Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Article
- Beilage zu Nr. 5
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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ling von dieser Bestimmung nicht a isgeschlossen .ist: ,. I) u sollst ihn lieben wie d i c'h selbst", denn Fremdlingt sptd ihr gewesen im Lande M i z r a-i r 1" .*{ so lautet klar und bestimmt das. Ende des 3.. Verses. Leider werden häutig auch unsere Glaubensgenossen irre geführt, wenn von autorativer Stelle solche tendenziöse Unwahrheiten wie anfangs erwähnt ausgesprochen werden, Und so mancher Abfall vom Judentuni findet seine Begründung in der Unkenntnis der: Abtrünniger über unsere Lehren, Weua es nun schon möglich ist, dass Entstellungen und Verdrehungen unwidersprochen in leren wahrer 1 allein nacheilt muss das agen handelt, die Welt gesetzt werden können, Wert schon durch den Pentateuc gewiesen werden kann, wieviel n der Fall sein, wenn es sich um I die das talmudische Schrittentum betreffen Die Wissenschaft ist 'die bestt Waffe gegen die Unwahrheit — aber man kann einem Manne aus dem gewerblichen Leben nicht mehr zumuten dass er sich mit dem Studium «Ses gewaltigen Talmuds derart befasst, um mit der mächtigen Arsenals voll gerüstet z in den Stand setzen könnten, allen unbewussten Unwahrheiten mit Erfolg entgegen zutreten. Wir leben in der Zeit der Spe deshalb sollte es jedem eine will Waffen dieses 1 sein, dieihn bewussten und ial Disziplinen, coonnene Kost sein, was uns die Männer vom Fach nach ernster Forschung fertig darbieten. Wie wir die Früchte des Baumes gemessen, den w ir selber nicht pflegen können, so sollen wir nach den Resultaten haschen, welche unsere Gelehrten in objekt ver, selbstloser Forschung zeitigen. Ein solches liegt in einem Buche v<t. das von einem schlichten Talmudforscher im vorigen Jahre herausgegeben wurde. Fs trägt den Titel „BiographischeVharakterbilder aus der jüdischen Geschi :hte und Sage von Albert Katz". * Der Verf. schildert in knappen Abrissen das Leben und die Lehrweise von zw ölf Talmudisten aus der für uns interessantesten Zeit kurz vor und während der Lebenszeit des Stifters des Christentums; Hillel, Schammai, Jochanan ben Sakkai, Rabbi Akiba ben Joseph ü. a. sind Namen von' solcher Bedeutung, dass man diesi: nur zu nennen nötig hat, um das Interesse für das Buch zu erwecken. BurMpickerei Max Sie alle werden an der Hand talmudischer (Quellen so frisch geschildert, dass wir uns lebhaft in jene schweren Zeiten unserer Väter versetzt denken. Das grössere Interesse jedoch erwecken in uns ihre Lehren und ihre Lebensanschauungen, weil wir in ihnen sehr leicht die Wurzeln des (;hristentums finden können Hier erkennen wir jene Anleihen, welche flie Evangelisten bei den Talmudisten gemacht haben, um ihren Schriften den ethischen Inhalt zi/ geben. ■) Auch jene Anschauung, dass das Judentum de« andern Völkern gegenüber sich exclusiv verhalten hätte, verwandelt sich zum Teil in ihr Gegenteil. Josua ben Chananja sah in jedem Menschen ein im Fbenbilde Gottes geschaffenes Wesen und stellte die Frommen der heidnischen Volker den Frommen in Israel gleich. Ja selbst die Taufe verliert ihre christliche Originalität. War ja doch dieser talmudische Lehrer der Ansicht, dass die Taufe (das rituelle Bad) genüge, um einen Heiden ins Judentum aufzunehmen. Ebenso gewinnt das Verhältnis der ersten Anhänger des Nazareners zum Synhedrion ein anderes Gesicht, als es durch die Evangelien uns erscheinen müsste. Rabbi Gamliel l verbietet als Vorsitzender der Synhedrions -die Yerlolgung der Apostel. Ei führt aus: ,,Ist dieses Werk von Menschen, so wird es nicht bestehen; ist es aber von Gott, so werdet ihr es nicht auflösen können." Wie Hillel, der Vorgänger im Synhedrium, betrachtet auch R. Gamliel I das Gebot der alle Menschen umfassenden ,,Nächstenliebe" als Substrat der jüdischen Lehre. Darum lehrte er Heiden stets freundlich zu begrüssen, für ihre Armen zu sorge'n, ihre Kranken zu pflegen, ihre Toten zu bestatten und ihre Leidtragenden zu trösten. Der Verfasser schliesst das Vorwort des Buches mit dem Satz: „Möge es zu einer gerechten Würdigung des talmudischen Schrifttums und seiner Urheber beitragen." Ein Wunsch, der sicher erfüllt wird, wenn man dies Buch nach seinem Studium aus der Hand legt. Oscar Sussmann von der D. K.-I^ogc — Berlin. Cohn imh.: A. M. Brodacz), Berlin SW., Ritterstrasse 78.