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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 6 - August
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Zirkularen, Aufrufen usw. Gebrauch gemacht und dadurch j für die damit Beschäftigten eine angemessene Einnahme erziel« wird. In der Schreibstube, die unter Leitung einer fach» kundigen Dame steht, werden anch einige junge Madchen im Maschinenschreiben, Stenographie usw. ausgebildet, und erhalten, was den Verhältnissen der Angehörigen wohl immer entspricht, auch schon während der Lehrzeit ein angemessenes Honorar. — Des weiteren beabsichtigt der Arbeitsnachweis junge Mädchen zunächst in der Anfertigung Ton Kravatten später auch in anderen Branchen ausbilden zu lassen. In Vorstehendem ist versucht worden, ein wenn auch nur engbegrenztes Bild von der Tätigkeit des hiesigen ,, Arbeitsnachweises" zu entwerfen, später soll dasselbe durch detaillierte Schilderungen und Anführung von Zahlen erweitert werden. — Dieses Bild wird wohl das Interesse und Wohlwollen für den Arbeitsnachweis bei allen erwecken, und hoffentlich zu seiner kräftigen Förderung seitens all derjenigen beitragen; die hierzu in der Lage sind. Trotz tausendfältiger Mähen und Arbeiten seitens der leitenden Männer ist dieser Arbeitsnachweis noch keineswege fest fundiert; ihm fehlt zweierlei, um seine Aufgaben zum Segen der Bedrängten gerecht zu werden: die stete Zuweisung von Arbeitsgelegenheiten und die Gewinnung weiterer Mitglieder. Der Appell nach diesen beiden. Richtungen in unserm Ordensorgan kann sich natürlich nur an die Mitglieder den Ordens richten. Wollten sich doch die lieben Brüder vergegenwärtigen, dass der hiesige Arbeitsnachweis eine Schöpfung der Berliner Logen ist, dass an seiner Spitze anch jetzt noch, mit vereinzelten Ausnahmen, nur Brüder stehen, dass das, was die Institution Gutes und Schönes leistet, zur besseren Beurteilung des Ordens in den weitesten Kreisen beiträgt, dass ein Teil dessen, was der Arbeitsnachweis leistet, eine Entlastung .der Logen und Brüder bedeutet, — dann würde es gewiss jeder unserer Brüder als hohe Pflicht erachten den „Verein für Arbeitsnachweis begründet von den Berliner Bnei Briss Logen*, der inzwischen die Rechte einer juristischen Person erlangt hat, mit allen Mitteln zn fördern. Es soll noch dankbar anerkannt wefden, dass einige auswärtige Logen des Deutschen Distrikts dem hiesigen Arbeitsnachweis einen Jahresbeitrag gewähren. Das tun aber nur einige Logen, der weitaus grössere Teil hat dem Ersuchen um Bewilligung eines Beitrages bisher nicht entsprochen. — Aus den Registern des Arbeitsnachweises kann dargetan werden, dass, bis auf einen ganz geringen Prozentsatz Berliner, -die- Kundschafi" des Arbeitsnachweises sich aus allen Provinzen Deutschlands und den osteuropäischen Ländern rekrutiert, Deshalb sollten auch alle deutschen Logen dem hiesigen! Arbeitsnachweis ihren Beistand gewähren, denn seine Arbeiten und Erfolge kommen allen Logen zugute. An seiner Schwelle wird nicht gefragt: „Woher bist Du?" Unsere Monatsberichte. Im Frühjahr 1906 eröffnete Br. Rechtsanwalt Peiser- Breslau den Reigen mit einer Kritik über die Monatsberichte. Die Ausführungen dieses Bruders in seinem Artikel „Mehr Leben" (ein offenes Wort) haben nicht nur einen Wiederhall bei den Brüdern gefunden, sondern anch Verständnis und Interesse bei der