Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Leider haben wir auch schmerzliche Verloste dmch den Heimgang mehrerer lieber Brüder, die der Tod auf ewig von uns abberufen, zu verwinden. Dreimal in dem Semester hatte unsere Montefiore-Loge eine Trauerfeier zu veranstalten, die in würdiger und erhebender Weise dem Gedächtnis unserer heimgegangenen Brüder geweiht waren. Bei Leid und Freud haben ans unsere lieben Schwedt erlogen ihre Teilnahme bekundet und auch wir haben es uns nicht nehmen lassen, brüderlich innige Beziehungen zu unseren Schwesterlogen zu pflegen. Wie wir bei den verschiedensten Anlässen durch die Anwesenheit Delegierter und besuchender Brüder erfreut wurden, so haben wir nicht vei fehlt, so weit es nur irgend angängig war, uns zur Teilnahme bei den Schwesterlogen einzufinden. Den Berliner Sehwesterlogen insbesondere haben wir durch, In corpore-Besuche unserer Montefiore Loge zum Ausdruck gebracht, wie sehr wir von der Wichtigkeit eines brüderlich regen Verkehrs unter den Logen durchdrungen sind. Unsere Loge hat es sich in diesem Termine zur besonderen Aufgabe gestellt, durch spezielle Veranstaltungen für die verstärkte Annäherung und Anfreundung unserer Brüder und deren Familien zu wirken. Auch während der Sommerferien sorgten hierfür regelmässige Zusammenkünfte an unseren gewohnten Logenabenden. An jedem Dienstag fanden sich während der Ferien unsere Brüder mit ihren Familien in einem vornehmen Konzertgarten gesellig zusammen unter Leitung unseres Geselligkeits-Komitees, das während des ganzen Sommers in Funktion war. Der hingebenden erfolgreichen Tätigkeit unseres Geselligkeitskomitees nnter Vorsitz des Br. A. Rosenbaam muss hier anerkennend und dankend gedacht werden. Unsere Loge veranstaltete während des letzten Termins allmonatlich regelmässige „Familienabende". Diese gut besuchten Familienabende, die an regelmässigen Sitzungsabenden nach voraufgehender abgekürzter Geschältssitzung stattfanden, bezweckten, unsere Brüderschaft und ihre Familien zwanglos gesellig zusammen zu führen. Im Verein mit unserem „geistigen Komitee" sorgte unser unermüdliches Geselligkeitskomitee ferner für eine sehr schöne und reiche Ausgestaltung unserer grossen Vortragsabende, die in dem Festsaal der „Gesellschaft der Freunde" stattfanden. Den Uebergang von dem alten Semester zu dem jetzigen Termine anter dem Präsidium des Br. Maximilian Stein bildete unsere Vortragsveranstaltung am Vorabend der Sitzung der hochw. Gross-Loge. Der Vortrag, den der kurz zuvor neu gewählte Präsident der Montefiore-Loge Br. Maximilian Stein an jenem Abend über „Judentum und Christentum" hielt, wurde bekanntlich von der hochw. Gross-Loge im Druck herausgegeben. Zahlreiche Mitglieder der hochw. Gross-Loge erwiesen ans an dem Abend die Ehre als werte Gäste unserer Montefiore-Loge in unserer Mitte zu weilen. Diesem ersten Vortragsabend schlössen sich im gleichen Rahmen an: ein Rezitationsabend Meister Marcel Salzers (Rezitationen ans der Bibel, der klassischen und modernen Litteratur). Vortrag von Fritz Stahl über „Reinbrandt and die Jaden" (mit Lichtbildern). Vortrag des Direktors der Sternwarte F. Archenhold über .,Vergangenheit und Zukunft der Erde" (mit Lichtbildern). Jedem Vortrag folgte ein geselliges Beisammensein mit in usikalisch-dek 1 amatorischer ITötet half ung. Das eigentliche Winterfest beging unsere Montetiore- Loge am 16 Februar mit einem Elite-Konzert und Ball unter Mit wiiktrrr^vjster Kräfte der Berliner Königlichen Oper und andere/ hervorragender Künstler. Das Arrangement dieses schönen Festes fand allseitig lebhafte Anerkennung. Mit Genugtuung können wir von einer Veranstaltung berichten, zu der unsere Montefiore-Loge die Initiative ergriffen hat, um unserer Jugend in vermehrtem Masse den Wert und die Bedeutung des Judentums zum Bewusstsein zu bringen. Wir haben zu diesem Zwecke einen erfolgreichen Versuch gemacht durch Veranstaltung eines „Zyklus von Jugendvorträgen, umfassend die jüdische Geschichte und Literatur." In Zwischenräumen von 14 Tagen fand je ein Vortrag statt, zu dem die nachfolgenden Redner diejSüte bitten, sich zur Verfügung zu stellen: . r 1. Br.<Dr. Karpejes, „Einführung in die jüdische Geschichte und Literatur." . 2. Dozent Dr. Wohlgemut, „Das biblische Zeitalter und die Bedeutung der Bibel in der Weltliteratur." . 3. Br. Dozent Dr. Elboge'n, „Das Tälmudische Zeitalter." . ■ * " ',.-**'#'■-•"■"' 4. Br. Rabb. Dr. Emil Cohn, „Die spanische Blütnperiode." 5. Br. Rabb. Dr. M. Warschauer, „Vom MittelalUr bis zur Neuzeit." Diese Jugend vortrage möchten wir als einen der schönsten Erfolge unserer Montefiore-Loge im verflossenen Semester b<izeichnen. Alle Vorträge wurden von erwachsenen Söhne i und Töchtern unserer Brüder ungemein zahlreich besucht an 1 fanden das gespannteste Interesse der jungen Hörer, für die unsere Veranstaltung ^bestimmt war. Dem letzten Jugendvortrage schloss sich am Purimaben 1 ein geselliges Arrangement an, um unsere jungen Hörer und Hörerinnen am Ende des Zyklus auch gesellig zu vereine l und hierdurch ein dauerndes Gefüge dieser Zusammenkunft; vorzubereiten. Auch nach der humanitären Richtung, in bezug auf Ausübung brüderlicher Wohltätigkeit, hat unsere Montefiore- Loge in dem verflossenen Semester nach besten Kräften ihr Möglichstes geleistet and war anter opferwilliger Mitwirkung berufener Brüder in zahlreichen Füllen in der glücklichen Lage, ergiebig Hilfe zu leisten. Nachdem die hochw.,Grossloge den Einzellogen naht gelegt hatte, aus Anlass des Ordens]ubiläuras die Stiftung lokaler eigener humanitärer Fonds oder die Stärkung bestehender derartiger Fonds, ins Auge zu fassen, hat unsere Montefiore-Loge einen' ihrer Brüder, Br. Max Jaffa, dafür gewinnen können, einen Betrag von 50000 M. zur Verfügen): der Grossloge za stiften,, am anter deren Schatze and Mit- \