Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1907
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 25 - Schaffang des „Gesamtarchivs der Deutschen Jaden" und durch die gemeinsame Errichtung der jüdischen Anstalt für schwachsinnige Minderjährige. Als Delegierte der Alliance Israelite Universelle sprach Br. Rabb. Dr. Weisse, im Namen des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Justizrat Dr. Horwitz; beide Redner betonten die Wechselbeziebungen dieser Organisationen mit unserem Orden. Für die jüdischen Studentenvereine sprach cand. jur. Wagner. Nach einigen Solovorträgen der erwähnten Künstlerin hielt der Gros;präsident folgendes Schlusswort: „Unser Jubelfest nähert sich seinem Ende und es bleibt nur noch übrig, Ihnen Allen herzlichsten Dank für Ihre Teilnahme auszusprechen. Ich danke zunächst der Deutschen Reichsloge und dem Fest - Komitee für die grosse Mühewaltung und Umsicht, mit der sie das Fest vorbereiteten; ich danke ferner den jüdischenjZeitungen, die aus Anlass dieses Jabeltages wohlwollende Artikel über unseren Orden gebracht haben. Ich danke den werten Logen auch namens meiner Vorgänger im Amte, der Brüder Fenchel und Maretzki für die sinnige Ehrung, die uns, den drei Grosspräsidenten zuteil geworden ist. Personkultus ist nach den Tendenzen unseres Ordens bei uns ausgeschlossen. Aber wir haben die Ehrung gern angenommen, weil wir sie nicht so sehr als eine Ehrung der Person, sondern vielmehr als eine Ebrung des Amtes betrachten, das wir bekleidet haben und jetzt noch bekleiden, und weil wir überzeugt sind, dass es Ihnen Allen, meinen lieben Brüdern, grosse Freude gemacht hat, uns ein äusserliches Zeichen von Verehrung und Liebe geben zu können. Sie haben hierdurch zu den vielen schönen Stunden, die wir drei im Orden bereits verlebt haben, noch eine unvergessliche Stunde hinzugefügt, für die wir Ihnen ewig dankbar bleiben werden. Auf das allerfreudigste sind wir aber überrascht durch die ganz unerwartete Ehrung, die uns seitens des Hilfsvereins der Deutschen Juden zuteil geworden ist. Mein hochverehrter und lieber Br. Simon, das Band, das uns verbindet, herzlicher zu gestalten, ist ja wohl kaum möglich. Aber wir erneuern dem Hilfsverein der Deutschen Juden gern das Gelöbnis treuer Gefolgschaft, und wenn Sie uns heute als Ihre wertvollen Mitarbeiter bezeichnet haben, so hoffen wir, in der Zukunft diesen ehrenvollen Beinamen noch zu verdienen. Ebenso herzlich danke ich den hochwerten Vertretern unserer Nachbardistrikte, mit denen uns von Anbeginn an Freundschaft verbunden hat. Das freundschaftliche Verhältnis, es besteht in uhgeminderter Kraft fort, und es wird hoffentlich für alle Zukunft fortbestehen. Wir danken herzlich den Vertretern der jüdischen Gemeinde, der Alliance, des D. I. G. B, des Centraivereins und der jüdischen Studentenvereine, mit denen allen uns ja viele, gemeinsame Berührungspunkte verbinden, für die überaus herzlichen Worte. Auch den anderen Korporationen der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jissroel, der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, der Armen-Kommission der jüdischen Gemeinde und den hiesigen Rabbinern, die hier erschienen sind, aber' mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit auf das Wort verzichtet haben, sprechen wir für ihre freundliche Teilnahme unseren innigsten Dank aus. Wir sind hocherfreut die Genugtuung zu erleben, dass unsere Verdienste allerseits als wertvolle anerkannt werden. Die ergreifenden und herzlichen Worte, die Sie alle an uns gerichtet haben, sie. sind ja dem Ohre verklungen, aber in unserem Herzen werden sie dauernd nachhallen. Die Erinnerung an die feierlichen und glücklichen Stunden, die wir heute erleben, sie wird so bald nicht schwinden. Wir aber werden Ihre herrlichen Worte und Ihre Anteilnahme nicht nur als Anerkennung für das Vergangene auffassen, sondern auch als einen Ansporn für die Zukunft. Wir wissen, dass das, was Fteiss und Ausdauer zu Wege gebracht haben, nicht erhalten werden kann, ohne weitere kräftige Arbeit. Wir geloben, dass wir mit Ihnen Allen weiter zusammen arbeiten und zusammen stehen wollen in ernsten und in frohen Zeiten. Bei aller Genugtuung über das Errungene haben wir Juden zum Jubeln und zum Ausruhen noch keine Zeit. Nur einen' Moment der Ruhe dürfen wir uns im Festglanze gönnen, dann heisst es, und das ist die Mahnung an alle unsere Brüder und Schwestern, mit der ich den festlichen Teil hiermit schliesse: Frisch auf, zur weiteren Arbeit in Wohltätigkeit Bruderliebe und Eintracht!" Mit dem „Halleluja" von Lewandowsky schloss diese erhebende Feier, die den Teilnehmern noch lange in dankbarer Erinnerung bleiben wird. Um 8 Uhr begann das Festbankett, an welchem gegen 1200 Brüder und Gäste mit ihren Damen teilnahmen. Nach einem von Br. R. A. Schindler gesprochenen Prolog, hielt Br. Bach den Kaisertoast, dem noch weitere Tischreden und Gesangsvorträge von bewährten Kräften der hiesigen Oper folgten. Ein Festball beschloss die Feierlichkeiten dieses denkwürdigen Tages. 106. Sitzung des General-Komitees der Grossloge für Deutsehland VIII. Berlin, den 24. Februar 1907. Die Sitzung wird um 9% Uhr von dem Grosspräs. Br. Timendorfer eröffnet. Sämtliche Mitglieder bis auf die BBr. Tuch und Joachim, die-entschuldigt fehlen,'sind anwesend. Bei Beginn der Verhandlungen macht der Grosspräs, die traurige Mitteilung, dass unser Distrikt seit der letzten Sitzung 23 Mitglieder durch den Tod verloren habe, darunter den Expräs. Br. Friedberg-Karlsruhe', der sich grosse Verdienste nm das Judentum, sowie um unseren Orden erworben hat. Zu Ehren der heimgegangenen Brüder erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Zu Freudigem übergehend teilt der Grosspräs, mit, dass die Grossloge auch eine Anzahl Brüder durch Glückwünsche zu erfreuen Gelegenheit gehabt hätte. Er weist ferner darauf hin, dass die Beschlüsse des geschäftsführenden Aasschusses zum ersten Mal zusammengestellt und den Mitgliedern des Gen.-Korn, zur Kenntnis-