Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6028970-6074149--1102-4865252
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Präs. Br. Bach«Berlin: Hochverehrte Fest Versammlung! Mein erstes Wort sei ein Dank an den Weltenmeister, der ans bis hierher geholfen hat. Mein zweites Wort gilt dem hochw. Grosspräsidenten and der Grossloge. — Im Namen der D. R. L., als deren Vertreter hier zu stehen ich die Ehre habe, danke ich Ihnen, hochw. Grosspräsident für die Glückwünsche, die Sie ihr dargebracht haben and erwidere sie an die Adresse der G. ] * aufs herzlichste. Und schliesslich gilt mein Dank all den Vertretern der ward. Schwesterlogen, allen' werten Gästen, allen Schwestern and Brüdern, die hier versammelt sind, am mit ans neben dem Jubiläum des Ordens in Deutschland das 25 jährige Bestehen der D. R. L. zu feiern. 25 Jahre sind verflossen, 60 deutsche Logen arbeiten an der gemeinsamen Aufgabe, welche die Hebung des Nivea is unserer Glaubensbrüder auf sozialem, ethischem und geistigem Gebiete and in zweiter Linie die Veredlang der gesamten Menschheit zum Ziele hat. In schwer bedrängter Zeit trat einst anter Führung des Mannes, den anter ans weilen za sehen wir die grosse Ehre and Freade haben, — ich meine Br. Fenchel, — eine kleine Schar begeisterter Männer zusammen, am eine Gemeinschaft za begranden, in der der Idealismas über die Miseren des Lebens siegen, in der in gemeinsamer Arbeit ein Wettbewerb in allem, was schön, edel und wahr ist, eine Stätte finden sollte. — Draussen predigte der Apostel der Nächstenliebe Menschenhaß, die kaum durchgeführte Gleichberechtigung wurde illusorisch, es schien, als ob das schwärzeste Mittelalter in neuer Auflage auf dem Plane erscheinen sollte. Doch unsere kleine Schar wollte nicht kampflos die errungene Stellang hingeben. Sie wollte kämpfen für unsre Würde, für unsre Ehre. Für die geschmälerte Gleickberechtigung sollten wir Ersatz rinden in der Entwicklung der geistigen und sittlichen Kräfte unsrer Glaubensgemeinschaft. Diese Umstände waren die Veranlassung zar Verpflanzung des U. 0. B. B. nach Deutschland, and wie so oft im geschichtlichen Leben zeitigte auch hier die Ursache eine ungewollte Wirkung, — es war eben jene Kraft, die stets das Böse will and stets das Gute schafft. Die durch die hasserfüllte Bewegung auch in die Reihen der Brüder des Odd Fellow-Ordens hineingetragene Feindseligkeit den Andersgläubigen gegenüber, bewirkte, dass die jüdischen Mitglieder des Ordens sich nicht mehr wohlfühlten und in Bruder Fenchel, der hohe Aemter im Orden bisher bekleidete, reifte nach und nach der Gedanke zum festen Entschlösse aus, eine Institution ins Leben zu rufen, in der man seiner Religionwegen keiner Gehässigkeit and Anfeindung ausgesetzt sein konnte. — Von dem Bestehen und segensreichen Wirken des Ordens Bnei Briss in Amerika unterrichtet, sachte Fenchel zunächst Fühlung mit der Ordensbehörde in Xew-York za gewinnen, während er gleichzeitig sich bemühte, shierselbst gleichgesinnt« Männer für seinen Plan zu werben. Jablonski and Wolff hatten als Odd Fellow-Brüder dieselben traarigen Erfahrungen wie Fenchel gemacht, sie erklärten sich bereit, mit ihm an der Verwirklichung seiner Absicht zu arbeiten. Zwei Jahre dauerten die Unterhandlangen mit New-York, wiederholt auf dem