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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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— no - wäre, die Schuld nur unseren Geschäftsführer tret en könnte, weil dieser allein die Kassenführung hat, scheint die Grossloge doch nicht genügend geprüft zu haben, ob uns eine Zahlungsverpflichtung oblag, oder ob unsere Weigerung zur Zahlung berechtigt war. Br. Placzek berichtet nun über den Ankauf von Xeuhof ohne Augaben von Zahlen und auch ohne die Ursachen anzuführen, warum wir das devaitierte Gat Neuhof gekauft haben. Die Lösung dieser Frage ist, weil uns keine Mittel zum Ankauf einer besseren Scholle zur Verfügung standen. Vor dem Ankauf von Neuhof wurde uns ein anderer sehr guter Besitz angeboten, aber es fehlte an Geld, und das günstige Angebot wurde schnell voa einer polnischen Bank aufgenommen. Da fand sich (in Freund unserer Sache und streckte uns 50003 M. zum Ankauf eines Gutes vor, da er. so wie wir, die Notwendigkeit s.nerkannte. die Theorien, welche wir jahrelang nur durch das Wort verfochten hatten, nämlich Juden zum Ackerbau zi erziehen auf eigener Scholle in die Praxis überfuhrt wissen wollte. Dass das Gut Neuhof kein erstklassiges Gut w*:\ wussten Landwirte wie der verstorbene Herr Rohr, Hjrr Julian Czapsk3'-Obra und der Unterzeichnete wohl zu beurteilen, aber bei der nahen Lage von Posen war an dieser Scholle nichts zu verlieren. Wir hatten ca. 72000 M. bezahlt und habe« beim Verkauf 125000 M. zurückerhalten. Ich gebe dem Referenten Br. Placzek zu, dass der Vorstand uud Aufsichtsrat der Bödenkulturgesellschaft sich insofern geirrt hatten, als sie glaubten, in Posen praktische Männer zur Leitung der Geschäfte und hauptsächlich auch das; Interesse der dortigen Judenschatt und zwar besonders in den Logenkreisen zu finden, welches zur Förderung und Löjsung einer so schwierigen Frage unbedingt notwendig war. Dieses war leider nicht der Fall, daher sah sich denn die Bodenkulturgesellschait, wollte sie nicht noch grössere Verlust«! in Folge der mangelhaft überwachten Wirtschaft erleiden, genötigt, das Gut Xeuhof zu verkaufen. Br. Placzek irrt sich, wenn er es als ein Glück der Gesellschaft betrachtet, dass ihr die Ansiedlungs-Kommission einen ziemlich hohen Preis gezahlt hat. Wie die Verhältnisse in der Provinz Posen liegen, hätten wir für unser Gut Xeuhof, je länger wir es hielten, einen um so höheren Preis erhalten, aber dies war nicht möglich, denn wir hatten in Posen niemanden, der die Leitung des Gutes energisch in die Hand nahm, und wegen Mangels an der richtigen Person mossten wir das Gut verkaufen. nähme des Br. Placzek. dass die Ansiedlungs-Kommission uns den holien Preis aus Furcht, dass das Gut in Hände hätte übergehen können, geboten hat, ist ebenfalls unrichtig, denn die Ansiedlungs-Kommission wusste, dass wir Juden nie an Polen verkaufen können, wenn wir nicht auf allen Linien den Antisemitismus anfachen wollten. Die Erlangung des hohen Preises erfolgte, weil unbestritten aus dem davastierten Gute ein in Kultur befindliches geworden ist. Die Anteilscheinbesitzer werden, soweit sich die Sache übersehen Iftsst.;2—40% des eingezahlten Geldes, die Darlehngeber den vollen Betrag zurückerhalten. An Anteilen waren nur 40000 M. gezeichnet, es gehen also ca. 