Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Article
- Beilage zu Nr. 5
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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in einem Bande geplant war, da min e von vielen Seiten das ausdrückliche Verlangen g ^stellt, dieser Miniaturausgabe auch den Raschikor imentar hei zugeben, was auch geschah. . In \Vesteuro|>a kennt man jetzt Raschi weniger: er ist für viele von uns eine nebenhafte Persönlichkeit aus längst entschwundener Zeit, l'n^ere den Fhrenvjerzichten zu lie die alt- F.s ist daher (iemeiude' in den Stätten. Isratls erlas Interesse?chen Juden >ssen Rabbi, ichschule im Glaubensgenossen hier scheinen auf nameii: ..I)as Volk des Buches", wollen. Selbst frommere Kreise, jüdischen Formen und Brauche pietätvoll be obaclrten. beschäftigen sich jetzt sehr wenig mit dem grossen Kommentator Raschi. mit Dank anzuerkennen, dass die Worms, die treu Wache hält an die an diesen grossen Volkslehre' innern, sich redliche Mühe gibt, für Kaschis Werke unter den ileu: vöü neuem zu wecken. Ob es ihr gilingen wird- Jedenfalls verdanken wir der riihrpnden Pietät der Wormser Gemeinde für den der als Lernender die dortige H< Jahre 1055 aufgesucht und sie alh Lehrer im Jahre 10»>5 verlassen hat, jetzt, zw«i Jahre nach iler Säcularfeier, .zwei Monographiecn, die da? Leben und Wirken Rasdiis in populärer Weise darstellen. Leber die Kntstehung dieser berichtet uns der Vorstand der Keligionsgemeinde zu .Worms in Worte folgendes: .,1m Jahre HH)3 in Worms 'geborene Herr Sa in New York, der Mitbegründer gesehenen Bankfirma Kuhn, L"b & Cp denken an seine seligen Kitern unser ein grösseres Kapital, dessen Zinse Pflege des jüdischen Geisteslebens dienen sollten 'reisschriften Israelitischen seinem Vorstiftete der omon Lob ler hochanzum An- :r Gemeinde l auch der Wir glaubten den Absichten bei dieser zu entsprechen, als wir am 80Ö jähr igen Todes tage kaschis, <Iessen Name mit der Geschichte unserer Gemeinde so eng verknüpft ist, eine Schrift zu veranlassen beschlossen, ditf das Leben und Wirken dieses volkstümlicher Weise zur sollte! Infolge unseres Preisausschreibens über seine Zeit, hervorragenden die Frage: Was bedeutet Kaschi i wie wirkte er in der Folge und Bestimmung Mannes in Darstellung bringen uf seil vpn w Werte sind seine Schriften für dit Jetztzeit.1 wurden von den Preisrichtern, den Herren Rabbinern Dr. Salfeld Mainz, Dr. Steckelnacher Mann heim und Dr. Setein Worms, denen Mühewaltung zum bestem Danke ver| elchem wir für ihre llichtet sind, zwei Arbeiten als gleichwertig zur Prämiierung vorgeschlagen. Als Verfasser ergaben sich die /Herren Rabbiner Dr. Beermann - Insterburg und ^Rabbiner Dr. Doktor Bruchsal, jetzt Cassel. Da sich beide Arbeiten gegenseitig ergänzen, glaubten wir den Vorschlag der Herren Preisrichter annehmen zu sollen. So übergeben wir nun beide Arbeiten der < Öffentlichkeit mit den biblischeil Worten: Werde ein Segen "! Da drei rühmlichst bekannte Rabbiner ihr L'rteil über die Preisschriften gesprochen haben, so ist es wohl nicht angebracht, dieselben in üblicher Weise einer Kritik zu unterziehen. Wir wollen uns daher auT einige Bemerkungen beschränken und einige Wünsche für eine etwaige' zweite Autlage aussprechen. — Beide Arbeiten fassen, wie Dr. I). in seinem Vorwort apgibt. auf den Forschungen von Zunz. Geiger. Graetz, Weiss. Berliner u. a. und schildern in anziehender, populärer Weise den | edlen C harakter des Meisters, seine Bescheidenheit und liebenswürdige Persönlichkeit. Wir folgen den Autoren gern nach Troves. dem Geburtsorte und Wirkungskreise Raschis, um das Milieu kennen zu lernen, das auf das Geistesleben unseres Helden eingewirkt .hat; wir vernehmen mit grosser Befriedigung von der hervorragenden Bedeutung dieses unvergleichlichen Volkslehrers, dass' seine Kommentare zur Bibel und zum Talmud das jüdische Schrifttum nachhaltig befruchtet haben. Besonders freut es uns zu erfahren, dass Raschis exegetische Arbeiten auch von Christen tleissig gelesen und benutzt wurden (Nicolaus de Lyra, Luther u. a. m.) und' dass christliche Gelehrte es waren, die Versuche gemacht haben, den Bibelkommentar des Rabbi von Troves ins Lateinische zu übersetzen. Man darf daher mit Recht sagen, dass beide Preisschriften geeignet sind, bei unseren Glaubensgenossen «las Interesse für diesen grossen Sohn Israels zu wecken. Und* nun die Wünsche. Ein ausführliches Verzeichnis der benutzten Literatur, sowie eine Zusammenstellung der Arbeiten und der Vorträge in den verschiedensten Sprachen, die aus .Anlass der .Säkularfeier entstanden sind, würden den Wert des Büclileins erhöhen, Auch der Fachmann würde mit Dank und Nutzen eine solche Gabe annehmen nach dem bekannten Satze: „Der Weise höre uud mehre sein Wissen." Eine genaue Literaturangabe liegt auch im Interesse, des Autors und w ird seinem Ansehen niemals schaden. Hat ja auch Rasch seine Gewährsleute genau ge-