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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 3 - April
Date
1907-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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- 32 — Wirkung ein neues Fürsorgeheim für Waisen und bedürftige Kinder im allgemeinen zu errichten. Dieses verheißungsvolle Institut ist inzwischen als Jaffa'sches Fürsorge- und Waisen he im der Grossloge für Deutschland U. O. B. B. errichtet worden. Der Stiftungsbetrag >on 50000 M. ist durch Zuwendungen der bochw. Grossloge und zahlreicher Biüder unserer Berliner Logen bereits auf über 8O0C0 M. Kapital vermehrt worden, neben den Zeichnungen regelmässiger Jahresbeiträge in Höhe von bereits annähend 5000 M. Es ist dringend zu hoffen und zu wünschen, dass unsere gesamte Brüderschaft unter Hinwegsetzung etwaiger kleinlicher Bedenken in bezug auf nebensächliche Fragen der Form oder Fassung dieser neuen Stiftung, die Wichtigkeit dieser neuen Institution als einer Ordensinstitution für Waisen und für arme Kinder ins Auge fasst und opferwillig alles aufbietet, um dieses neue Institut fortzuführen und tatkräftig zu fördern. I Der jetzt mit dem Ende des Termins von seinem Amtjä zurücktretende Präsident der Montefiore-Loge schätzt sich glücklich diesen Bericht über die Tätigkeit der Loge im verflossenen Semester mit der für die Loge und für den Orden erfreulichen Mitteilung beschliessen zu können, dass zu der! stattlichen Zahl neu eingeführter, regelmässig mitarbeitender; Brüder unserer Loge jetzt auch eine Persönlichkeit tritt, die, über den nahmen der engeren Logenzugehörigkeit von Bedeutung ist, und die wir glauben ebensosehr als eine besondere j Zierde unserer Montefiore-Loge, wie als einen verheißungsvollen Gewinn für den Orden hervorheben zu dürfen; .mit be-! sonderer Freude berichten wir die Aufnahme des Nachkommen Moses Montefiores, des bekannten Londoner Philantropen Claude G. Montefiore als Mitglied unserer Loge. - — So wenig es sonst den jeglichem Personenkultus abholden Gepflogenheiten unserer Logen entspricht, einzelne Personen in den Vordergrund zu stellen, so darf in diesem Berichte wohl von dieser Disziplin mit Rücksicht darauf abgewichen werden, dass Claude Montefiore ebensosehr der Träger einer grossen Familientradition ist, wie auch selbst ein ideal gesinnter, hochherziger, den Interessen der Judenheit unermüdlich sich widmender Glaubensgenosse, der ganz in den idealen Wegen seines grossen Ahnen wandelt. Wir freuen uns daher des Beitritts des hervorragenden geistigen Erben Moses Montefiores, dessen geweihter Name in den Tafeln der jüdischen Geschichte eingegraben ist und den unsere Loge mit Stolz und Ehrerbietung führt. Der Abschluss unseres Logensemesters fällt mit dem 25 jährigen Stiftungsfest unseres Ordens zusammen, dessen Feier in dem Glanz der Veranstaltung, in der herrlichen erhebenden Weihe, in der imposanten Heerschau der grossen treuen Gefolgschaft unseres Bundes und in der ehrenreichen Anerkennung, die der Wirksamkeit unseres Ordens von allen führenden gleichstrebenden Gesellschaften und Korporationen dargebracht wurden, uns allen eine unverlöschliehe Erinnerung bleiben wird. Möge die jubelnde Begeisterung des Ordensfestes, d'e noch nachballen und nachwirken wird in unseren Seelen und Herzen, die gesamte Brüderschaft aneifern zu weiterer fortschreitender gedeihlicher Arbeit im Dienste unseres geliebten Ordens. Berlin, Ende März 1907. I. W. B. u. B. Eugen Caspary Prot. Sekretär. Maximilian Stein Präsident. Mendels chn-Loge Magdeburg. Ansprache des Präsidenten Br. Dr. Frankenstein zum Schlüsse des Termins. Liebe Brüder! Wenn ein Vater, gedrückt durch die Last der Lebensarbeit, in der Vorahnung des Erlöschens seiner | Arbeitskraft seine Kinder um sich versammelt und ihnen vor | dem Scheiden, nochmals rückerinnernd, alles das wiederruft, was sie an gemeinsamem Leide, an gemeinsamer Freude zuj sammen getragen haben, ihnen aber auch aus der Summe der ' Erfahrungen Lehren mitgeben will auf den Weg, den sie weiter wandeln sollen und müssen, so durchzieht einen solchen kleinen Kreis von Menschen ein Seelenband, das, einmal geknüpft, nkht leicht in ferner Zukunft zu reissen vermag, so durchj weht diesen Kreis ein Teil jener unendlichen Harmonie, welche die Weisesten der Weisen aller Völker in sich mit dem ganzen All verbunden wähnten, so wird das gespendete Wort zur Freude, zum Ansporn, zur liebenden Wohltat. So ist denn auch die Stunde, welche uns jetzt als letzte in einem Arbeitsjahre der Loge vereint, geschaffen, rückblickend Abschied zu nehmen von dem, was dahinsank, und sich Rat zu erholen für das, was erspriessen soll. Zwar scheint ein Jahr ein kurzer Raum, wenn er durchmessen und all das Gewohnte und Kleinliche in dem Erinnerungsbilde verblasst ist und doch — aus Jahresringen bildet sich der Stamm der Loge und jeder Ring gibt später dem ganzen Baum charakteristisches Gepräge. So will ich denn zuerst das Skelett; wenn ich so sagen darf, des letzten Arbeitsjahres uns reproduzieren und dann, von dessen Vollendung aus, Ihre Blicke dorthin zu richten versuchen, wo noch der dichte Schleier der Zukunft das Werdende verhüllt. Der Termin 1900—1907 gab uns 37 Sitzungen, welche durchschnittlich von 25 Brüdern besucht waren. Die Sitzungen hatten eine ungefähre Dauer von l1 2 Stunden. Ich habe mich bemüht in abwechselnder Form das Gewicht für die Beschäftigung mit den Eingängen der hw. Grossloge, der anderen Logen und sonstigen Körperschaften mit dem der gebotenen Nahrung auf geistigem Gebiet möglichst gleich < zu verteilen. Ich habe darnach gestrebt die Brüder selbst für Darbietungen geistigen Inhalts zu erwärmen und sie za veranlassen, das was sie dadurch erworben hatten, der Loge mitzuteilen. Ich bin, und das sage ich mit stolzer Freude, von allen Seiten bereitwilligst unterstützt worden, so dass ein Mangel an Material für geistige Anregungen nicht allein nie vorhanden war, sondern Darbietungen solcher Art zurückgestellt werden mussten, sollten nicht anders die Logenabende die hörenden Brüder ermüden. Die Themata der Vorträge und Referate haben Wissensgebiete berührt, welche uns rein als Menschen zu interessieren wussten, sie haben aber zum grössten Teil ihren Boden immer wieder in dem Judentum gefunden, aus dem unsere Institution entsprossen und herrlich emporgeblüht

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