfurt _ „ „ „ Dalberg-Loge „ Worms „ - . Saxonia-Log« . Chemnitz „ Durch Herrn Kommerzienrat Emanuel Alexander Katz in Görlitz aus der Sammlung an diesem Orte: 125.— 197.— 331.— 300.-. n Herrn Sally Heymann . x. _ i) 300.- n „ Theodor Wieruszowski n 30.- ' n der Victoria-Loge , . . n 200.- n Herrn Siegmund Schnell . . -!> 50.- B .. Arthur Alexander Katz n 100n „ Georg Kupferberg .- . '■n 30.- n „ Louis Wurm ... . B 30 — » „ Rechtsanwalt Nathan . 20.— t „ D. Pfeffermann . / * 30.- M 1090.— 50.— 200.— 10.— „ der Jacob.Plaut-Loge in Nordhausen „ „ _ Fraternitas-Loge in Dresden „ „. Herrn N. Levano-Heidelberg . M. 2303 — Betrag unserer Aufstellung im Bericht v. Juni er. w 10907.- Total M. 13210.— Namens unserer so schwer bedrängten Glaubensgenossen in Rumänien danken wir wiederholt all denen, die, unserem Aufrufe folgend, durch ihre Spenden dazu beigetragen haben, zerstörte Existenzen wieder aufzurichten und so die soziale Lage der Juden Rumäniens zu bessern.