Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Date
- 1907-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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während wir beut auf eine Mitgliederzabi von ca. 400 mit Genugtuung blicken können. 700 M&nner worden der D. R. L. in der Zeit ihres Bestehens zugeführt, von denen uns leider 85 durch den Tod entrissen worden. Eine grössere Anzahl Brüder ging bei der Neugründung der hiesigen und benachbarten Logen in diese Uber; aas den verschiedensten, meist äusseren Gründen schied eine Anzahl Mitglieder ans, während andere ihrer Zagehörigkeit zum Orden verlustig gingen 22 Präsidenten walteten in diesem Viertel Jahrhundert des Amtes, in das das Vertrauen der Brüder sie berufen hätte, einzelne von ihnen mehrere, z. T. sogar 3 u. 4 Termiue. Die grosse Zahl der Präsidenten ist daraus zu erklären, dass in den ersten Jahren der Amtstermin nur ein Semester dauerte; das war notwendig, um für die Vertretung in der Grossloge die erforderliche Anzahl von Expräsidenten zu besitzen. An den durch den hochw.'Grosspräsidenten skizzierten Erfolgen auf werktätigem Gebiete hat auch die D. R. L. ihr voll gemessen Anteil. An Unterstützungen hat die D. R. L. in den verflossenen 25 Jahren etwa 110 000 Mk. verausgabt, abgesehen von den vielen Beträgen, die für wohltätige Institutionen, Russen-Unterstützungen etc. aufgebracht worden sind und1 sich auf mehrere Dutzende von Tausenden belaufen. Die Sorge für die Witwen und Waisen unsrer Brüder hat einen Fonds von fast 80 000 Mk. geschaffen, für gemeinnützige Zwecke: Aussteuer, Badereisen etc. stehen der Loge ca. 25000 Mark zur Verfügung; der Alters-Versorgungs-Fonds weist einen Bestand von 30000 Mk. auf, wozu durch freiwillige Spenden unsrer Brüder aus Anlass des heutigen Tages noch etwa 10 000 Mk. kommen, sodass iür den letztgenannten Zweck bereits 40 000 Mk. disponibel sind. Das ist das äussere Resultat unsrer Arbeit, der innere, weit mehr ins Gewicht fallende Ei folg besteht in der geistigen und ethischen Fort- und Durchbildung unsrer Brüder und in der Wirkung, die das Bestehen der Loge und ihre Tätigkeit auch auf weitere aussenstehende Kreise ausübt; mit einem Wort, der ideale Erfolg unsrer Existenz und unsrer Arbeit lässt sich nicht in Zahlen darstellen, doch darf ich ohne Ueberbebung erklären, dass dieser Erfolg unermesslich grösser ist, als die Gründer der D. R. L. jemals ahnen konnten. Da dieser Erfolg aber nicht nur von der D. R. L. ausging, so muss ich es mir genügen lassen, nur mit wenigen Worten darauf einzugehen; hat ja bereits mein Vorredner dieses Moment nach allen Seiten hin beleuchtet. Ich komme zum Schiasse, indem ich den Dank, den ich zu Anfang an alle hier Anwesenden gerichtet habe, wiederhole, and insbesondere den Beamten and Brüdern der D. R. L. danke für ihre bisherige Arbeit an den hohen Aufgaben, die wir uns gestellt haben. Viel ist bisher getan, viel mehr bleibt noch zu ton übrig! Darum, meine Brüder, unentwegt mutig vorwärts, damit in 25 Jahren mein Nachfolger von dieser Stelle aas Rechenschaft über weitere grosse Erfolge der D.R. L. und des gesamten Ordens in Deutschland ablegen kann. — Das walte Gott! Grosspräs. Br. Dr. Stern-Bukarest: , Der Distrikt U. O. B. B. .Zion" No. 14 in Rumänien hat gewünscht, dass sein höchster Beamter, der