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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-01-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 5 - Juni
Article
Beilage zu Nr. 5
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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weiss es, I. Brüder, unsere Loge wird dieser Gefahr nicht verfallen. Dafür sorgen nicht nur jene wohlwollenden Kritiker in der eignen Mitte, die wir zu unsern besten Brüdern zählen, dafür sorgen auch so manche Mephistos, die mit übelwollender Kritik jeden Schritt unseres Weges verfolgen. Wir haben stets in diesen unseren Gegnern Teile der Kraft kennen gelernt, die das Böse will und das Gute schafft Wie vor 25 Jahren weite Kreise unsrer Glaubensbrüder .erst durch die Geister, die stets verneinen, aufgerüttelt wurden, sich zu besinnen auf die Vergangenheit und die gegenwärtigen Aufgaben des Judentums, so hat auch uns als Briider keine Kritik, woher sie auch kommen mochte, irre machen können in dem Glauben an die Berechtigung und Bedeutung unsrer Bestrebungen, sondern uns nur dazu geführt, dass wir den Kreis unsrer Aufgaben zu erweitern und deren Krkenntnis zu vertiefen bestrebt waren. So möge denn der Beifall der Gleichgesinnten uns lehren, treu wie der Held des Hiobbuches festzuhalten an dem eiiima| als recht erkannten Ideal, die Kritik der Freunde und Feinde aber uns mahnen, stets „rastlos uns zu betätigen" im Streben nach neuen Aufgaben, damit jene herrliche Hoffnung aufeine' bessere Zukunft der Menschheit erfüllt werde, die Israels Seher ausgesprochen und zu der auch der. Panstdtchter sich bekannte, '.'/■ . Damit das Güte wirke, wachse, fr. mime. Damit der Tag dem Kdlen^*;hdlicli komme! Zwei Prei >■ Kaschis Leben und Wirken, zwei I'reisschriften von Kreisrabbincr Dr. Beermann , Jnsterburg (8(1 Seiten und Landrabbiner Dr. Doktor in lasse! Seiten . Worms 1Ü06, Kommission der II. Kreutzer'schen Buchhandlung. Der 29. Tammus Q05, der 1. August 1905 nach der g. Z., wurde aus Anlass der X0O jährigen Wiederkehr des Todestages des grössteri Talmud- und Bibelerklärers des Rabbi Schelomoh Jizchaki (Kaschi) als Gedenktag in Israels Mitte geleiert. Ks war wohl die erste Feier in dieser Art, die die jüdische Glaubensgemeinschaft zu Khren dieses Geistesfürsten-nach 800 Jahren beging. Und so sehr wir uns gefreut haben, dass trotz dieses grossen Zeitraumes noch Liebe und Verehrung für diesen bedeutenden Mann bei uns vorhanden ist, so sehr wir mit Befriedigung vernommen haben, dass die Vorträge über Kaschi allenthalben gut besucht waren, so konnten wir dennoch einen Gedanken nicht los werden, der uns betrübte und wehmütig stimmte. Wir fürchteten nämlich, dass diese Feier eine Art Abfindung bedeuten könnte; eine Abschiedsfeier für Kaschi. Denn in dieser Art der Khrung unseres grossen Lehrers landen wir etwas Ungewöhnliches. Kaschi hat man in früheren Zeiten nicht in Vortrügen gefeiert, nicht über Kaschi, sondern von Kaschi, was er selbst sagt, hat man sich bemüht, zu hören. Nicht ein 'Tag oder ein Abend waren Kaschi gewidmet, sondern «las ganze Leben. Mit Raschi beschäftigten sich nicht nur . Studierte, Gelehrte und Rabbiner, sondern auch der Laie, Schriften. der gewöhnliche Israelit ohne Rang und ohne Titel. Den ganzen Tag versah er sein Geschäft, sass als Kaufmann in seinem Kontor trber die Geschäftsbücher gebückt, oder ging als .Hand werker seinem Krwerbe nach* abends eilte er ins Bethha M'drasch, um wenigstens einen Abschnitt Chumesch mit Kaschi zu lernen. Das' ..Volk des Buches" wurde Israel genannt. Und diesen Khren namen wollte jeder in Israel verdienen. Wem Beruf und Begabung es nicht gestatteten, sich intensiv mit dem Tora- und Talmudstudium zu beschältigen, der wollte wenigstens Cliiinieseh mit Kaschi verstehen, um nicljt ganz als Unwissender /u gelten Chumesch mit Kaschi! Diese. Verbindung, die noch jetzt im Munde der osteuropäisches Juden geläufig ist, zeugt von der Grosse und der Bedeutung Raschis, von der Volkstümlich keit, die er bei derMit und Nachwelt genoss. Er W ar und ist noch heute der beliebteste Dolmetsch de-« Bibelwortes. Ohne Rafelds Kommentar hat «tan sich einen Pentateuch kaum vorstellen können. Vielleicht mag das der Grund dafür gewesen sein, dass als erstes hebräisches Druckwerk der Raschi kommentar die Presse verliess (am 1.8. Adär gffu ( — 1475). Raschi war aber auch. der ständige Begleiter des Talmud babli, dessen, Verständnis er uns erst erschlossen hat. Ohne Raschi wäre der babylonische Talmud ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. I )arum überlässt man sich noch jetzt gern der sicheren Führung. Raschis und mag ihn nirgends missen. -Und als vor .wenigen Jahrcu in Berdiczevv eine Talniudausgabe

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