toten Punkt angelangt and wiederholt in 40 — -- Gefahr, ein negatives Resultat za zeitigen, erklärte Fenchel schliesslich dem Delegaten des Exekutiv-Komitees aas New- York, L. Moritz EUinger, dass er auf jede Verbindung mit Amerika verzichte and nun daran gehen werde, eine eigene ähnliche Institution in Deutschland ins Leben za rufen. Diese Erklärung bewirkte die sofortige Eiteilnng des Freibriefes und am 20. Mäiz 1882 wurde die erste Loge auf deutschem Boden begründet. — Gross war die Freude and Begeisterung der 30 Männer, die gleichgesinnt and gleichgestimmt das ersehnte Ziel endlich erreicht sahen. Es galt als selbstverständlich, dass die Loge den Namen Deutsche Reichsloge führen musste, es solle dadurch klar and deutlich ihre nationale Gesinnung ausgedrückt werden, in demselben Sinne nannte sich die zweite Loge in Deutschland Germania-Loge. — Es dürite am heutigen Tage nicht übet flüssig erscheinen, wenn ich derjenigen Männer namhaft gedenke, die nnsie Deutsche Reichsloge begründet haben. Es waren die Brüder: Fenchel, Jablonski, Max Cohn, Louis Cohn, Max Epstein, Hagen, D. Wölfl, Flatan, Schäfer, Gordon, Hammeistein, Samulon, Feldblum. Katz, Lange, Greiffenhagen, Atonius, Sally Cohn, Gross, Sandmann, Lesser, Louis Salinger, Casp. Lichtenstein, Leop. Rosenbeig, Max Rosenberg, Redlich, Hennig, Carl Straus«. S. Kirschner, Loewenthal. Viele von ihnen deckt bereits der kühle Rasen, möge die Erde ihnen leicht sein! Denjenigen aber, die noch unter ans weilen, will ich nicht verabs lumen, von dieser Stelle aas in diesem feierlichen Momente den schaff auszudrücken dafür, dass schafft haben, für unsre hohen sein za dürfen. Zum 1. Präsidenten der D. gewählt. Freudigste Stimmung und | hohe Begeisterung für die gute Sache herrschten inmitten der kleinen Schar, die nach jahrelanger Wartezeit endlich die erste Loge begründet hatte. Noch ahnte man nicht, wie schnell der Orden sich aasbreiten würde, aber die hohe Bedeutung seiner Bestrebungen, die ideale Auffassung von Nächstenliebe and Menschentum waren es, die sie anspornte, gleichgesinnte Seelen za Sachen, am auch ihnen die Pforten des Tempels zu öffnen, in dem man, losgelöst von den Kleinlichkeiten des alltäglichen Lebens in der Arbeit für die höchsten Ziele des Menschentums Betätigung and Befriedigung finden konnte. Nicht lange währte es, und am den Kern der Gründer scharte sich eine weitere Zahl von Männern, sodass am Ende des Jahres 18S2 die D. R. L. bereits auf 99 Mitglieder gestiegen war. — Bald nach der Begründung war das Wirken und Streben der neuen Gemeinschaft von Brüdern in weite Kreise auch ausserhalb Berlins gedrangen and Anfragen kamen von allen Seiten über Zwecke and Ziele der Loge and des Ordens. Aas mehreren Gemeinden Deutschlands, aas Rumänien, aas Kairo bat man am Auskunft and bereits ein halbes Jahr nach Begründung der D. R. L. wurde in Halle, es war am 30. August 1882, die Germania-Loge, ein weiteres halbes Jahr später, am 2. April 1884, die Berthold Auerbach-Loge hierselbst ins Leben gerufen. Am Ende des Jahres 1885 zählte die D. R. L. 211 Mitglieder, 5 Jahre später 317, ging aber 1900 auf 275 zurück, herzlichen Dank der Brüdersie ans die Möglichkeit veridealen Bestrebungen tätig R. wurde Br. Jablonski * - \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.