24000M. verloren and dafür hat mau erstens die Zöglinge vier Jahre rituell beköstigt, hat sie bekleidet und erzogen und den Beweis geführt, dfus sich Juden zur Landwirtschaft sehr wohl Die Anpolnische! eignen, zweitens hat aber der Bodenkulturverein infolge der; Tätigkeit der Bodenkulturgesellschaft es dahin gebracht, ein! Vermögen von ca 18000 M. zu sammeln, welcher Fonds einen schönen Grundstock für die Tätigkeit des Vereins bilden wird. — Am 13 Mai findet eine Generalversammlung der Bodenkulturgesellschaft statt and es steht die Frage der Liquidation dieser Gesellschaft mit beschränkter Haftung auf der Tagesordnung. Die Beschlüsse werden feststellen, ob die Auflösung der Gesellschaft stattfindet, oder ob eine Anlehnung an die Konsul Simon-Stiftung gewünscht wird. Da die Anteilscheinbesitzer der Bodenkulturgesellschaft durchgäneig Leute sind, deren Vermögensverhältnisse durch den Verlust von einigen Hundert Mark nicht wesentlich berührt werden, und die auch jedenfalls grösstenteils ihren Anteil an der Bodenkulturgesellscbaft in ihren Büchern schon längst abgeschrieben haben, so wird der Aufsiohtsrat ihnen für den Fall der Liquidation anheimstellen, die ihnen wieder zufallenden Beträge dem Bodenkulturverein zur Vermehrung des Kolonisationsfonds zu überweisen. L. Cohn. Aus dem Bureau der Grossloge. In . dem Logenverzeichnis für den gegenwärtigen Termin sind folgende Aenderungen vorzunehmen: Die Mendelssohn-Loge hält ihre Sitzungen nicht, wie im Verzeichnis angegeben ist, Kaiserstr. 58, sondern in ihren Räumen Kutscherstr. 21 ab. Die Ostpreussisohe Loge, die demnächst von Osterode nach Allenstein verlegt werden wird, hält daselbst ihre Sitzungen im jüdischen Gemeindehause, Liebstädterstr. 5, ab. Der Verein für Arbeitsnachweis, gegründet von den hiesigen Bnei Briss - Logen, hat im Monat März d. J. 211 Personen in Stellung untergebracht, ausserdem 57 Personen vorübergehenden Erwerb verschafft. Im Monat April 236 resp 42 Personen und im Maj 245 resp. 38 Personen. Wie schon durch unser Rundschreiben an die Logen mitgeteilt worden ist, wird das „Jaffa'sche Fürsorge- und Waisenheim der Grossloge für Deutschland VIII" am 1. Juli d. J. in Wirksamkeit treten, indem es von diesem Zeilpunkt ab vorerst 6 Waisen in seine Obhut nimmt. Für die Stellen, welche für die Waisen unserer verstorbenen Brüder reserviert geblieben, sind inzwischen von den Logen Anmeldungen eingegangen, und wenn es der Gesundheitszustand der betreffenden Kinder gestattet, werden dieselben auch sicher aufgenommen werden. Es gereicht uns zur Freude, dass diese Institution als eine solche des U. O. B. B. auch den Hinterbliebenen unserer verstorbenen Brüder zugute kommen kann, und es wird immer dem Kuratorium dieser Stiftung am Herzen liegen, in erster. Reihe für die angemeldeten Waisen verstorbener Brüder Sorge* zu tragen. Dass Br. Oskar Tietz zur ehrenden und dauernden Erinnerung an seinen kürzlich verstorbenen Onkel, unsern Br. Hermann Tietz, den Statutenmässigen Betrag von 5000 M dem Heim gestiftet hat, womit der Monte fiore-Loge ein Verfügungsrecht über einen Platz im Heim gesichert wurde, soll hier noch kurz erwähnt werden. Unser Aufruf für Rumänien über dessen Notwendigkeit ein in dieser Nummer enthaltener Artikel Aufschluss

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