Grosspräsident, dem deutschen Schwesterdistrikte aus Anlass seiner 25 jährigen Jubelfeier persönlich die herzlichsten Glückwünsche überbringe. Diesem Wunsche zu folgen und auch dem eigenen Triebe bin ich aus weiter Ferne hierher geeilt, um an der Feier dieses Ihres Ehren1 and Rahmestages teilzunehmen. Ein Ehrenand Ruhmestag ist es fürwahr, den wir alle hier begehen! Aus der Geschichte des deutschen Distriktes, wie sie Br. Dr. Maretzki mit kundiger Hand dargestellt und der würdige Br. Grosspräs. Timendorfer in seiner heutigen Festrede in grossen Zügen ergänzt hat, haben wir mit Bewunderung gesehen, was der deutsche Distrikt in diesem relativ kurzen Zeitraum eines Vierteljahrhunderts geleistet, wie er sich von bescheidenen Anfängen zu hoher Blüte entfaltet hat,' wie er mit seinen Zielen und Aufgaben gewachsen ist, wie der mächtige Bau allmählich entstanden und sich entwickelt hat bis zu der achtunggebietenden, stolzen Grösse, in der wir ihn heute emporragen sehen! Und mir scheint dieser Bau unzerstörbar! Denn seine Fandamente sind die Quadern aus dem Schachte des jüdischen Geistes, das blinkende Erz aus dem Bergwerke des jüdischen.Herzens! Und ein Gefühl der Freude und des Stolzes erfüllt uns, dass es unser geliebter Orden ist, der die Grandrisse zu diesem Bau geliefert, dass er auch hier seine wunderbare, einende und verbindende Kraft bewährt hat! Und nun können Sie im Schatten dieses Baues einen Augenblick aasruhen, um das geschaffene Werk zu übersehen, um sich der grossen Leistungen zu freuen, und um sich zu sammeln zu neuer Arbeit, zu neuem-Schaffen und Streben! Der Distrikt „Zion No. IX" ist der älteste Distrikt unseres Ordens in Europa, da er schon 1870 von dem damaligen Konsul der Vereinigten Staaten in Rumänien, Br. Benjamin F. Peixotto. zunächst allerdings als selbständiger Orden und mit etwas veränderter Symbolik gegründet wurde. Später wurde die Brüderschaft „Zion" in den Orden Bnei Biiss autgenommen, und Br. Julius Fenchel war es, der vom Ex - Komitee beauftragt wurde, die neue Grossloge einzusetzen. Em ist nicht hier der Ort auszuführen, was unser Orden in Rumänien auf dem Gebiete der Selbsterziehung, des Unterrichts, der Wohltätigkeit und für die allgemeinen jüdischen Interessen mit seinem Beistande geleistet. Aber es ist nicht zuviel, wenn behauptet wird, dass die geistige Wiedergeburt des rumänischen Judentums von jenem Augenblicke datiert. Aber „la valeur n'attend pas le iionibre des annees". Wenn auch an Jahren jünger, haben Sie durch Iure Leistungen uns eingehölt und überholt. Doch gleicht sich der Unterschied aus, wenn man bedenkt, um wieviel schwieriger unsere Aufgaben sind und wie unzulänglich die Mittel! Wohl hätten wir verzagt und entmutigt den Kampf aufgeben mögen, wenn wir au-; der Zugehörigkeit zum Orden B. B. nicht immer frischen Mut schöpfen würden. Ertönt der symbolische Hammerschlag iu unseren Logen, so ruft er die Brüder zur Arbeit auf nicht nur für sich selbst, sondern für das G e s a m t Judentum. Für das Gesamtjndentum!- Das ist das letzte Ziel! Darin liegt die Berechtigung und die Notwendigkeit unseres Ordens, welcher nichts ist als die organisierte Solidarität der Jadenheit, ein Gebot der Selbsterhaltangl Noch ist die Kette nicht geschlossen, welche Israel durch unsern Bund vereinen soll, noch sind weite Gebiete zu er-