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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 3 - April
Date
1907-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 21 — So steht, teurer Freund, Dein Bild vor unserer Seele. Vielen von uns ist es noch erinnerlich, wie er in diese Loge eintrat und wie er da am Abend seiner Einführung das Bekenntnis ablegte: „Ferdinand Gamburg hat mich für die Loge gewonnen," and das, was er damit versprochen hat,- das hat er gehalten. Das Wort hat sich bewährt in seiner eigenen Tätigkeit. „Die Edlen leben fort, auch nach ihrem Tode," der Geist Hamburgs wirkte in ihm fort, und mit heiligem Feuereifer hat er die Interessen unserer Loge vertreten, bis zum letzten Atemzuge. Kühlend war es, dass der Totkranke, dem innige Liebe die letzten Tage verschönte, noch von seinem Krankenlager aus 4er Loge durch den Bruder einen Plan vorlegen liess, der bestimmt ist, die Finanzen zu heben und der noch der Ausführung harrt. So lebt Dein Bild weiter in unserer Seele. Wir aber vernehmen das Wort' des Propheten: „Ich gebe Euch einen neuen Geist und eine neue Seele, ich nehme fort von Euch das Herz von Stein i und gebe Euch ein Herz von Fleisch, auf das Ihr wandelt in meinen Wegen." Angesichts des Todes lasset uns den Wert und die Bedeutung des Lebens erkennen, lasset uns Logenbrüder sein nicht nur dem Namen, sondern dem Geiste! nach. Lasset uns unsere Aufgabe erkennen in dem Kample der Gegenwait. Gross und reich sind die Schätze, über die unsere Gemeinschaft verfügt, die Schätze der Erde und die grösseren inneren Schätze des Gemütes, die Schätze; des Geistes. Lasset uns damit nicht prangen und prunken, lasset uns nicht immer die ersten sein wollen, lasset uns nicht glänzen nach aussen hin, und stellet alles, was" Ihr habt, in einen Dienst, in den Dienst der Menschenliebe, in den Dienst der Brüderlichkeit, in den Dienst der Gerechtigkeit. Dann wird der grosse, hehre Bau - errichtet werden, der grosse Bau, an dem Heinrich Wisloch in stiller Arbeit mitgewirkt hat. Und wenn jeder von uns so wie er seine Schuldigkeit tut, in stiller, zurückgezogener Arbeit, dann wird sein Gedächtnis neu aufleben und für alle Ewigkeit segenstiftend in unserem Herzen, in der Frankfurt- Loge und in unserem ganzen Orden lebendig bleiben, dann werden wir uns in ihm wiedei rinden in der Treue zu unserer Gemeinschaft, in der Treue zu allem Heiligen, zu allem Guten. Dann werden wir alles von uns fortnehmen, was uns hindert an dem Besten in uns selbst, an unserem eigensten Ich, alles, was uns hindert, unsere Selbstsucht zu überwinden und teilzunehmen an dem Leid der Erde, an der Linderung von Elend und Not. So steht, teurer Freund, Dein Bild noch einmal vor unserer Seele. Dein mildes schlichtes Wesen ruft uns auf, einen jeden von uns, nach seiner Kraft mitzuwirken zum Wohle der Gesamtheit. So bleibe Dein Andenken bei den Deinen und bei uns allen gesegnet für alle Zeit! Herr DirektorDr. Adler: Meine lieben Bi üder! Bevor wir diese Trauerloge scbliessen, möchte ich im Namen der Frankfurt-Loge von der Stelle aus, an der der Dahingeschiedene durch eine Amtsperiode die Geschäfte der Loge in sorahmlicher Weise geleitet hat, noch einmal den Dank der Loge dem Dahingeschiedenen nachrufen für alles das, was ei" der Loge gewesen ist, für sein Streben und Wirken, die | Loge dach innen und aussen weiter kraftvoll zu gestalten, and mit diesem Dank möchte ich — und dazu bitte ich Sie, zum Zeichen Ihres Einverständnisses sich von den Plätzen zu erheben, — das Gelöbnis im Namen der Frankfurt-Lo^e aussprechen, gleich dem teuren Dahingeschiedenen unsere ganze Kraft einzusetzen, auf dass die Ziele und die Zwecke, die uns hier zusammengeführt haben, immer erfolgreicher ausgefühtt werden können, auf dass die Ideale, denen wir zustreben, durch unsere teure/Loge zur Verwirklichung gelangen, im Sinne dieses edlen "Mannes, der der Loge ein treuer Anhänger gewesen ist, und dessen Andenken in unserer Mitte nie erlöschen wird. Ich erkläre hiermit die Trauerloge für geschlossen. Unser Jubiläumsfest. Unser Jubiläumsfest fand am Sonntag, den 17. März d. Js. statt. Wie jedes grosse Ereignis warf es lange vorher seine Schatten voraus. Seit Monaten trafen die w. Logen' durch Sammlungen von Spenden zu gemeinnützigen Zwecken, sowie durch Wahlen ihrer Delegierten Veranstaltungen zu diesem frohen Feste, das auf „saure Wochen" und angestrengte Jahre segensreicher Arbeit und menschenbeglückender Tätigkeit gefolgt ist. Schon der zu Anfang des Monats erschienene Grosslogenbericht in Festausgabe mit anregenden Artikeln über Vergangenheit, und Zukunft unseres geliebten Ordens rief in den Kreisen der Brüder eine Festesstimmung hervor; diese steigerte sich mit dem Erscheinen der Festschrift „Die Geschichte des Orden Bnei Briss in Deutschland" von unserem bewährten Führer Br. Marelzki. aus der uns die innige Herzenswärme und die glühende Begeisterung des Verfassers für die Sache unseres Bundes entgegenstrahlt. Der Vorabend dek Festes vereinigte die Mitglieder der Deutschen Reichs-Loge mit vielen Festteilnehmern aus allen Gauen Deutschlands zur feierlichen Einführung von' 15 Kandidaten, bei der ausser dem w. Präsidenten der Deutschen Reichs-Loge und dem hochw. Grosspräs, auch auswärtige Brüder Ansprachen hielten. Sehr angenehm und wohltuend wirkten auf die deutschen Brüder die herzlichen Worte des Vizepiäs. Br. Bloch - Roos, der in Begleitung des Br. Siegm. Wyler die Glückwünsche der-Basel-Loge überbrachte. Der Redner hob die Verdienste der Deutschen Reichs-Loge, der ältesten Schwester auf deutschem Boden, hervor, dankte der Grössloge für das Wohlwollen, das sie den Schweizern entgegenbringe und sprach den Wunsch aus, dass die innigen Beziehungen zwischen der Basel-Loge und dem deutschen Distrikt auch in Zukunft erhalten blieben. Obgleich räumlich und national getrennt, so seien doch die Brüder in der Schweiz mit den Brüdern in Deutschland geeint durch die Liebe zum Orden, durch die gemeinsamen Bestrebungen und Tendenzen, die ihnen der Orden zur Pflicht mache. In keinem anderen Lande, besitze der Orden ein besseres Arbeitsgebiet als in der Schweiz und auch die Arbeit der Basel-Loge habe während der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits schöne Früchte gezeitigt; ihr sei es gelungen, Glaubensgenossen verschiedener Nationalität und religiöser Richtung um das Banner des Ordens zu scharen. Das der Festloge . "3 ■,:

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