hochw. Grossloge, die jede berechtigte Kritik, so sie aus einem warm empfindenden Herzen kommt, mit Wohlwollen nnd Dank aufnimmt. Die Grossloge beeilte sich auch, die Vorschläge nnd Wünsche des Br. Peiser zur Diskussion zn stellen, unterbreitete, dann in dem Artikel „Zur Reorganisation der Monatsberichte" (Mai 1906) den w. Logen 12 Fragen zur Meinungsäusserung. Die angestellte Enquete über die Monatsberichte war nicht ohne Nutzen; sie beschäftigte eine Zeitlang die Logen in ihren Sitzungen, überdies unterzogen sich viele Brüder in dankenswerter Weise der Mühe, ihre Ansichten übej die Umgestaltung unseres Organs uns zuzusenden, die wir denn auch mit Dank aufnahmen und zu berücksichtigen uns bemühten. i Wenn wir jetzt nach einem Jahre wieder auf dieses Thema zurückkommen, so geschieht das aus dem Gründe, weil wir eingesehen haben, dass die damals geführten Diskussionen von keinem nachhaltigen und bleibenden Erfolge begleitet waren. Gar sehr berechtigt ist der Wunsch, dass unser Orden entsprechend der Intelligenz, die er in sich vereinigt, durch ein vornehmes, reichhaltiges und geistig hochstehendes Organ repräsentiert sein müsse, Dasselbe solle sich nicht auf Berichte der Grossloge, Logen und Wohlfahrts-Einrichtungen, Fest- und Trauer-Reden beschränken, sondern auch gediegene Aufsätze aus allen Gebieten des menschlichen Wissens enthalten. Wer aber soll diese Aufsätze schreiben? Das Redaktions-Komitee? Dasselbe besteht nur aus einer kleinen Anzahl von Brüdern, unter denen keiner ein Polyhistor ist. In unserer Zeit der SpezialStudien wird auch der Begabteste unter uns sich kaum. rühmen dürfen, auf allen Gebieten menschlichen Wissens und Schaffens gut bewandert zu sein. Ein bekannter Gelehrter hat einmal richtig gesagt: „Jeder Mensch besitzt nur eine sehr geringe Summe von Ideen, etwa zwei bis drei, mit denen er durch Kombination nnd Permutation sich sein Leben lang durchschlägt". Dieses Witzwort enthält viel Wahres. Jeder Mensch hat sein Steckenpferd, anf dem er herumreitet, und auf das er immer und immer wieder zurückkommt. Sollte das Redaktions-Komitee nur anf sich angewiesen sein, so dürfte es kaum den Wünschen und Vorschlägen gerecht werden, die infolge der Enquete über die Monatsberichte geäussert wurden. Es werden in den von den Redaktions-Mitgliedern geschriebenen Artikeln immer dieselben Gedanken, wenn auch in anderer Gestalt, Form und Gruppierung wiederkehren. Unser Organ soll aber reichhaltig, sein Inhalt abwechselungsreich sein. Dazu bedarf es einer grösseren Anzahl von Mitarbeitern, die . unsere „Monatsberichte* mit ihren Ideen befruchten und vielseitig gestalten. Und um Mitarbeiter sollte das Redaktions-Komitee nicht verlegen sein. Denn unsere Logen besitzen ja eine Fülle von Intelligenz unter ihren Mitgliedern, wie kaum eine andere Vereinigung sie aufzuweisen hat. In den Reihen unserer Brüder befinden sich rühmlichst bekannte Gelehrte, hervorragende Schriftsteller, ausgezeichnete Meister des Stils nnd der Rede. Wie könnten diese hochbegabten Brüder, die wir mit Stolz die Unsrigen nennen, das Redaktions-Komitee mit reichem Stoff versehen, wenn jeder dieser Brüder es als nobile officium betrachten würde, mindestens einmal im Jahre für unser Zentral Organ zn schreiben! Aber selbst diejenigen unserer Brüder, die frühzeitig dem Erwerbsleben

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