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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 6 - August
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Schleiermachers and Hegels, j ihre Verehrung vonseiten Herders, Goethes and Ewalds. ]; Aach der Bibel-Babelstreit zieht an unserm Auge vorüber; wir werden daran erinnert, dass die Tendenz, Israel auf seinem eigensten Gebiete, auf dem der Religiojf, den Vorrang zn ranben, schon froher vielfach hervortrat* * so bei der Entdeckung der heiligen Schriften der Inder and der persischen Avesta - Urkunden, und dass die in unserer Zeit weit verbreitete antisemitische Bewegung; «|t dem Stolz und Rassenbewusstsein des Ariertums es nkyt ertragen könne, einem semitischen Volke in der Religion sich verpflichtet zu wissen. Von dieser Strömung war auch Delitzsch beeinflusst. Seine Vorträge sollten dazu dienen, den Nimbus des auserwählten Volkes zu zerstören. Aber der Babel - Bibelstreit wird, wie sich jetzt schon aus den zahlreichen Gegenschriften ersehen lässt, mit dem Siege der Bibel enden. Selbst einer der modernsten entschiedensten Vertreter der streng kritischen Richtung wie der Theologe H. Gunkel sagt von der judischen Lehre u, a.: „Das ist die Religion, von der wir abhängig sind, von der wir noch immer zu lernen haben, auf deren Boden die ganze Kultur gebaut ist, wir sind Israeliten in der Religion. —--Israel bleibt das Volk der Offenbarung." _ ' ef. Arbeit, nicht Almosen. Diese wenigen Worte der Ueberschrift bilden ein Programm für die Tätigkeit all der Unterettttzungs-, Wohltätigkeit«- usw. Vereine, die in richtiger Erkenntnis ihrer Aufgaben zu verhüten suchen, dass ihre Schutzbefohlenen zu Almosenempfängern herabsinken. — Das wird verhütet, wenn die zu Unterstfitzsnden in die Lage gebracht werden, sich selbst ihren Unterhalt zu erwerben, sei es durch Ausbildung in Handfertigkeiten, durch Gewährung von 'Nah-, Strick-, Schreibmaschinen usw., sei es durch Nachweis von Arbeitsgelegenheiten für Handwerker, Hausdiener, Kontor-, Geschäfts-, Fabrikpersonal, wie für mannigfache andere Berufe. Auf letzterem Gebiet haben die von den Logen selbst oder auf deren Initiative errichteten „Arbeitsnachweise" Hervorragendes geleistet, allen voran der Arbeitsnachweis der ^Berliner Logen, was ganz natürlich ist, denn in keinem anderen Orte in unserem Distrikt ist das Feld zur Betätigung auf diesem Gebiet so gross als in Berlin. Seit Errichtung des hiesigen „Arbeitsnachweises" vor etwa 15 Jahren hat derselbe über 40000 Personen Arbeit nachgewiesen und so dazu beigetragen, dass sie sich selbst ernähren konnten, ohne der öffentlichen Armenpflege anheimzufallen. Diese respektable Leistung werden besonders diejenigen voll zu würdigen wissen, die selbst einmal versucht haben, Arbeitslose, in ihren Existenzen Zurückgekommene, in angemessene Stellungen unterzubringen. Aber auch jeder Uneingeweihte wird eine Vorstellung von der Unsumme der Mühen und Arbeiten erlangen, die zur Erreichung derartiger Erfolge aufzuwenden erforderlich sind, wenn er erfährt, wie über jeden, den der „Arbeitsnachweis' empfiehlt, Auskunft eingeholt wird über seine Zuverlässigkeit etc. Und wer sich vergegenwärtigt, was das nicht nur bei den 40000 Untergebrachten Personen, mehr noch bei der mindestens dreifach so grossen Zahl der sich meldenden Bewerber bedeutet, der wird, gewiss all den Männern Dank wissen, die sich tagaus tagein in den Dienst dieser so schwierigen Aufgabe stellen., Diese Männer arbeiten nicht etwa schematisch, oder geben sich damit zufrieden, wenn sie so und so viele Personen untergebracht haben. Wer das glaubt, irrt sich. Jeder Arbeitsuchende wird individuell behandelt, auf seine Veranlagung, Charaktereigenschaften etc. geprüft, auf seine besonderen Wünsche wird eingegangen und wenn irgend möglich denselben entsprochen. Findet der Suchende nicht gleich passende Stellung, verliert er dadurch den Mut zu weiterem, redlichem Streben und die Hoffnung auf bessere Gestaltung des Geschickes, im „Arbeitsnachweis" wird dieser Mut gestärkt, die Hoffauog neu belebt und doppelt ist man bemüht, derart sittlich Veranlagte schnell unterzubringen. — Die Untergebrachten werden nicht aus den Augen gelassen. Nach erlangter Stellung werden in Zwischenräumen bei den Arbeitgebern Erkundigungen eingezogen über Führung, Arbeitswilligkeit usw.; wo Klagen über "die Arbeitnehmer geführt werden, wird auf diese einzuwirken gesucht, damit sie sich besserten und ihre Arbeitgeber zufrieden stellten. So bleibt ein Konnex zwischen dem „Arbeitsnachweis'1 nnd den von ihm empfohlenen Kräften bestehen, der sehr vorteilhaft wirkt, gleichzeitigftaber auch dahin führt, allmählich eine genaue Uebersicbt über Brauchbarkeit und Leistungsfähigkeit der betreffenden Personen zu erlangen, denn sie alle werden in einem Register geführt, in welchem auch Eintragungen über alles Wissenswerte erfolgen. Bildet auch der Nachweis für Arbeitsgelegenheit den hauptsächlichsten Zweig der Tätigkeit des „Arbeitsnachweises" der Berliner Logen, so erblickt derselbe hierin doch nur einen Teil seiner Aufgaben. — Am schwierigsten ist es, alten und kränklichen Personen Arbeit nachzuweisen, einem Erwerb zuzuführen, und doch ist es dringend erforderlich, grade derartigen Bewerbern eine Einnahme zu verschärfen, weil sie sonst sicherlich der Armenunterstützung anheimfallen. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der hiesige „Arbeitsnachweis" eine „Schreibstube" errichtet, in welcher namentlich von alten gebrechlichen Personen Schreibarbeiten gegen Entgelt angefertigt werden. Für grosse Geschäftshäuser, für Vereine etc. werden Couverts mit den aufgegebenen Adressen beschrieben, wohl auch manch andere schriftliche Arbeiten gefertigt, und die Schreiber erhalten den ganzen Ertrag ohne irgend welchen Abzug, denn der Arbeitsnachweis macht kein Geschäft aus seiner Tätigkeit; er bestreitet die gesamten Kosten aus den Spenden edler Menschen, aus den Jahresbeiträgen seiner Mitglieder und der Logen des Deutschen DiMrikts. sowie aus einer Subvention der hiesigen jüdischen Gemeinde. In jüngerer Zeit, wo der hiesige,, Arbeitsnachweis" sein Domizil nach besseren, zweckmässigeren und bequem zu erreichenden Räumen, Monbijouplatz 10, verlegt hat, und sich in diesen mehr bewegen kann, hat er Schreibmaschinen und eine Umdruck - maschine vollkommensten Systems angeschafft, und ist so in der Lage, in seiner Schreibstube auch Arbeiten auf der Schreibmaschine, sowohl nach Manuskripten als auch nach Diktat, anfertigen und Tausende von Abzügen mit der Umdruckmaschine herstellen zu lassen. Sehl-»erfreulich ist es, dass von dieser neuen Einrichtung vielfach, besonders zur Herstellung von

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