Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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nähme zugesandt worden seien; diese neue Einrichtung werde voraussichtlich allgemeine Zustimmung finden. Zar Propaganda übergehend berichtet der Grosspräs., dass eine Petition ans Nordhausen vorliege, über die das Gen.-Kom. noch iil dieser Sitzung zu beschliessen haben werde. Nach einer Aussprache, in der dargetan wird, dass die in Aussicht genommene Sitzung in Mannheim am 10. Februar 1. Js. hat ausfallen müssen, weil nicht nur viele Mitglieder des Gen.-Kom., sondern auch die Referenten für die angesetzte Tagesordnung zu erscheinen behindert waren, wird beschlossen, die nächste Sitzung des Gen.-Kom. am 5. oder 12. Mai 1. Js. in Berlin abzuhalten. Der Grosspräs, spricht dann über die Arrangements zum Jubiläurasfeste und schlägt vor, dass bei demselben rar alle deutschen Logen mit Ausnähme der Berliner nur ein Redner sprechen solle und dass ferner eine Anzahl von Korporationen, mit denen der Orden liiert ist, eingeladen würde. Mit diesen beiden Vorschlägen erklärt sich die Versammlung einverstanden. Der nächste Punkt der Tagesordnung betrifft die vom D.I.G.B. . gemeinsam mit der Grossloge zu errichtende Erziehungsanstalt für schwachsinnige jüdische Minderjährige. Ein diesbezügliches ausführliches Schreiben des D. I. G. B. wird verlesen In demselben wird zunächst an der Hand statistischer die eine vom D. L G. B. angestellte, fachmännisch g Enquete ergeben hatte, die dringende Notwendigkeit jüdischen Anstalt für Schwachsinnige nachgewiesen. Stadt Beelitz bei Potsdam ein fünf Morgen grosses, geeignetes Terrain völlig kostenlos zur Verfügung ste handle es sich zunächst um die Beschaffung einer Sum: 100000 Mk., die nach einem von Fachmännern entworfenen Anschlage zum Bau und zur Einrichtung der geplanten Anstalt ausreichen dürfte. Von dieser Summe habe der D. Ii G. B. von nur wenigen Gemeinden und einigen Freunden (dieser Sache ohne allzugrosse Inanspruchnahme der Privatwohltätigkeit den giössten Teil bereits zusammengebracht. Die Grossloge werde nun ersucht, den fehlenden Rest zum Baukapital beizusteuern, wofür ihr als Mitbegründerin der gleiche Eintiuss wie dem D. t G. B. auf die Leitung der Anstalt zustehen solle. Zur besseren Information des Gen.-Kom. hält auf Ersuchen der Grossloge Br. Dr. W. Neumann, Generalsekretär des D. L G. B. ein an anderer Stelle abgedrucktes, ausführliches Referat. In der Besprechung, die sich daran knüpft, unterstützt Br. Maretzki aufs wärmste den Antrag des D. I. G. B., da ein Bedürfnis nach einer solchen Anstalt tatsächlich bestehe. Er befürchtet sogar, dass der Zustrom von Aufnahmebedürftigen ein zu grosser sein werde. Das geplante soziale [Werk entspreche den Tendenzen des Ordens; auch seien die Mittel hierzu vorhanden; es ständen nämlich der Grossloge aus verschiedenen Fonds einschliesslich des von dem Bodenkulturverein demnächst zurückzuerstattenden Darlehns 32000 Mk. zur Verfügung. In der weiteren Debatte, an der sich alle Mitglieder des Gen.-Kom. lebhaft beteiligen, werden die Fragen, cb ein Bedürfnis nach eiuer konfessionellen Anstalt vorhanden sei, was mit den Kindern nach der Entlassung geschehen solle, ob es nicht ratsamer wäre, für dieses Institut einen Platz zu wählen, der zentraler liege als Berlin, wer die Reisekosten für die auswärtigen Zöglinge zu bestreiten habe, ob die Giüsse der Anstalt in dem geplanten Rahmen genüge, ob nicht die Eltern auf Grund ihres Erziebungsrechtes die Kinder zu jeder Zeit aus der Anstalt zui ückfordern könnten, eingehend erörtert und geben dem Referenten Gelegenheit mehrmals in befriedigender und aufklärender "Weise zu antworten. Obgleich der Vorschlag des D. I. G. B. nach erschöpfender Debatte allseitige Zustimmung findet und nur die Kompetenz des Gen.-Kom., die geforderte Summe zu bewilligen, von «iner Seite angefochten wird, wird dennoch beschlossen, diese Angelegenheit in einer Spezialsitzung, die am 17. März« stattfinden soll, endgültig zu erledigen. Bis dahin sollen auch die Mitglieder des Gen.-Kom. Gelegenheit nehmen, ihre Logen über diesen Gegenstand genau zu informieren. Zum nächsten Pankt. der Tagesordnung referiert Br. Maretzki über eine Arbeit des Verbandes für Statistik der Juden, die Erhebungen in Hessen betreffend. In der an das Referat sich anschliessenden Debatte wird die Einsetzung einer Kommission beschlossen, die diese Arbeit eingehend prüfen und befinden soll, ob und inwieweit sie sich zur Veröffentlichung eigene. In diese Kommission werden gewählt die BBr. Maretzki, Moses-Mannheim, Langenbach - Darmstadt; ausserdem sollen die Rhenus-, Dalberg- und die Frankfurt-Loge je ein Mitglied in diese Kommission entsenden. Bei dieser Gelegenheit nimmt der Grosspräs. Veranlassung dem Br. Maretzki im Namen der Grossloge Worte des Dankes und der Anerkennung zu widmen für die „Geschichte des Ordens Bnei Briss in Deutschland", die mit warmer Begeisterung geschrieben sei, und die sicherlich als Festgabe allen Brüdern willkommen sein werde. , Die Versammlung schliesst sich dem Danke an. Nach Erledigung mehrerer Einladungsschreiben verliest der Grosspräs, eine mit mehr als vierzig Unterschriften versehene Petition aus Nordhausen und dankt Br. Bergel für dessen Bemühungen in dieser Sache. Auf warmer Empfehlung des Br. Bergel wird der Freibrief für Nordhausen einstimmig bewilligt. Hieran knüpft sich ein anregender Meinungsaustausch über Mittel und Wege der weiteren Propaganda in unserm Distrikt. Der vom geschäftsführenden Ausschuss vorgeschlagene Br. Dr. Ginsberg, Ezpräs. der Berthold Auerbach- Loge wird zum Mitglied des Gen.-Kom. einstimmig gewählt Ferner wird beschlossen, über die Vorschläge des Reform-Komitees, die den Mitgliedern des Gen.-Kom. abschriftlich zugegangen sind, mit Rücksicht auf die Abwesenheit des Br. Joachim erst in der nächsten Sitzung des Gen.-Kom. im Mai zu verhandeln- Auch wird betont, dass die Mitglieder des Gen.-Kom. berechtigt seien, in ihren Logen diese Angelegenheit zur Sprache zu bringen. Desgleichen soll der von Br. Dr. Jeselsohn mitgeteilte Beschluss der August Lamey- Loge über Aenderungen die Organisation betreffend,, in der nächsten Sitzung beraten werden. Dem Verein „Bezalel" in Jerusalem wird auch pro 1900/07 ein Beitrag von 500 Mk. bewilligt. — Zum Zwecke der Erlangung von Korporationsrechten für die Grossloge wird beschlossen, ein Komitee zur Prüfung der einschlägigen Fragen einzusetzen. Mit dem Vorsitz in diesem Komitee, das, um schneller arbeiten zu können, aus Juristen einer