Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Article
- Beilage zu Nr. 5
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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nannt. sodass der Altmeister Zunz in der Lage war, die ,,Bibliothek" Raschis zu rekonstruieren. Der Satz auf Seite 0 in der Arbeit von 13.: ..er war kein Philosoph wie .Maimuni voller Logik und Systemsucht, die alles fein säuberlich in Gruppen und Fächer teilt . . A müsste in einer 2. Auflage wegfallen. So abfällig dürfen wir, Zwerge, über einen unserer Geistesriesen nicht schreiben; er ist der „grosse Adler'1 und wir Schwalben müssen voll Ehrerbietung zu ihm emporschauen. Mäimonides und Raschi sind zwei Sonnen am Firmamente des Judentums, die sich gegenseitig nicht verdunkeln, sondern ergänzen. Und Israels Gemeinschaft hat auch beide in kurzen Zwischenräumen mit gleicher Verehrung, gefeiert, .den einen als den grossen Denker, der mit seinen lichtvollen Schriften gezeigt hat, dass man sich nicht gegen allgemeine Bildung abzuschließen brauche, da Wissenschaft und Religion sichgegenseitig nicht befeindeten, den andern als den grossen Frklärer der Bibel und des Talmud. Herr Dr. D. geniesst mit Recht den. Ruf ei des guten Pädagogen und vom Standpunkte des Lehrers schilderte er uns die meisterhaft pädagogische Geschicklichkeit, die Raschi besass. Der Pädagoge Doktor konnte uns aber in einer späteren Auflage einige Beispiele vorführen, um uns einen Hinblick in die Geisteswerkstatt Raschis zu gewähren. Sollten Beispiele aus dem Talmudkommentar sich dazu nicht eignen,, dann müssten sie aus dem zur Bibel geholt werden, wie es 1i.i(jher in seiner Schrift: Die jüdische Bibel' expgese Trier 1802 S. 42 ff getan hat. Da die Autorität Raschis auf die religiöse Praxis, von Bedeutung ist, und da ferner die beiden Preisschriften zur Belehrung des Laien dienensollen, so wären vielleicht einige Sätze über den Unterschied zwischen Raschis Tefilliri und den des K. Tarn angebracht,' zumal Zun/, und Cassel schon daraufhingewiesen haben. L'-nd nun zum Schluss mein letzter Wunsch. Dieser bezieht sich nicht auf.eine zweite Auflage, sondern auf die gegenwärtige, und hierin schliesse » ' " 4 - ••' ich mich den Ausführungen des Vorstandes der Wormser Gemeinde wörtlich an: „Mögen "sie Preisschriften' dazu beitragen, ilas Andenken; an den jgrossen Volkslehrer Raschi in Treue, zu bewahren und mögen sie viele veranlassen, sich in seine Werke zu vertiefen . und .deren geistige Schätze in sich aufzunehmen." " , Diesen Wünsch zu verwirklichen hat d^e Gemeinde Worms das grösste Interesse. Worms besitzt . eine Raschistrassc. die StätteiL aber", die an. den unsterblichen Meister erinnern, und auf die 'die Gemeinde mit edlcfn Stolz hinweist,'wie das Bethha-Midrusch Die Klaus ,' »las Bethaus und die Raschikapcllc wollen ihr die Forschungen der jüngsten Zeit rauben (A. Epstein in der M S. f. d. W. d. J. 1901 S. 44—75). Wird die alte. Raschi Klaus durch die scharfe Kritik zerstört, so konnte die Gemeinde Worms im Vereine mit der .Vachbargemeinde Mainz eine neue Raschi Klaus errichten. Die vom sei. Salomon Buber angeregte Raschi Stiftung müsste vergrössert werden. .Mit Hilfe dieser Stiftung müsste dann in Wormsjcin Lehrhaus gegründet werden, in dem täglich Kascht-Vorträge von einem dorthin eu berufenden Raschi i Forscher für Jung "und. Alt gelralten würden. Einer solchen neuen Klaus dürfte "wohl keine Kritik mehr beikommen. Möge die -..Gemeinde Worms das Raschi-Studiumin ihrer Mitte pflegen lind ihrem Heros neue jünger" zuführen. Dann wird sie auch den alten Ruhm der Raschi- Studt bewahren! : '.' . - ef. Albert Katz, Biographische Charakterbilder aus der jüdischen Geschichte und Sage. Berlin, Verlag'f. mod. Lit. VI. 2\ \S. S" \ Wir Juden sind leider njeht verwohnt worden durch „Nächstenliebe" der anderen Gläubigen, nicht einmal finden wir bei jenen Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, wenn es sich um Bekämpfung .des Judentums handelt. Hat doch ein Professor yon der Bedeutung Delitzsch es fertig gebracht, dem Christentum die Priorität des Grundsatzes zuzusprechen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", womit er den höheren sittlichen Standpunkt des Christentums dem Judentum gegenüber t . - * - - dartun wollte. seinerseits nicht der Ent¬ Tafeln bedurft, um der Wahrheit die EJire zn jjjebcn, denn unzweideutig ist es ini Buch Moses. Kapitel nj, Vers 18 und Dabei hätte es ziffe.rung althistorischer 34 ausgesprochen, das.« Nächsten wie uns seibist lieben sollten, »ujdern es wird auch ausdrückla wir nicht allein unseren Ii erklärt, das* der Fremd-